Abfallwirtschaft

Die Müllgebühren sinken weiter

Foto: Monika Retzlaff / Retzlaff

Schwarzenbek. Die Kosten für die Müllentsorgung sinken im kommenden Jahr um weitere 8,6 Prozent. Die Abfallwirtschaft Südholstein setzt 2013 vor allem auf bessere Mülltrennung. Eine neue Biogas-Anlage soll dem Landkreis 3000 Tonnen Kohlendioxid im Jahr einsparen.

Alles wird teurer – nur der Müll nicht. Diese gute Nachricht verkündete Dennis Kissel, Geschäftsführer der Abfallwirtschaft Südholstein (AWSH), gestern in Lanken. Seit dem Jahr 2002 (damals wurde der Euro eingeführt) ist der Preis für eine 60-Liter-Tonne von 10,33 Euro auf 9,51 Euro im Jahr 2013 gesunken. Das entspricht einem Minus von 8,6 Prozent.

„Wenn man die allgemeine Preissteigerung in Höhe von 21 Prozent für diesen Zeitraum mit einbezieht, entspricht das einem Rückgang um 30 Prozent“, rechnet AWSH-Pressesprecher Olaf Stötefalke vor. Rund zwölf Millionen Euro kostet die Müllentsorgung im Kreisgebiet pro Jahr. Dem stehen eine Million Euro für den Verkauf von Metallschrott, Altpapier, Elektromüll und anderen Stoffen aus den Recyclinghöfen gegenüber, die als Rohstoffe gehandelt werden. „Das könnte noch mehr sein. Es landet noch viel zu viel in der Mülltonne, was da nicht reingehört. Allein 40 Prozent des Inhalts der grauen Tonnen ist Biomüll. Das wollen wir ändern“, kündigt Kissel an.

Denn im Januar geht in Trittau eine ganz besondere Biogasanlage ans Netz, die aus den Grünabfällen der Menschen aus dem Lauenburgischen Strom und Gas erzeugt und somit 3000 Tonnen Kohlendioxid (CO2) im Jahr einspart. Allein aus dem Herzogtum Lauenburg werden im kommenden Jahr 17.000 Tonnen Biomüll in der Anlage verarbeitet. Weitere 13.000 Tonnen kommen aus dem Kreis Stormarn, für den die AWSH ebenfalls zuständig ist.

„Die Anlage kann mehr verarbeiten und würde so noch mehr CO2 einsparen. Allerdings landen im Herzogtum Lauenburg etwa 32.000 Tonnen Biomüll in der grauen Restmülltonne. Das wollen wir ändern“, sagt Kissel.

Der Schlüssel dazu ist ein neues Gebührenmodell, das im Jahr 2014 eingeführt werden soll. Derzeit gibt es allerdings erst ein grobes Konzept, wie diese Änderung aussehen wird. „Fest steht, dass die Müllentsorgung zwölf Millionen Euro im Jahr kostet. Daran ändert sich nichts. Wir wollen die Kosten nur gerechter verteilen“, sagt Kissel. Denn bislang ist es so, dass die Kosten für den Transport des Mülls, die Verwaltung und auch das Callcenter in die Müllgebühren einkalkuliert werden. Künftig soll es eine Grundgebühr geben, die sich nach der Zahl der Personen im Haushalt und der Grundstücksgröße richtet.

Neben dieser Grundgebühr wird es höhere Preise für die Restmülltonne geben, dafür soll die Biotonne entweder ganz kostenlos werden oder nur ein sehr geringer Betrag erhoben werden.

„Wir werden den Menschen aber die Möglichkeit geben, kleinere Restmülltonnen und ein verlängertes Leerungsintervall – wie beispielsweise einmal monatlich – zu nehmen“, sagt Kissel. Die Idee: Wer Bio- und Restmüll konsequent trennt, schont die Umwelt und muss nicht mehr bezahlen. Wer allerdings weiterhin alles in die graue Tonne wirft, wird seine bisherige Tonnengröße und das Leerungsintervall behalten müssen – und mehr ausgeben. So macht sich Umweltschutz für die Bürger bezahlt.