Lichtzeichenanlage

Offiziell: Diese Ampel „tackt“ nicht richtig

Für Sehbehinderte gefährlich: Die Ampel an der Kreuzung Lauenburger Straße /Kerntangente.

Für Sehbehinderte gefährlich: Die Ampel an der Kreuzung Lauenburger Straße /Kerntangente.

Foto: Marcus Jürgensen / BGZ

Schwarzenbek. Straßenmeisterei bestätigt, dass die Fußgängerampel an der Kerntangente/Lauenburger Straße Probleme macht.

Schwarzenbek.  Jetzt hat es Jörg Scheele vom Seniorenbetrieb schwarz auf weiß: Die vom Beirat immer wieder monierte Fußgängerampel an der Kreuzung Kerntangente/Lauenburger Straße hat tatsächlich einen technischen Defekt.

Beschwerden über „tackernde“ Ampel

Mehrfach hatten sich Beiratsmitglieder in der Stadtverwaltung über die „tackernde Ampel“ beschwert und stets die Antwort erhalten, dass alles wieder in Ordnung sei – war es aber nicht. Um Menschen mit Sehbehinderungen ein Überqueren der Kreuzung zu ermöglichen, ist die Ampel mit Druckknöpfen ausgestattet. Damit Blinde und Sehbehinderte diese überhaupt finden, sendet die Ampel beständig den sogenannten Auffinde ton aus – sie macht „Tack-tack-tack“.

Kein Signal für Sehbehinderte

Zeigt die Fußgängerampel jedoch Grün, sollte dieser Auffindeton stoppen: Stattdessen sollten Blinde und Sehbehinderte dann über einen anderen Ton oder ein Vibrationssignal im Druckknopf das Signal erhalten, dass sie die Straße jetzt gefahrlos überqueren können. Doch an der Kreuzung geschah dies an allen drei Überwegen nicht – die Ampeln „tackerte“ einfach weiter. Nach einem Bericht in unserer Zeitung veranlasste der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV), der für die an Bundes- und Landesstraßen installierten Lichtzeichenanlagen zuständig ist, eine erneute Überprüfung.

Repariert, aber sie funktioniert dennoch nicht

„Am 15. Juli 2016 erhielten wir auf Nachfrage bei der Wartungsfirma von dort die Auskunft, dass die Überprüfung einen Defekt der Anlage ergeben habe, ein elektronisches Bauteil ausgetauscht wurde und die Anlage wieder fehlerfrei funktionieren solle“, teilte Joachim Simon, Leiter der zuständigen Straßenmeisterei in Breitenfelde, Scheele mit. Eine Info, die zuvor offenbar schon häufiger nach Beiratsbeschwerden auch dem Rathaus übermittelt wurde. Doch diesmal ließ Simon die Anlage nach der erfolgten Reparatur durch einen seiner Mitarbeiter überprüfen.

Seniorenbeirat will dran bleiben

Das Ergebnis: Die für Sehbehinderte wichtige Einrichtung funktioniert „immer noch nicht – oder wieder nicht“. Nun soll die Wartungsfirma erneut anrücken, damit die Fußgängerampel endlich wie vorgesehen funktioniert. Wann das sein wird, ist bisher noch offen: Ein Test unserer Zeitung am gestrigen Nachmittag ergab das altbekannte „Tack, tack, tack“.

Der Seniorenbeirat will deshalb weiter am Thema der defekten Ampel dranbleiben und auch die Ampelschaltung noch einmal zur Diskussion stellen: Bisher werden die meisten Ampeln im Stadtgebiet um 20 Uhr aus- oder auf gelbes Blinklicht umgeschaltet. Betroffen davon sind auch die Fußgängerampeln. „Wir möchten aber, dass Senioren und Behinderte die Straßen jederzeit sicher überqueren können“, so Scheele.