Brandanschlag

Benzinkanister im Treppenhaus angezündet

 Brandstiftung im Hochhaus am Verbrüderungsring: Die Feuerwehr hatte Probleme, die Drehleiter in Stellung zu bringen. Es war eng und die Zufahrt aufgeweicht.

Brandstiftung im Hochhaus am Verbrüderungsring: Die Feuerwehr hatte Probleme, die Drehleiter in Stellung zu bringen. Es war eng und die Zufahrt aufgeweicht.

Foto: Timo Jann

Schwarzenbek. Gefährlicher Brandanschlag im Hochhaus: Unbekannte zünden Benzinkanister vor der Wohnungstür eines 28-Jährigen an.

Schwarzenbek.  „Wer tut so etwas, das ist doch Wahnsinn!“ Geschockt steht ein Bewohner des Hochhauses am Verbrüderungsring 3 vor dem Haus mit 55 Wohnungen. Drinnen arbeiten Feuerwehrleute im fünften Stock, belüften die Etage nach einem Brand. Unbekannte hatten auf einer Fußmatte vor der Wohnungstür eines 28-Jährigen einen Benzinkanister angezündet. Die Polizei sicherte Spuren und ermittelt wegen schwerer Brandstiftung.

Feuerwehr rückt um 2.17 Uhr aus

Gestern um 2.17 Uhr hatte die Leitstelle die Feuerwehr alarmiert. „Zum Glück wurden Anwohner durch Rauchwarnmelder auf den Brand aufmerksam, sodass Schlimmeres verhindert werden konnte“, sagt Feuerwehrchef Thorsten Bettin. In dem Haus leben 130 Menschen. Eine Frau aus dem fünften Obergeschoss war durch einen piependen Rauchmelder im Flur aufgewacht, schaute nach und entdeckte den Brand. Sofort forderte sie die Feuerwehr an. Bettin: „Aufgrund des besonderen Objekts rückten wir mit einem Großaufgebot an.“ Auch der Rettungsdienst schickte vorsorglich zahlreiche Einsatzkräfte, verletzt wurde aber niemand.

5-Liter-Kanister brennt lichterloh

Auf der Fußmatte einer der Wohnungen, die nach Polizeiangaben ein Mann alleine bewohnt, brannte ein 5-Liter-Kanister aus Kunststoff, der mit Benzin gefüllt war und auf dem etwas angezündet wurde. Die Reste des Kanisters stellten Polizisten ebenso zur Spurensicherung sicher wie die Fußmatte. Das Feuer beschädigte zwar die Wohnungstür, diese hielt den Flammen aber stand. Die Polizei versucht jetzt, mögliche Hintergründe der Brandstiftung zu ermitteln. Wahrscheinlich wollten sich der oder die Täter an dem Mieter der Wohnung für irgendetwas rächen, vermuten Nachbarn, die aus Angst ihre Namen nicht nennen möchten.

Drehleiter erreicht Einsatzort nicht richtig

„Das hätte eine dramatische Lage werden können, dann wäre das hier anders ausgegangen“, sagt Bettin. Zumal die ehrenamtlichen Retter auf der Feuerwehrzufahrt die Drehleiter nicht in Stellung bringen konnten. Erst hatte der Fahrer wegen eines falsch geparkten Wohnmobils Mühe, dann ging es auf dem Weg nicht weiter. „Erde und Rasen sind offenbar aufgrund mangelnder Pflege durch die ausgelegten Rasengittersteine gewachsen. Durch den Regen war alles so aufgeweicht, dass wir die Drehleiter dort nicht an den Aufstellplatz fahren konnten“, berichtet Bettin. Bei einem größeren Brand wäre so auf der Rückseite für Bewohner kaum eine Rettung möglich gewesen. Verantwortlich für den Missstand ist die Hausverwaltung.

Nach der Belüftung des 5. Stockwerks durch die Feuerwehr konnten die Retter nach einer Stunde wieder einrücken und die aus der Etage evakuierten Bewohner in ihre Wohnungen zurückkehren.