Vollsperrung

Schwierige Bergung nach Unfall auf B 404

Schwerer Unfall auf der B 404 im Sachsenwald. Feuerwehrleute setzen eine Drehleiter ein, um die Verletzte zu bergen.

Schwerer Unfall auf der B 404 im Sachsenwald. Feuerwehrleute setzen eine Drehleiter ein, um die Verletzte zu bergen.

Foto: Timo Jann

Schwarzenbek. Eine Boizenburgerin ist mit ihrem Wagen von der B 404 abgekommen. Sie musste mit der Drehleiter gerettet werden.

Schwarzenbek.  Eine schwer verletzte Boizenburgerin hat ein Notarztteam am Montagnachmittag ins Krankenhaus gebracht. Die 35-Jährige war nach Polizeiangaben aus ungeklärten Gründen auf der Bundesstraße 404 im Sachsenwald zwischen Kasseburg und Schwarzenbek verunglückt. Während der aufwendigen Bergung war die Bundesstraße eine Stunde voll gesperrt.

Unfall wurde schnell entdeckt

Die Boizenburgerin hatte noch Glück, dass andere Autofahrer den Unfall beobachtet und einen Notruf abgesetzt hatten. Denn der mehrere Meter tief eine Böschung herunter gestürzte Chevrolet der Frau war von der Straße aus nicht zu sehen. Der Unfall wäre wohl zunächst unbemerkt geblieben.

So einen Fall hatte es unweit dieser Stelle im Herbst 2016 gegeben. Ein 29-jähriger Wentorfer hatte ein Wildschwein gerammt und war mit seinem Toyota die Böschung herabgerutscht. Der Wagen mit dem leblos im Gurt hängenden Fahrer wurde später nur zufällig gefunden.

Krankenwagen kommt zufällig vorbei

Gestern gegen 14.40 Uhr war die Frau nach Polizeiangaben allein in ihrem Wagen in Richtung Schwarzenbek unterwegs. Sie geriet rechts auf die Bankette, verlor beim Gegenlenken die Kontrolle über ihr Auto und schleuderte dann rechts von der Fahrbahn. Der Wagen landete gut fünf Meter unterhalb des Straßenniveaus auf dem Dach im Wald. Die Besatzung eines zufällig vorbeikommenden Krankenwagens aus Hamburg stoppte und leistete sofort Erste Hilfe.

Dann rückte das Notarztteam an. Die Retter wiederum baten die Feuerwehr um Hilfe. Hintergrund: Die Böschung fällt im Bereich der Unfallstelle dermaßen steil ab, dass die Retter die Trage mit der Patienten nicht sicher transportieren konnten.

Feuerwehr hat schwierige Bergung vorher geübt

„Ein solches Szenario hatten wir vor einem Jahr an der B 209 geübt, nachdem die Feuerwehr Geesthacht in ihrem Bereich einen ähnlichen Unfall abarbeiten musste und wir die Taktik testen wollten. Das hat sich hier ausgezahlt“, sagte Timo Lehmann, Zugführer der Feuerwehr. „Hier wusste jeder, was zu tun ist“, so Lehmann.

Höhenretter weist das Hubgerät optimal ein

René Riese, Fahrzeugführer der Drehleiter und Höhenretter bei der Hamburger Berufsfeuerwehr wies das Hubrettungsgerät optimal ein, dann wurde über ein Seilsystem die Korbschleiftrage an der Drehleiter befestigt. Riese: „Die Problematik war hier die steile und aufgrund des Regens rutschige Böschung, an der man keinen Halt hatte. Deshalb mussten wir eine Schleifkorbtrage in das Seilsystem hängen und die Patientin darin sicher auf die Straße heben.“

Genauso hatten es die Feuerwehrleute vergangenes Jahr geübt. Schon 20 Minuten nach der vom Notarztteam angeforderten Alarmierung der Schwarzenbeker Wehr um 15.03 Uhr war die Frau im Rettungswagen.