Tarife 2019

Müllgebühren der AWSH bleiben weiter moderat

Lanken. Die Müllgebühren in Stormarn werden leicht steigen, im Lauenburgischen bleiben sie praktisch auf gleichem Niveau wie 2018.

Lanken.  Einen vergleichsweise „großen“ Preissprung gab es im vergangenen Jahr: Von knapp 110 Euro stieg das Jahresentgelt für eine vierköpfige Musterfamilie auf 124,40 Euro (60 Liter Rest-, 80 Liter Biomüll jeweils vierzehntägig, 240 Liter Altpapier alle vier Wochen). Im kommenden Jahr bleiben diese Preise für die Bürger im Kreis Herzogtum in etwa gleich, sinken sogar für die Musterfamilie um wenige Cent auf 123,96 Euro. Sofern der Lauenburgische Kreistag in seiner Sitzung am Donnerstag, 6. Dezember, dieser Kalkulation der Abfallwirtschaft Südholstein (AWSH) zustimmt – was zu erwarten ist.

Stormarner zahlen weniger als Lauenburger

m Kreis Stormarn zahlen AWSH-Kunden zwar weniger als im Lauenburgischen, aber mehr als im laufenden Jahr: Der jährliche Beitrag steigt von derzeit 100 auf 103 Euro. In Bad Oldesloe entscheidet der Kreistag darüber am Freitag, 14. Dezember. Die knapp 21 Euro Unterschied erklärt sich durch die unterschiedliche Struktur der beiden Kreise: In Stormarn gibt es mehr größere Städte als im Lauenburgischen, das ländlicher geprägt ist. Um die Tonnen der etwa 125.000 privaten Haushalte in Stormarn zu leeren, legen die Müllfahrzeuge deshalb weniger Kilometer zurück, als für die 102.000 Haushalte im Kreis Herzogtum Lauenburg.

Müll-Chaos ohne Folgen

Das Müll-Chaos im vergangenen Sommer bleibt hingegen für die Endkunden ohne Folgen: Die Kosten für Überstunden sowie den Einsatz externer Entsorger – Müllfahrzeuge und -mitarbeiter aus Hamburg und Lübeck hatten Touren übernommen – trägt Subunternehmer GEG. Die vom AWSH-Aufsichtsrat genehmigte Lohnerhöhung für die Müllwerker sowie eine Tarifanpassung über 3,09 Prozent im April 2019 bei den AWSH-Beschäftigten schlagen sich hingegen nicht in den neuen Entgelten wider. „Dieser Faktor ist in unserer Kalkulation natürlich nach oben gegangen“, sagt AWSH-Pressesprecher Olaf Stötefalke. Sie werden jedoch durch Überschüsse sowie Minderausgaben kompensiert. „Wir können die Entgelte nahezu konstant halten, lediglich bei den Großbehältern werden Kunden im kommenden Jahr mehr zahlen müssen“, so Stötefalke. Die Preise im Einzelnen:

Grundstück/Personen

Das monatliche Grundentgelt je Grundstück bleibt unverändert bei 75 Cent, dazu kommt ein weiteres Grundentgelt pro gemeldeter Person in Höhe von 53 Cent (bisher 52 Cent). In Stormarn gelten die gleichen Preise.

Restabfall

Die Preise bleiben nahezu auf dem bisherigen Niveau. 26,1 Prozent sparen gegenüber 2018 können Haushalte, die ihre 40-Liter-Tonne nur alle acht Wochen leeren lassen. Sie zahlen künftig 1,30 Euro pro Monat statt 1,76 Euro – allerdings nutzen diesen Tarif nur 417 Bürger. 20.480 Haushalte lassen ihre 60-Liter-Tonne alle zwei Wochen leeren, zahlen dafür künftig 7,30 statt 7,36 Euro im Monat. In Stormarn haben 23.600 Haushalte diese Tonnengröße geordert, sie zahlen künftig 5,67 statt 5,45 Euro.

Bioabfall

Mit 44 Cent pro Monat bleiben die Entgelte für 40-, 60- und 80-Liter-Tonne auf dem bisherigen Niveau. Teurer werden lediglich größere Abholmengen: Eine 120-Liter-Tonne in 14t-ägiger Leerung kostet statt 62 künftig 74 Cent – für immerhin 10.250 AWSH-Kunden. Für einen wöchentlich zu leerenden 2000-Liter-Behälter verdoppelt sich gar das Entgelt auf 65,07 Euro – allerdings gibt es auch nur eine derartige Tonne im Kreisgebiet. In Stormarn ist es ähnlich: Hier sinkt der Preis bei den kleineren Tonnen sogar um einen Cent auf 37 Cent. Bei den größeren Tonnen erhöht sich der Preis: Die 15.900 Besitzer einer 120-Liter-Tonne zahlen künftig 62 statt 54 Cent.

Altpapier

Die Abfuhr ist nicht nur kostenfrei, AWSH-Kunden erhalten sogar einen Anteil am Erlös. Im Lauenburgischen gibt es 28 Cent pro Monat für die 44.330 Besitzer einer 240-Liter-Tonne. In Stormarn besitzen 42.200 Bürger derartige Papiertonnen (31 Cent), dazu kommen weitere 15.900 120-Liter-Tonnen (16 Cent), die im Lauenburgischen nicht angeboten werden.

Vorstellservice/Sperrmüll

Wer seine Abfallbehälter nicht selber an die Straße rollen möchte, kann den Vorstellservice nutzen: Bis 30 Meter Entfernung kostet dieser Service pro Behälter (bis 240 Liter) wie bisher 7,14 Euro im Monat, bei einer größeren Entfernung 13,09 Euro.

Keine Veränderungen gibt es auch beim Sperrmüll. Er wird nur nach Anmeldung abgefahren: Bis zu sechs Mal pro Jahr ist die Abholung von maximal fünf Kubikmeter kostenfrei, dies gilt auch für Elektrogroßgeräte. Wer seine Altgeräte oder -möbel schnell loswerden will, kann auch den Express-Service buchen. Dann kosten allerdings fünf Kubikmeter Sperrmüll oder jeweils ein Elektrogerät 36 Euro.

Abfallsäcke

Teurer werden die Preise für Abfallsäcke für Bio- und Restmüll, die im Handel erworben werden können, wenn die heimische Mülltonnen voll ist. Ihr Preis steigt sowohl in Stormarn als auch in Lauenburg von 3,80 auf 4,50 Euro.

Recyclinghöfe

Zwei Kubikmeter Sperrmüll kann jeder Bürger pro Monat kostenfrei an den insgesamt 13 Recyclinghöfen anliefern. Darüber hinausgehende Mengen sowie Haus- , Bio- oder Bauabfälle werden nur gegen Entgelt entgegen genommen. Die Preisgestaltung bei der Selbstanlieferung ist allerdings nicht Bestandteil der Gebührenkalkulation, sondern wird von den Politikern gesondert beraten und wurde noch nicht veröffentlicht. Bei einigen Abfall-Sorten sind jedoch Preisanhebungen plant.