Tierhaltung

Ärger um Hundekot und Leinenpflicht

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Schwarzenbek. Die Beschwerden über unangeleinte Hunde und Kothaufen auf Grünflächen häufen sich im Ordnungsamt. Die kostenfreien Kotbeutel der Stadt werden nur von wenigen Hundehaltern genutzt. Die Stadt appelliert an die Tierhalter, ihren Pflichten nachzukommen.

Wenn Labrador-Mix Tibor* neben der dreijährigen Alina* steht, können sich beide fast in die Augen schauen. Die Dreijährige ist fast einen Meter groß, der Hund nur wenig kleiner, dafür aber mit 30 Kilogramm doppelt so schwer wie das Mädchen. Bei der zufälligen Begegnung der beiden auf dem Spielplatz im Wohnpark Sachsenwald ist zwar nichts geschehen, doch Alinas Mutter war trotzdem entsetzt, als sie das Tier auf ihre Tochter zulaufen sah. Denn der Hundehalter, der seinen Vierbeiner nicht angeleint hatte, folgte erst in einigen Metern Entfernung.

„Wir haben auf Grund derartiger Situationen immer wieder Beschwerden von Anwohnern der Neubausiedlung“, sagt Ordnungsamtsleiter Hans-Jürgen Stribrny und erinnert Hundehalter an die Leinenpflicht. Doch es gibt nicht nur Beschwerden von Eltern über Begegnungen von frei laufenden Hunden mit ihren Kindern, sondern auch über Hundehaufen – auf Spielplätzen sowie ebenfalls auf zum Spielen freigegebenen Grünflächen.

Während im Stadtgebiet die Einhaltung der Leinenpflicht kein Problem darstellt und es auch kaum Kothaufen auf den Bürgersteigen gibt, sei dies etwa auf der Spielwiese am Grover Weg anders. Auch die Grünflächen im Bereich Mühlenkamp – eigentlich als Spielfläche für die dort lebenden Kinder gedacht – seien praktisch nicht mehr zu betreten, sagt Stribrny: „Es gibt eine gewisse Antipathie der Hundehalter, die Hinterlassenschaften ihrer Lieblinge auf Wiesen oder Sandwegen aufzunehmen.“ Dabei stelle die Stadt den Hundehaltern Kotbeutel kostenfrei zur Verfügung und weise auch mit dem Gebührenbescheid der Hundesteuer auf dieses Angebot hin. Die Tüten liegen im Rathaus sowie in den Tier- und Zoohandlungen aus.

Die Leinenpflicht gilt in der Europastadt im Innenstadtbereich sowie in allen Park- und Grünanlagen wie Stadtpark, Sierrepark sowie für die Grünanlagen an der Compestraße, im Mühlenkamp und im Ortsteil Nordost. Auch im Rülauer Forst sind die Tiere an der Leine zu führen und ihre Hinterlassenschaften zu entsorgen. Frei laufen können Hunde hingegen in der Feldmark: Sowohl im Bereich zwischen dem Ortsteil Bölkau und Brunstorf als auch im Norden der Stadt jenseits des Lupusparks sowie im Industriegebiet gilt die Anleinpflicht nicht.

*Namen von der Redaktion geändert

Streit um Hundesteuer

100 Euro zahlt ein Hundebesitzer in Schwarzenbek pro Jahr als Hundesteuer. Für ein zweites Tier werden 172 Euro fällig, für jeden weiteren 220 Euro. Ein laut Gefahrhundeverordnung „gefährlicher Hund“ kostet gar 320 Euro, jeder weitere 600 Euro. Doch diese Gebühren stehen in der Kritik: Die Zeitschrift „Dogs“ ruft gemeinsam mit dem Deutschen Tierschutzverein und weiteren Verbänden zur Online-Abstimmung ( www.dogs-magazin.de ) gegen die Hundesteuer auf. Zwei Rechtsanwälte wollen jetzt gar vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gegen die Steuer klagen (wir berichteten). Wie emotional das Thema diskutiert wird, belegen auch mehr als 30 Kommentare zu dem Artikel auf unserer Internetseite ( www.bergedorfer-zeitung.de/hundesteuer )