martin Sorg stellt Forschung vor

Bienen und Köcherfliegen sterben – aber mehr Libellen

Mölln.  Vor einem Jahr hat der Entomologische Verein Krefeld (Entomolgie bedeutet Insektenkunde) mit Malaise-Fallen an 63 Standorten ein dramatisches Insektensterben nachgewiesen. Die Fallen sind benannt nach dem schwedischen Entomologen René Malaise (1892–1978), der sie erstmals 1937 in Burma einsetzte. Es handelt sich um Zeltfallen zum Fang von fliegenden Insekten. Der Vorsitzende des Krefelder Vereins, Dr. Martin Sorg, kommt am Dienstag, 13. November, auf Einladung des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) nach Mölln.

Mittlerweile gibt es weitere Untersuchungen, die zeigen, dass nicht alle Insekten vom Artenrückgang betroffen sind. Einige Libellenarten nehmen sogar zu. Forscher vermuten, dass diese Entwicklung an den zunehmend naturierten Bachläufen liegt. Dramatisch ist der Rückgang hingegen bei Köcherfliegen (96 Prozent) und Wildbienen (56 Prozent). Schuld sei die Landwirtschaft, aber auch eine zunehmende „Lichtverschmutzung“: Eine einzige Straßenlaterne zieht so viele Köcherfliegen an, wie an einem 200 Meter langen Ufersaum schlüpfen können. Angelockt vom Licht umschwirren die Fliegen die Laterne, bis sie schließlich erschöpft zu Boden fallen oder zur leichten Beute von Fledermäusen werden.

Sorg wird um 19.30 Uhr im Möllner Hotel Quellenhof, Hindenburgstraße 16, seine Forschungen vorstellen und mit Staatssekretärin Anke Erdmann (Umweltministerium), Henner Niemann (Kreisforsten) sowie den Moderatoren Hans-H. Stamer und Dr. Heinz Klöser über mögliche Konsequenzen von Land und Kreis diskutieren. Eintritt: 5 Euro, Schüler und Studenten zahlen 2 Euro.