Aktivregion

Brüssel: Umsetzung der Förderung ist vorbildlich

Foto: Marcus Jürgensen / Jürgensen

Schwarzenbek. Die Aktivregion Sachsenwald-Elbe zieht eine erfolgreiche Jahresbilanz. Lob kommt auch aus dem fernen Brüssel. Denn in Schleswig-Holstein wird die von der EU vorgegebene Organisationsstruktur zu 98 Prozent erfüllt.

„Die Aktivregionen im Norden arbeiten so erfolgreich, dass Brüssel unser Konzept jetzt sogar europaweit umsetzen will“, blickt Ralf Benno Brassat, Geschäftsführer der Aktivregion Sachsenwald-Elbe auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Das Lob gilt nicht nur für den eigenen Wirkungskreis im Gebiet zwischen Reinbek und Lauenburg, sondern für alle 21 Aktivregionen in Schleswig-Holstein. „Mit unserer Organisationsstruktur erfüllen wir die von der Europäischen Union gesetzten Vorgaben zu 98 Prozent“, sagt Brassat und kann sich einen kleinen Seitenhieb auf die Kollegen im Süden nicht verkneifen: „In Bayern bilden fünf Dörfer eine Aktivregion, im Vorstand sitzen die fünf Bürgermeister und setzten fünf Projekte um – eines für jedes Dorf. So soll es aber nicht sein.“

Dabei ist EU-weit festgeschrieben, dass mindestens 50 Prozent der Mitglieder sogenannte WiSo-Partner sein müssen. Von den 132 Mitgliedern der als Verein organisierten Aktivregion Saschsenwald-Elbe kommen sogar 78 aus dem privatwirtschaftlichen und sozialen Bereich (WiSo), Städte und Dörfer stellen nur 54 Mitglieder. Seit Gründung der Aktivregion im Herbst 2008 wurden vom Vorstand 48 Projekte befürwortet, darunter 12 private und 36 öffentliche. Bei 22 Projekten ist das Geld bereits geflossen. Es wurden aber auch fünf Anträge zurückgezogen und zwei vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und Ländliche Räume (LLUR) abgelehnt.

Das sei ein Risiko, auf das er jeden Antragsteller auch hinweise, erklärt Brassat. Denn ein Antrag allein reicht nicht aus, um an die Fördergelder zu kommen: Das Konzept wird zunächst in der Schwarzenbeker Geschäftsstelle am Markt 3 gründlich überprüft. Wenn der Geschäftsführer der Meinung ist, dass es den Richtlinien entspricht, wird es auf der regelmäßig tagenden Vorstandssitzung der Aktivregion vorgestellt. Kleine Projekte kann der Vorstand aus seinem Grundbudget in Höhe von jährlich 300.000 Euro fördern. Größere Projekte werden als „Leuchtturmprojekte“ an die Landesbehörden weitergereicht und im Beirat der Aktivregionen verabschiedet – sofern sie dort auf Zustimmung stoßen. Brassat: „Selbst wenn wir im Vorfeld alles klären, weiß ich nicht, ob Vorstand oder Beirat Ja sagen. Gegen so eine Ablehnung kann der Antragsteller auch keine Rechtsmittel einlegen – darüber lasse ich aber auch niemand im Unklaren.“

Hat das Projekt alle Hürden genommen, gibt es einen Zuschuss in Höhe von 45 Prozent der förderfähigen Investitionskosten. „Das Geld ist ein Zuschuss, kein Kredit: Der Antragsteller muss es weder zurückzahlen noch werden Zinsen fällig“, so Brassat. Die Chance auf so einen Zuschuss hat auch der Schulverband Müssen genutzt: Auf der letzten Sitzung der Aktivregion wurde die Förderung eines Naturkundehauses beschlossen. 300.000 Euro soll der Bau samt Seminarraum, der von Nabu, Kreisforsten, Tourismusverband und Geopark-Initiative genutzt werden kann, kosten. Davon sollen 123.000 Euro als Zuschuss aus EU-Töpfen fließen. Zur nächsten turnusgemäßen Sitzung treffen sich Vorstand und Mitglieder der Aktivregion Sachsenwald-Elbe am Mittwoch, 11. Januar, in Kröppelshagen.

www.aktivregion-sachsenwald-elbe.eu