Schwarzenbek.

Abwasserbetrieb muss investieren

6,9 Millionen Euro werden in Sanierung der Kanäle sowie neue Büros und Sozialräume gesteckt

Schwarzenbek. Die Stadt hat aktuell 16.500 Einwohner und wächst weiter. Das erfordert ein leistungsfähiges Abwasser- und Regenwassersystem sowie ein modernes Klärwerk. 2,5 Millionen Liter Abwasser am Tag – etwa eine Milliarde Liter im Jahr – fließen durch das 60 Kilometer lange Leitungsnetz und die Reinigungsbecken des Klärwerks an der Feldstraße. Deshalb muss der Eigenbetrieb Abwasser in den kommenden Jahren massiv investieren.

Schwarz-Weiß-Trennung

6,9 Millionen Euro sind für den Ausbau und die Sanierung der Kanäle sowie für ein neues Sozialgebäude auf dem Gelände des Klärwerks erforderlich. „Der Entwurf für das neue Sozialgebäude geht jetzt durch die politischen Gremien. Es besteht Handlungsbedarf, weil unter anderem eine sogenannte Schwarz-Weiß-Trennung der Kleidung der Mitarbeiter gefordert wird“, erläutert Bürgermeisterin Ute Borchers-Seelig. Das bedeutet, dass schmutzige und saubere Kleidung nicht in Berührung kommen dürfen. So soll die Übertragung von Krankheitskeimen in gewerblichen Berufen verhindert werden.

Einen ersten Entwurf für ein neues Sozialgebäude auf dem Gelände des Klärwerks an der Bölkau hat der Architekt Holger Junge aus Schönberg während der jüngsten Sitzung des Bauausschusses vorgelegt. Junge hat ein eingeschossiges Gebäude nach dem Vorbild des Sporthauses an der Schützenallee entworfen. Auch bei diesem Gebäude zeichnete der Architekt verantwortlich.

„Wir werden auch beim Sozialgebäude des Klärwerks Lüftung, Heizung und die gesamte Haustechnik unter das Dach verlegen, um Platz im Innenraum zu gewinnen“, erläuterte der Architekt. Auf 639 Quadratmetern Grundfläche sind Büros, Lagerflächen, Umkleidebereich, Sanitäranlagen und eine Küche untergebracht. Besonderheit: Das Gebäude hat einen Knick. Dies ermöglicht ein Büro, aus dem Klärwerksleiter Daniel Lämmerhirt freie Sicht auf die Anlage hat.

Halle für Klärschlamm

Ebenfalls geplant ist eine 5000 Quadratmeter große Halle auf einer Fläche bei den Schilfbeeten des Klärwerks. Seit 2006 wird dem auf der Kläranlage anfallendem Schlamm in den sechs Beeten auf biologische Weise das Wasser entzogen. Bis zur Novellierung der Düngemittelverordnung wurde nach sechs bis zehn Jahren ein Beet geräumt und das Substrat als Dünger in der Landwirtschaft verwendet. Seit 2017 wird die Erde in der Müllverbrennungsanlage Stapelfeld verbrannt.

Wird ein Beet geräumt, fallen fast 1000 Tonnen Klärschlamm-Substrat an, die nicht auf einen Schlag in die Verbrennung transportiert werden können. Dafür soll auf einem Teil der gegenüberliegenden Blühwiese die Halle entstehen, in der das Substrat trocken lagert. Aktuell kann es noch in einer normalen Müllverbrennungsanlage verbrannt werden, in der Planung sind jedoch deutschlandweit sogenannte Mono-Verbrennungsanlagen, die nur Klärschlämme verbrennen und zugleich Phosphat herausfiltern. Im Rathaus geht man deshalb davon aus, dass eine 5000 Quadratmeter große Halle für den Klärschlamm ausreichend dimensioniert ist. Offen ist jedoch noch, wann die Halle gebaut wird.

Abwasser wird teurer

Die Modernisierung des Klärwerks und die Sanierung des Kanalnetzes wird über Gebühren finanziert. Deshalb müssen die Schwarzenbeker nach dem Jahreswechsel für die Abwasserentsorgung auch tiefer in die Tasche greifen (wir berichteten). Die Abwassergebühr wird von aktuell 2,38 Euro pro Kubikmeter auf 2,84 Euro steigen. Beim Regenwasser erhöht sich die Gebühr von derzeit 64 Cent pro Quadratmeter versiegelter Fläche auf 82 Cent.

Im Gewerbegebiet Elmenhorst/Lanken, das ebenfalls an das Klärwerk in Schwarzenbek angeschlossen ist, wird es eine Gebührenanhebung von aktuell 2,47 Euro pro Kubikmeter Schmutzwasser auf 2,88 Euro geben.