Grünanlagen

Wer ist der rätselhafte Rindendieb?

Foto: Marcus Jürgensen / Jürgensen

Schwarzenbek. An mindestens fünf Bäumen im Stadtgebiet fehlt ein Teil der Rinde. Sie wurde sauber mit einem Messer abgeschält. Die betroffenen Bäume sind schwer beschädigt, einige werden vermutlich nicht überleben. Bauhof-Mitarbeiter rätseln über das Motiv des "Rindendiebes".

Die beiden knapp 20 Jahre alten Buchen im Grünstreifen zwischen Fritz-Reuter- und Johann-Adolf-Hasse-Straße tragen schwarz: Jeweils die Hälfte ihres Stammes ist mit einer Kunststofffolie bedeckt. Die schwarze Folie soll verhindern, dass die Bäume austrocknen und sich Schädlinge ins Holz bohren, denn die sonst schützende Rinde ist weg.

„Sie wurde ganz sauber abgeschält. Vermutlich hat der Täter ein Messer benutzt, denn das Holz ist nicht beschädigt“, sagt Bauhof-Chef Michael Timm. Dessen Mitarbeiter hatten den Baumfrevel in den vergangenen Wochen entdeckt. Doch die beiden Bäume sind nicht die einzigen: Auch am Margeritenweg, ebenfalls im Stadtteil Mühlenkamp, fehlt an einem Ahornstamm die Rinde komplett. Gleich daneben, am Weg zum Spielplatz, steht ein Kirschbaum (siehe großes Foto), an dem in etwa einem Meter Höhe ein fünf Zentimeter breiter Streifen Rinde fehlt.

Während Buchen und Ahorn noch eine grüne Krone haben, zeigen sich beim Kirschbaum bereits die ersten Anzeichen einer schweren Schädigung: Die Zweigspitzen sind bereits vertrocknet. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird der Kirschbaum eingehen, ebenso eine Erle am Ende der Markriede im Westen der Stadt. Ahorn und Buchen könnten mit Glück überleben, doch die Chancen stehen nicht gut: Die verbliebene Rinde ist bereits aufgeplatzt.

„Wir hatten vor einigen Jahren schon einmal so einen Fall“, erinnert sich Timm. Auch damals hatte ein Unbekannter Rinde abgeschält. Warum, darüber rätselt Timm noch, denn die Rinde lag neben einigen Bäumen noch im Gras, während sie bei anderen fehlte. Dass Anwohner auf diese Weise für „freie Sicht“ sorgen wollten, schließt Timm aus: Die nächsten Häuser sind 10 bis 15 Meter entfernt, zum Teil sind die dazwischen liegenden Knicks sogar noch höher als die Bäume.

Für die Stadt wird der Baumfrevel hingegen teuer: Rund 2000 Euro würde es kosten, einen Baum in gleicher Größe zu kaufen und einzupflanzen. „Das machen wir natürlich nicht, sondern wir kaufen jüngere Bäume“, sagt Timm. Doch bis die so groß sind, wie die vom „Rindendieb“ geschädigten Bäume, wird es Jahre dauern.