Sextäter

18-jähriger Schwarzenbeker in Haft

Schwarzenbek. Der Sextäter, der auf einem Verbindungsweg zwischen Schwarzenbek und Grove zwei Frauen überfallen und sexuell genötigt hat, ist gefasst. Bei dem Festgenommenen handelt es sich um einen 18-jährigen Schwarzenbeker. Er hat gestanden.

13 Tage nach dem Versuch, eine 33-Jährige zu vergewaltigen, klickten die Handschellen. Am Sonntagabend haben Polizisten eine Wohnung in Schwarzenbek durchsucht und einen 18-Jährigen festgenommen. Der junge Mann wohnt noch bei seinen Eltern. Die Fahnder sind sicher: Das ist der äußerst brutale Sextäter, der auf dem Feldweg zwischen Grove und Schwarzenbek zwei Frauen (33 und 72) am 10. September und am 13. August angefallen und sexuell missbraucht haben soll (wir berichteten).

„Bei der Durchsuchung haben wir in der Wohnung Kleidungsstücke sichergestellt, die mit den von den Opfern beschriebenen Sachen bei den beiden Taten übereinstimmen. Außerdem ergab der Abgleich der Spuren an den Tatorten eine Übereinstimmung mit der DNA des Mannes“, sagt Holger Meier, Sprecher der Polizeidirektion Ratzeburg.

Während die Speichelprobe des Mannes beim Landeskriminalamt in Kiel untersucht wurde, haben Fahnder den 18-Jährigen vernommen. Meier: „Der 18-Jährige zeigt sich sowohl hinsichtlich der zweiten Tat als auch der Tat im August geständig.“ Er wurde dem Haftrichter vorgeführt, der die Untersuchungshaft anordnete.

Die Beamten der Geesthachter Kripo, die am Ende auch von Beamten anderer Dienststellen unterstützt wurden, haben seit Mitte August nach dem Vergewaltiger gefahndet. Damals hatte er eine 72-Jährige von hinten angefallen, sie unsittlich berührt und von ihr abgelassen, als sie laut um Hilfe rief. Die zweite Tat am 10. September, fast an derselben Stelle auf dem Feldweg von Grove nach Schwarzenbek, konnten sie nicht verhindern. Doch das 33-jährige Opfer, das den Täter oral befriedigen sollte, lieferte eine perfekte Personenbeschreibung. Das danach gezeichnete Phantombild brachte Erfolg. Ein Zeuge erkannte den Mann. „Wir hatten mehr als 20 Hinweise. Das war der entscheidende Tipp. Die Übereinstimmung mit dem Bild ist verblüffend“, so Meier.

Erleichterung in Grove ist riesengroß - Anwohner trauen sich wieder auf die Feldwege

In den vergangenen Tagen herrschte gespenstische Ruhe zwischen den bis zu drei Meter hoch wogenden Maisfeldern am Grover Weg/Totenweg. Jetzt ist die Erleichterung gewaltig: Der mutmaßliche Sextäter, der zwei Frauen angefallen haben soll, sitzt in der Justizvollzugsanstalt Schleswig in Untersuchungshaft. Am vergangenen Sonntag haben Fahnder den 18-jährigen Schwarzenbeker festgenommen. Er wohnt noch bei seinen Eltern.

Aufatmen auch bei der Polizei: „So ein Fall hat eine ganz andere Qualität als eine Einbruchsserie. Wir haben alle sehr intensiv nach dem Täter gefahndet. Zum Glück mit schnellem Erfolg. Die Verunsicherung vor allem bei den Frauen war sehr groß“, sagt Schwarzenbeks Polizeichef Ernst Jenner. Einige Frauen hätten sich sogar Geräte besorgt, die im Notfall einen sehr lauten Alarmton aussenden.

Möglicherweise hat der mutmaßliche Sextäter aber nicht allein die beiden Frauen (33 und 72) misshandelt, sondern auch andere Spaziergängerinnen belästigt, indem er sie mit anzüglichen Bemerkungen „angemacht“ habe.

Die Anwohner haben die Nachricht von der Festnahme gestern mit großer Erleichterung aufgenommen. „Nun kehrt Ruhe ein. Mir fällt ein Stein vom Herzen“, sagt Adolf Cordes, einer der drei Landwirte, die am Totenweg die Biogasanlage betreiben. „Keine Frau aus Grove ist in den letzten Wochen allein diesen Weg entlanggegangen. Jetzt ist das ausgestanden. Ich hoffe, dass die Frauen, die der Mann überfallen hat, überwinden, was er ihnen angetan hat.“

Auch im Schwarzenbeker Wohngebiet Mühlenkamp, dessen Bewohner täglich die Wege nach Grove zum Spazieren, Laufen und Radeln nutzen, sind erleichtert. Marion Helms hatte sich mit ihrem 17 Wochen alten Havaneser-Rüden „Calli“ immer nur ein kurzes Stück auf den Grover Weg getraut und blieb in der Nähe der Siedlung. „Meine Bekannten haben den Weg ganz und gar gemieden. Ein Glück, dass das jetzt vorbei ist und man sich wieder sicher fühlen kann“, sagt sie.

Andreas Wendt aus Schwarzenbek, der mit seiner Dalmatinerhündin „Bijou“ unterwegs war, ist vorsichtiger: „Es gibt keine Garantie, dass dies nicht wieder passieren kann. Man muss immer umsichtig sein. Ich hatte die Befürchtung, dass sich der Täter bewaffnen wird und dann noch gefährlicher ist“, sagt er.

Britta Dönitz aus dem Mühlenkamp war ganz aus dem Häuschen über die Ergreifung des Täters. „Ich werde gleich eine Radtour machen. Wir haben das Gebiet in den letzten Wochen gemieden, und das ist uns schwer gefallen, weil es eine schöne Gegend ist“, sagt sie. Sie findet es „große Klasse“, dass der junge Mann anhand von DNA-Spuren überführt werden konnte. „Beim Spazierengehen ging die Angst immer mit“, erinnert sie sich. Selbst an ihrem Arbeitsort, dem Gut Lanken, hatten die Bewohner Angst, dass der Täter auch dort Frauen überfallen würde.

„Eigentlich fühlte man sich nirgendwo mehr sicher. Selbst mit meinen großen Hunden habe ich mich nicht getraut, allein loszulaufen“, sagt Martina Daude.

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