Kollow

Vom Hundeporträt bis zu Ketten aus Donnerkeilen

Kultursommer Künstler stellen im „Mückenbach“ aus

Kollow.  Die Kultkneipe „Mückenbach“ war gestern gerammelt voll: In und vor der Gaststätte an der Brückenstraße bis in den Garten hinein reihten sich Bilder, Skulpturen und Kunsthandwerk. Künstler aus Kollow zeigten auch in diesem Jahr im „Kultur Sommer am Kanal“, wie vielfältig ihre Arbeiten sind.

Anke Hellberg (75) fertigt ihre Keramiken im heimischen Keller in Kollow. „Am liebsten arbeite ich an Figuren. Da sie keine Gesichter haben, ist es mir wichtig, wie ihre Haltung ist und wie die Figuren zueinanderstehen“, sagt die Künstlerin. In der Reihe „Dörfer zeigen Kunst“ sind ihre Keramikfiguren in zwei Wochen auch in Sterley (Alte Schule, Dorfstraße 35) zu sehen – sonnabends und sonntags von 13 bis 18 Uhr.

Eine „Newcomerin in der Kollower Kunstszene ist die Malerein Ursula Hellmig (60): „Ich habe erst vor einem halben Jahr mit der Malerei begonnen und habe mich noch nicht ganz gefunden. Ich probiere daher alles aus.“ Bei ihren ersten Ausstellung zeigte sie abstrakte Werke in Acryl.

Ute Hübner (63) ist die einzige unter den sechs Ausstellern, die nicht aus Kollow kommt. „Für meinen Schmuck verarbeite ich Papierperlen aus einem afrikanischen Frauenprojekt mit anderen Materialen wie beispielsweise Silberelementen. Ich mixe auch Perlen mit Swarovskisteinen und kleinen Silberperlen oder mit Achat“, berichtet die Hamburgerin aus dem Stadtteil Lemsahl-Mellingstedt.

In seinem Heimatort Kollow ist Detlef Altmann (59) dafür bekannt, dass er am liebsten mit Steinen und Holz arbeitet. In seinem Atelier entsteht aber auch schon mal eine Garderobe aus altem Silberbesteck und einen schönen alten Balken. Aktuell haben es ihm „Donnerkeile“ angetan. Die Belemniten gehören zu den häufigsten Fossilien in Norddeutschland. „Sie sind 70 Millionen Jahre alt und Reste von Tintenfischen. Alle Donnerkeile habe ich selbst in einer Mergelgrube bei Hannover gesammelt“, berichtet der Künstler, der aus den Fundstücken Ketten fertigt.

Das „Mückenbach“ ist für Paul G. Rhein (84) und seine Stillleben schon lange so etwas wie seine Stammgalerie: „Ich habe hier eigentlich immer Bilder hängen. Mein Steckenpferd sind die Stillleben und die male ich am liebsten mit Aquarellfarben“, verrät der Künstler, der unter anderem in Paris und Worpswede Kunst studiert hat.

Die sechste im Bund ist Susanne Koch (s.o.): Sie ist für ihre Bilder erst einmal mit der Kamera unterwegs, denn ihre Modelle haben wenig Geduld. „Ich habe mich auf das Malen von Tieren spezialisiert. Die halten nicht lange still, deshalb fotografiere ich sie und male sie dann.“ Und das sind nicht etwa nur Hunde: Auch die Kühe der Rindergilde oder Giraffen hat die Kollowerin schon auf die Leinwand gebannt.