Schwarzenbek

Kita-Gebühren: Beschluss vertagt

Kostenbremse  Eltern enttäuscht

Schwarzenbek.  Die Enttäuschung war den Eltern deutlich anzusehen: Eine Entscheidung über die künftigen Gebühren für die Betreuung in Kitas, Krippen und Horten ist am Montagabend im Sozialausschuss vertagt worden. Grund: Die CDU hat noch Beratungsbedarf.

Wie berichtet, steht zum Jahreswechsel eine Gebührenerhöhung an, dagegen wehren sich die Eltern. Es wäre die dritte in Folge. Die Eltern fordern, die Gebühren zumindest auf dem heutigen Stand einzufrieren. Das würde die Stadt allerdings einen sechsstelligen Betrag kosten, weil sie für das dann entstehende Defizit aufkommen müsste.

Die Grünen wollen für die nächste Sitzung der Stadtvertretung am 22. November einen Antrag auf ein kostenfreies letztes Kita-Jahr vor der Einschulung stellen. Das hat Sven Kirbach (Grüne) angekündigt. Es ist allerdings eher unwahrscheinlich, dass es während der Sitzung eine Entscheidung gibt. Der Antrag dürfte zur Beratung in den Sozialausschuss verwiesen werden. Der tagt regulär erst wieder im Januar 2019.

Fakt ist, die Kosten für die Kinderbetreuung steigen – unter anderem wegen höherer Gehälter für die Erzieherinnen. Der städtische Anteil an den Kosten stieg von knapp 2,5 Millionen Euro im Jahr 2017 auf mehr als 2,7 Millionen Euro im laufenden Jahr und wird sich 2019 auf 2,9 Millionen Euro belaufen. Entsprechend steht eine Gebührenerhöhung an: bei den kostenintensiven Krippenplätzen in den Kitas beispielsweise von durchschnittlich 392 Euro auf 422 Euro im kommenden Jahr.

Sachbereichsleiterin Kathrin Kipke aus dem Schwarzenbeker Rathaus hat vorgerechnet, wie ein einheitlicher Beitragssatz mit gerechter Kostenverteilung für 2019 aus-sehen könnte. Bislang zahlen die Eltern in jeder Einrichtung unterschiedliche Gebühren für die Betreuung, deshalb hatte die CDU bereits im August einheitliche Beiträge für alle acht Kitas angeregt. Diese lägen bei einem Elementarplatz bei 300 Euro, für die Krippe bei 400 Euro und beim Hort bei 150 Euro. Das würde die Stadt etwa 100.000 Euro zusätzlich kosten.

Die SPD will den Defizitausgleich sogar auf 126.000 Euro erhöhen, was eine weitere Reduktion des Einheitsbeitrags bedeuten würde. Da das Papier erst kurzfristig von den Sozialdemokraten eingereicht wurde, hatte CDU-Fraktionschef Gerhard Moldenhauer Beratungsbedarf angemeldet und somit eine Entscheidung verschoben.

Eine richtige Entlastung der Eltern würde die vom Land für 2020 geplante Deckelung der Kosten auf 200 bis 250 Euro pro Platz bringen. Das wäre zwar immer noch teurer als in Hamburg – dort sind Kitas bis fünf Stunden täglich beitragsfrei – aber deutlich günstiger als bisher. Die Linke fordert angesichts der guten Konjunktur kostenlose Kitaplätze. „Dass das keine unbezahlbaren Wunschträume sind, zeigen auch die Beispiele Berlin, Niedersachsen und Hessen, wo es bereits eine kostenlose Kinderbetreuung gibt“, sagt Yvonne Treptow, Sprecherin der Schwarzenbeker Ortsgruppe der Linkspartei und Mitglied im Sozialausschuss des Kreistages.