Eismusik

Eisige Klänge auf verschneiten Pflaster in Mölln

Terje Isungset mit einem aus Eis geformten Horn an den Lippen und Sängerin Maria Skranes begeisterten mehr als 100 Gäste beim Open-Air-Konzert im verschneiten Mölln.

Terje Isungset mit einem aus Eis geformten Horn an den Lippen und Sängerin Maria Skranes begeisterten mehr als 100 Gäste beim Open-Air-Konzert im verschneiten Mölln.

Foto: Carsten Neff / NEWS & ART

Mölln. Was unterscheidet Eis-Instrumente von anderen: Sie schmelzen, sagt Terje Isungset. Der Norweger nutzt seit 2003 Instrumente aus Eis.

Mölln.  Die Atmosphäre im Innenhof des Möllner Stadthauptmannshofes sei „almost perfect“, schwärmte Musiker Terje Isungset. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt spielte der norwegische Jazz-Perkussionist am Donnerstagabend „open air“ auf seinen Instrumenten aus Eis. Sonst, erklärte der 53-Jährige seinem Publikum, spiele er öfter in Hallen als draußen.

Konzert vor historischen Gebäuden

Angesichts von Orkantief „Friederike“ war lange Zeit unklar, ob Isungset und Sängerin Maria Skranes auf dem historischen Pflaster des Innenhofes oder im Saal des denkmalgeschützten Gebäudeensembles auftreten werden. Mehr als 140 Voranmeldungen hatten Stiftung Herzogtum Lauenburg und Möllner Folkclub erhalten, die das Konzert gemeinsam organisierten. Im Saal hätten aber nur 70 Personen Platz gehabt.

Musiker trotzen Orkantief „Friederike“

Um 10 Uhr morgens fiel dann in Absprache mit Isung-set die Entscheidung: Das Konzert findet draußen statt. Noch im heftigen Schneetreiben wurden Bühne und Gas-tro-Zelt aufgebaut. Am Abend war es dann zwar kalt, aber der Sturm hatte die Eulenspiegel-Stadt verschont. Allerdings kamen zum Konzert nur rund 100 Gäste, obwohl vier Mal so viele Platz gefunden hätten. „Viele, die sich vorangemeldet hatten, haben angesichts der winterlichen Straßenverhältnisse kurzfristig abgesagt“, bedauerte Jörg-Rüdiger Geschke vom Folkclub.

Sphärische Klänge auf Instrumenten aus Eis

Die Zuschauer im Innenhof erlebten ein Konzert mit ungewohnten Klängen: Mal bearbeitete Isungset das Eis mit eisigen Stößeln und erzeugte dabei ein Geräusch, dass wie das Spielen einer Snare-Drum mit einem Besen klingt, mal spielte er mit bloßen Händen auf einem Xylofon aus Eis oder blies in ein Horn aus Eis, das lediglich am Mundstück eine Silikonauflage hat. Dazu erklang die glasklare Stimme von Maria Skranes. Sie reihte in der Tradition der nordnorwegischen Joiks Silben zu meditativen Gesängen aneinander, zu denen man aber auch tanzen kann.

Mit Eismusik weltweit unterwegs

Isungset hat der Auftritt in der Eulenspiegelstadt so gut gefallen, dass er sich eine Wiederholung der Eismusik im nächsten Jahr vorstellen kann. Bei Eismusik-Tour führte Isungset zunächst ins russische Murmansk, dann nach München und Hannover. Am Sonnabend spielt er in Belgien, Anfang Februar dann beim von ihm gegründeten „Icemusicfestival“ im norwegischen Fense. Danach geht es weiter nach Japan und Kanada.