Rotkreuzmarkt

Schwarzenbeks letztes „Möbelhaus“ des DRK wird geschlossen

Das DRK gibt seinen Standort an der Schmiedestraße 1 auf und wechselt mit dem Rotkreuzmarkt an die Lauenburger Straße - allerdings ohne den Möbelverkauf.

Das DRK gibt seinen Standort an der Schmiedestraße 1 auf und wechselt mit dem Rotkreuzmarkt an die Lauenburger Straße - allerdings ohne den Möbelverkauf.

Foto: Marcus Jürgensen

Schwarzenbek. Der Rotkreuzmarkt gibt den Standort an der Schmiedestraße auf und verzichtet auf den Gebrauchtmöbel-Verkauf.

Schwarzenbek.  Ein Sofa für 60 Euro, eine Schrankwand für 150 Euro – neben gebrauchten Textilien, Geschirr, Spielen und Büchern besteht ein Großteil des Angebots im Rotkreuzmarkt an der Schmiedestraße 1 aus gespendeten Möbeln. Noch, denn spätestens zum 1. Dezember ist Schluss. Dann endet der Mietvertrag und der Rotkreuzmarkt zieht an die Lauenburger Straße 7 um: „Der Mietvertrag ist bereits unterschrieben“, sagt DRK-Geschäftsführer Stefan Fehrmann.

Secondhand künftig ohne Möbel

Vor acht Jahren hatte der DRK-Ortsverein im ehemaligen Edeka-Markt am Verbrüderungsring seinen ersten Rotkreuzmarkt eröffnet: Auf 1500 Quadratermeter Fläche wurden gespendete gebrauchte Möbel, Küchengeräte und Bekleidung angeboten. Anders als in den Sozialkaufhäusern der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Geesthacht und Lauenburg, bei denen nur Einkommensschwache mit Berechtigungsschein einkaufen können, ist der Rotkreuzmarkt ein Secondhand-Geschäft, das allen offen steht.

Verkauft wird an alle

„Dieses Konzept wollen wir auch beibehalten“, betont Fehrmann. Er will von der Schmiedestraße, dorthin war das DRK 2014 gewechselt, an die Lauenburger Straße ziehen. Statt 400 Quadratmeter gibt es dort dann nur noch 150 Quadratmeter Verkaufsfläche. Entsprechend weniger Miete zahlt der Markt, hat aber keinen Platz mehr für Gebrauchtmöbel. „Die Möbel werden zwar schnell umgesetzt – sie sind aber auch unser arbeitsintensivster Bereich“, so Fehrmann.

Möbel zu arbeitsintensiv

Die gebrauchten Möbel müssen zunächst begutachtet, dann abgebaut, transportiert und im Markt wieder für den Verkauf aufgebaut werden. „Dazu brauchen wir ehrenamtliche Helfer – und die gibt es nicht“, sagt der DRK-Geschäftsführer. Immer wieder habe der Ortsverein nach ehrenamtlichen Helfer gesucht, die seien jedoch nach den ersten Einsätzen wieder abgesprungen, berichtet Fehrmann: „Ein-Euro-Jobber können wir im Gegensatz zu den Sozialkaufhäusern nicht einsetzen, weil wir nicht nur an Bedürftige verkaufen.“

Secondhand geht weiter

Das Ladengeschäft, das zuvor eine Filiale von „Ernstings Family“ beherbergte, soll auch das Bekleidungsgeschäft „Henrys“ – benannt nach DRK-Gründer Henry Dunant – aufnehmen. 2016 hatte das DRK den Secondhand-Laden am Bahnhof eröffnet, mittlerweile aber wieder geschlossen. Fehrmann: „Der Standort dort ist nicht ideal.“

Angebot langfristig sichern

Ob der neue Laden „Henrys“ oder weiter „Rotkreuzmarkt“ heißen wird und welches Konzept ihm künftig zugrunde liegt, will das DRK im kommenden Monat mit den Mitarbeitern festlegen. Sollte Vermieter Andreas Ellermann das DRK vorzeitig aus seinem Vertrag entlassen, ist auch ein Umzug vor dem 1. Dezember an die Lauenburger Straße denkbar. Fehrmann: „Unser Ziel ist es, dieses Angebot langfristig aufrecht zu erhalten – und das möglichst ohne Risiko für den Ortsverein.“

Noch werden Möbel angenommen

Der Rotkreuzmarkt an der Schmiedestraße ist mittwochs, donnerstags und sonnabends von 9 bis 12 Uhr sowie von Mittwoch bis Freitag auch von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Bis zur Schließung werden dort weiterhin Möbel- und andere Sachspenden entgegengenommen, jedoch nur nach vorheriger Vereinbarung unter Telefon (0 41 51) 879 69 74.