Prozess

Mordversuch am Reihersee: Jetzt geht es um die Strafhöhe

Am Maschweg, der von Brietlingen in Richtung Reihersee führt, ereigente sich am 31. August 2013 die schreckliche Tat.

Am Maschweg, der von Brietlingen in Richtung Reihersee führt, ereigente sich am 31. August 2013 die schreckliche Tat.

Foto: Marcus Jürgensen / BGZ

Schwarzenbek. Mit einem Baseballschläger hatte im Sommer 2013 der Schwarzenbeker Maximilian D. seine schwangere Ex-Freundin traktiert.

Lüneburg/Schwarzenbek.  Vor der dritten großen Strafkammer des Lüneburger Landgerichts beginnt am Montag, 2. November, die Hauptverhandlung gegen Maximilian D. Am 4. März des vergangenen Jahres hatte das Gericht den Schwarzenbekeker wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung und versuchtem Schwangerschaftsabbruch zu einer Freiheitsstrafe von insgesamt zwölf Jahren verurteilt. Dagegen hatte D., der vom Schwarzenbeker Anwalt Peter Stimper vertreten wird, Revision eingelegt.

Bundesgerichtshof kassiert Strafhöhe

Stimper hatte das Gutachten des psychiatrischen Sachverständigen, der seinen Mandanten in Abwesenheit des Anwaltes befragt hatte, bemängelt. Seinen Befangenheitsantrag wies der Richter damals zurück. Doch dessen Begründung sei nicht ausreichend gewesen, erklärte der Bundesgerichtshof im August 2014 und wies den Fall zurück an eine andere Kammer des Landgerichts. Die soll nun nicht über die Schuldfrage, sondern nur über die Strafhöhe befinden: Vor einem Jahr waren D. und der Mittäter Michel T. zu jeweils zwölf Jahren Haft verurteilt worden.

Mordversuch am Reihersee

Am 31. August 2013 hatten die beiden eine werdende Mutter am Reihersee bei Brietlingen lebensgefährlich verletzt. Der Schwarzenbeker wollte seine Ex-Freundin zu einem Schwangerschaftsabbruch bewegen. Als sie nicht zustimmte, holte er sie am Tattag zu einem Gespräch ab. In der Feldmark am Reihersee kam sein Komplize dazu und schlug der Frau von hinten mit einer Baseballkeule auf Kopf und Bauch.

Beide Täter zogen die Frau dann über eine Dornenhecke ins Unterholz hinein. Dort würgte der damals 23-Jährige seine Ex-Freundin, bis diese sich bewusstlos stellte.

Eine Urlauberin entdeckte die schwer verletzte Frau zufällig rund 90 Minuten nach der Attacke und verständigte Rettungsdienst und Polizei. Mutter und Kind haben durch die Schläge keine dauerhaften Schäden davongetragen, allerdings hat mittlerweile ein Vaterschaftstest ergeben, dass D. gar nicht der Kindesvater ist.

Stimper geht davon aus, dass sein Mandant unter einer Persönlichkeitsstörung leidet und hofft auf ein geringeres Strafmaß. Der Prozess beginnt am 2. November um 9.30 Uhr in Saal 21 des Landgerichts, Am Markt 7, in Lüneburg. Zwei Folgetermine am 6. und 23. November sind vorgesehen.