Hygiene

Händewaschen gegen gefährliche Viren

Foto: Marcus Jürgensen

Schwarzenbek. Die Schwarzenbeker Altenheime St. Franziskus und Alte Oberförsterei rüsten sich gegen Noroviren und EHEC. Geplant ist ein gemeinsames Hygieneteam.

Im Frühjahr 2009 brach der Norovirus in der Seniorenresidenz St. Franziskus an der Berliner Straße aus. Dass das Virus nicht auch das zur gleichen Firmengruppe gehörende Pflegeheim Alte Oberförsterei am Körnerplatz infizierte, obwohl die Wäsche beider Einrichtungen dort gewaschen wird, lag an der strikten Einhaltung der Hygienepläne, sagt Bärbel Raithel, Leiterin der Seniorenresidenz.

Eine Woche dauerte es damals, die Situation in den Griff zu bekommen, obwohl durch die zeitgleich grassierende Schweinegrippe kaum noch Desinfektionsmittel erhältlich waren. Auch das aktuelle EHEC-Virus löst in den Heimen keine Panik aus. Raithel: „Bei uns ist alles ruhig, die Reinigungskräfte sind gebrieft, selbst die Türgriffe werden desinfiziert.“ Was und in welchem Rhythmus gereinigt wird, ist im Hygieneplan festgelegt.

Jetzt wollen die beiden Seniorenheime ein gemeinsames Hygieneteam gründen, das Kenntnisse und Verhaltensweisen vermitteln und die Qualität der Hygienemaßnahmen kontrollieren soll. Der Wunsch der beiden Heimleiterinnen: Das Team soll nicht auf die beiden Heime beschränkt bleiben, sondern möglichst viele Einrichtungen und externe Dienstleister in einem Netzwerk verbinden. „Das reicht vom Taxifahrer, der weiß, dass er sich beim Betreten des Seniorenheimes die Hände desinfizieren muss, weil er möglicherweise gerade einen erkrankten Menschen zum Arzt gefahren hat, über Fußpflegerin oder Friseurin bis zum Arzt“, sagt Pallasch.

Zu einem ersten Treffen waren jedoch nur fünf externe Teilnehmer erschienen. Das soll sich ändern: Vor dem nächsten Treffen am 7. September wollen die beiden Heimleiterinnen für ihr Projekt werben, planen einen öffentlichen Vortrag zu Hygiene. Raithel: „Vom Norovirus ist Schwarzenbek oft betroffen. Es wäre doch toll, wenn wir das durch bessere Information verhindern könnten.“