Windpark-Projekt

Brunstorfer wollen keine „200-Meter-Spargel“

In Lütau gibt es bereits einen Windpark. Nun gibt es Planungen, auch in Brunstorf Windkraftanlagen aufzustellen.

In Lütau gibt es bereits einen Windpark. Nun gibt es Planungen, auch in Brunstorf Windkraftanlagen aufzustellen.

Foto: Holger Weitzel / Aufwind

Brunstorf. Eine Firma will die rechtliche Neuordnung nutzen, um einen Windpark bei Brunstorf wachsen zu lassen. Widerstand regt sich.

Brunstorf.  Bereits im Jahr 2011 haben die Brunstorfer einer Gruppe von Landwirten um den Schwarzenbeker Bauern Rüdiger Steffen eine klare Absage für einen geplanten Windpark erteilt. Der Kreis hatte den Acker an der Grenze zwischen Dassendorf und Brunstorf als mögliche Windkraftfläche ausgewiesen. Das Projekt scheiterte aber an der Ablehnung der Brunstorfer, deren Willen letztlich auch die Gemeindevertreter folgten.

Land legt Vorrangflächen fest

Jetzt hat die Diskussion um einen Windpark neuen Zündstoff bekommen: Grund ist eine Neuregelung der schleswig-holsteinischen Landesregierung. Danach sollen in den Regionalplänen sogenannte Vorrangflächen für Windenergie festgelegt werden. Das Verfahren läuft bis 2017. Brunstorfs Bürgermeister Frank Lütten bestätigte auf Nachfrage, dass es Flächen in seinem Dorf gibt, die grundsätzlich für Windkraft infrage kommen könnten.

Windwärts plant 200 Meter hohe Anlagen

In der Sitzung der Gemeindevertretung waren in der vergangenen Woche auch Vertreter der Hannoveraner Firma „Windwärts“ vorstellig geworden, die offenbar Pläne für einen Windpark mit 200 Meter hohen Anlagen (Gesamthöhe) vorgestellt haben. Wie weit das Verfahren gediehen ist, wollte der Bürgermeister aber nicht sagen. Er will die Brunstorfer am 14. Januar auf einer Einwohnerversammlung in Bruhns Gasthof informieren.

Bürger gründen Initiative „Gegenwind“

So lange wollen Doris und Mark Lehmann, Patricia Reincke sowie Uschi und Peter Rang indes nicht warten. Sie luden die Brunstorfer für Mittwochabend zu einer Info-Veranstaltung in das Gemeindezentrum am Schulweg ein. 70 Bürger kamen, am Ende des Abends war klar: Die Brunstorfer gründen die Bürgerinitiative „Gegenwind“.

Abstand zu den Häusern nur 800 Meter

Denn sie befürchten eine Belastung durch Schlagschatten, gesundheitliche Gefahren durch den sogenannten Infraschall, der beim Betrieb der Anlagen auftritt, und Risiken für die Standfestigkeit ihrer Häuser – ausgelöst durch Rammarbeiten für die Fundamente der Windräder. „Beim ersten Anlauf waren 150 Meter hohe Windkraftanlagen geplant, jetzt sind wir schon bei 200 Metern. Und der Abstand zur Wohnbebauung liegt unverändert bei 800 Metern. In Bayern sind für solche Anlagen 2000 Meter Abstand vorgeschrieben“, sagt Initiativengründer Mark Lehmann.

In der Gemeinde sind offenbar bereits von Mitarbeitern von Windwärts Fotos gemacht und Markierungen für Messpunkte am Ortsrand vorgenommen worden.