Festessen

Exotische Cataplana und ganz klassisch Ente

Foto: Stefan Huhndorf

Schwarzenbek. Zu Weihnachten bleibt in vielen Restaurants die Küche kalt. Dann umsorgen die Köche ihre Familien mit leckeren Gerichten.

Schwarzenbek.  Normalerweise stehen sie für ihre zahlenden Gäste am Herd: Doch auch Köche verschaffen sich zum „Fest der Liebe“ Freiräume für ihre Familien.

„Als ich Kind war, gab es bei uns Heiligabend ganz klassisch Kartoffelsalat und Würstchen. Heute koche ich richtig“, erzählt Anke Asmus. Die 41-Jährige führt die von ihrem Großvater gegründete Gaststätte Hans Heitmann in Wotersen in dritter Generation. Seit 1897 ist das Haus in Familienbesitz. Los ging es als Lokal mit öffentlicher Fernsprech- und Poststelle. 1934 kamen Fremdenzimmer dazu, die Gaststätte diente auch als Krämerladen für die Nahversorgung in Wotersen. Seit vielen Jahrzehnten ist sie nur noch Restaurant und Pension. 1999 übernahm Anke Asmus den Betrieb von ihren Eltern Anne und Werner Westedt.

Ente statt Kartoffelsalat

Während sie früher bei den Eltern besagten Kartoffelsalat mit Würstchen zu Weihnachten aß, richtet die Mutter von zwei Kindern mittlerweile selbst die Weihnachtsfeier für die ganze Familie aus. Deshalb bleibt in der Gaststätte Hans Heitmann Heiligabend die Küche kalt. Geöffnet ist erst wieder am ersten Weihnachtsfeiertag. Allerdings ganz frei hat die Köchin auch Heiligabend nicht. „Wir verkaufen Weihnachten Forellen und Karpfen aus unserer Hälterung. Die Kunden müssen die Fische vorbestellen, Heiligabend werden sie von mir frisch geschlachtet und küchenfertig vorbereitet“, so die 41-Jährige.

Vormittags Fischverkauf

Um 11 Uhr vormittags ist Feierabend. Dann macht sich Anke Asmus, die seit Oktober auch Kreisvorsitzende des Dehoga (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband) ist, auf den Weg nach Hause nach Elmenhorst. Kartoffelsalat und Würstchen sind passé für die Familie – Ehemann Torsten sowie die Kinder Annika und Dennis sowie Eltern und Schwiegereltern. Für sie stellt sich die 41-Jährige dann an den Herd und bereitet Hausmannskost zu. „Sauce und Kartoffeln sind wichtig. Kroketten kommen mir nicht auf den Tisch. Die Fritteuse benutze ich das ganze Jahr im Betrieb. Für andere ist frittieren etwas Besonderes, für mich ist das Tagesgeschäft. Den Geruch muss ich zu Hause nicht haben“, sagt Anke Asmus. In diesem Jahr gibt es Ente mit Rotkohl, Gemüse und natürlich Kartoffeln mit Sauce.

Heiligabend Fondue

Hotelier Hans Schröder aus Schwarzenbek lässt seine Familie an Heiligabend selbst das Essen zubereiten: „Bei uns gibt es Heiligabend traditionell Fondue oder Raclette. Da kann jeder nehmen, was er will und es geht schnell. Denn wir haben nicht viel Zeit, weil die Kinder nachmittags beim Krippenspiel in der St.-Franziskus-Kirche mitmachen“, sagt der Schwarzenbeker, der das traditionsreiche Hotel seiner Familie in fünfter Generation führt.

Das Gebäude an der Compestraße 6 gibt es bereits seit 1851. Schon damals arbeitete ein Hans Schröder im Haus, allerdings noch in der damaligen „Hökerhandlung“. Er heiratete die Tochter des Besitzers und kaufte das Haus 1857. So wurde daraus eine Gaststätte und später das Hotel.

Angestellte haben frei

Traditionell ist das Hotel an Heiligabend und am ersten Weihnachtsfeiertag geschlossen. „Die Feiertagsschließung ist in der Gastronomie unüblich, aber ich mache das aus Wertschätzung gegenüber meinen Mitarbeitern, die alle Familien haben“, sagt Schröder. Am ersten Feiertag gibt es bei ihm Cataplana: Ein portugiesisches Gericht in der Art der spanischen Paella. Kartoffeln, Gemüse und Fisch – die Schröders lieben Seeteufel – kommen in den Kupfertopf. Dann brutzelt das Gericht 40 Minuten im Backofen, am Ende kommen Garnelen dazu. Fertig ist der Festschmaus für Ehefrau Kirsten und die Kinder Tim und Mina.