Schwarzenbek.

Kampf gegen höhere Kita-Gebühren

Eltern fordern von Politik Kostenbremse

Schwarzenbek.  Rund 50 Elternvertreter haben am Dienstagabend ihrem Ärger über zum Jahreswechsel weiter steigende Kita-Gebühren im Sozialausschuss Luft gemacht. Es wäre die dritte Erhöhung innerhalb eines Jahres. Sie forderten zumindest ein Einfrieren der Gebühren auf den aktuellen Stand. Ob sie damit Erfolg haben, muss sich zeigen.

Denn die Kosten steigen weiter. Und der Einnahmeausfall bei einer Beibehaltung der aktuellen Gebühren würden im sechsstelligen Bereich liegen. Das Defizit müsste die Stadt tragen. „Hauptkostenfaktor sind die Personalkosten, die bei 80 Prozent der gesamten Kita-Kosten liegen. Sie sind unter anderem durch höhere Tarifabschlüsse deutlich gestiegen“, sagte Kathrin Kipke, im Rathaus für die Kita-Planung zuständig.

„Die Kita-Beiträge sind in Schleswig-Holstein sehr hoch. Wir sind uns der Verantwortung gegenüber den Eltern bewusst und suchen in den Fraktionen nach einer Lösung, aber ich kann ihnen noch keine anbieten“, sagte der Sozialausschussvorsitzende Rüdiger Jekubik (SPD).

Angesichts der Elternproteste während der jüngsten Sitzung der Stadtvertreter, einer Diskussion der Eltern mit Sozialminister Heiner Garg (FDP) bei der WVS-Messe und der Debatte in den sozialen Netzwerken hatte Jekubik die Sitzung in den Festsaal des Rathauses verlegt. Üblicherweise tagt das Gremium im Raum 415, der lediglich Platz für ein gutes Dutzend Zuschauer bietet.

„Wir diskutieren über Lösungen, aber es geht um viel Geld. Die Eltern sind nicht die einzigen, die Wünsche haben. Die Ideenbörse ist eröffnet“, sagte Jekubik und vertröstete die Eltern auf die nächste Sitzung, die für Montag, 5. November, um 18.30 Uhr im Rathaus geplant ist. „Eventuell gibt es dann einen Antrag einer Fraktion, über den wir öffentlich beraten können“, sagte er salomonisch.

Aktuell kostet ein Krippenplatz im Schnitt 392 Euro, eine Erhöhung auf 422 Euro steht an. Allerdings gibt es in Schwarzenbek acht Kitas und den Hort Wolke 7 sowie Tagespflegekräfte. Eine einheitliche Gebühr gibt es nicht. Die einzelnen Träger – Johanniter, ASB und evangelische Kirchengemeinde – kalkulieren für jede Einrichtung die Kosten individuell.

Einheitsgebühr von 400 Euro für einen Krippenplatz

Als Beratungsgrundlage hat Kipke Durchschnittswerte für die Gebühren gebildet. Dabei ergaben sich für die Krippen 392 Euro für 2018 und 422 Euro für 2019. Bei einem Ganztageselementarplatz müssten sie von 283 auf 314 Euro steigen, bei einem Hortplatz von 145 auf 157 Euro. Möglich wäre es nach ihrem Vorschlag, Einheitsbeiträge zu erheben, die zwar über den Durchschnittswerten von 2018, aber unter denen von 2019 lägen. Damit würde eine Einheitsgebühr für die Krippe bei 400 Euro liegen, für den Elementarplatz bei 300 Euro, für den Hort bei 150 Euro. Das würde die Stadt etwa 100.000 Euro zusätzlich kosten und würde mehr Gerechtigkeit schaffen.