Amtsrichterhaus

Ein neues Domizil für die VHS?

Foto: Stefan Huhndorf / Huhndorf

Schwarzenbek. Die Volkshochschule soll in das Amsrichterhaus einziehen. So zumindest sieht die Idee der Schwarzenbeker Stadtverwaltung aus. Ein Vorteil: das Haus am Körnerplatz würde endlich nicht mehr nur am Wochenende genutzt werden. Bürgermeister Frank Ruppert: "Die Idee ist noch ganz frisch."

Erwachsenenbildung im schönen Amtsrichterhaus? Diese Idee ist zunächst einmal ein Gedankenspiel, aber sie hat in mehrfacher Hinsicht einen gewissen Charme. Denn die Stadt kann in erheblichem Umfang Mietkosten einsparen, das Haus Am Körnerplatz wäre endlich nicht mehr nur am Wochenende genutzt und Platz für Kultur bliebe auch noch. Diese Idee hat Dieter Weiß aus der Schwarzenbeker Stadtverwaltung entwickelt und auch gemeinsam mit der für Liegenschaften zuständigen Kämmerin Ute Borchers-Seelig ein erstes Gespräch mit Kathrin Krüger, Leiterin der Volkshochschule, geführt. Peter Klemmer, Vorsitzender der Trägervereins der VHS war allerdings bislang nicht in die Beratungen einbezogen, wie er am Rande der jüngsten Sitzung des Sozial- und Kulturausschusses gegenüber unserer Zeitung sagte.

„Die Idee ist noch ganz frisch. Wir müssen gemeinsam mit der Volkshochschule ein Konzept entwickeln. Die Mitglieder des Freundeskreises sind herzlich dazu eingeladen, sich zu beteiligen. Mit dieser Lösung würde endlich Leben in die Bude kommen“, sagte Bürgermeister Frank Ruppert salopp. Er meint damit die Tatsache, dass das Amtsrichterhaus bislang sowohl unter der Regie der Kulturstiftung als auch unter der des Freundeskreises lediglich nachmittags an den Wochenenden sowie zu einzelnen Veranstaltungen geöffnet war.

Würde die Volkshochschule dort einziehen, wäre die ganze Woche über Betrieb im Haus. Zusätzlich könnte beispielsweise der Freundeskreis Ausstellungen und Veranstaltungen anbieten. Dafür müssen die Mitglieder allerdings erst einmal entscheiden, wie es mit ihrem seit 24 Jahren bestehenden Verein weitergehen soll. Der Freundeskreis hatte Dienstagabend nach Redaktionsschluss seine Mitgliederversammlung, in der es um die Zukunft des Vereins ging. „Wir müssen uns entscheiden, ob es überhaupt Sinn macht, weiterzuarbeiten oder ob wir uns auflösen wollen. Das ist sehr schwierig, weil es immer noch keine klare Aussage gibt, wie es im Amtsrichterhaus weitergehen soll“, sagte der Freundeskreis-Vorsitzende Klaus-Dieter Gottwald im Vorfeld der Sitzung.

Nach Rupperts Einschätzung würde ein Umzug der VHS frühestens zum 1. Januar 2013 zum Tragen kommen. „Wir müssen jetzt erst einmal Ortstermine machen, über das Raumkonzept sprechen und abwarten, ob die VHS einer solchen Lösung zustimmt“, so der Verwaltungschef.

Und als zweiter Bewerber ist schließlich auch noch die Lebenshilfe im Rennen, die ein „Kulturkaffee“ in den historischen Räumen am Körnerplatz 10 einrichten möchte.