1000 Arbeitsplätze

Chinese investiert 50 Millionen

Schwarzenbek/Haimen. Es ist die bisher größte Investition aus dem Reich der Mitte im Norden: 50 Millionen Euro will Unternehmer Zhonghui Zhu in Schwarzenbek investieren.

Am Freitag unterzeichneten der Unternehmer, der in der Hafenstadt gerade ein Wohn- und Einkaufszentrum für umgerechnet 1,3 Milliarden Euro baut, einen Vertrag für ein Großhandels- und Distributionszentrum für Heimtextilien. Angedachter Standort: die Grabauer Straße.

Im dem Vertrag verpflichtet sich Zhu, der bereits die European Textile Center GmbH (ETC) gegründet hat, die Flächen zeitnah zu erwerben. Zugleich wird die Stadt binnen kürzester Frist für das Gelände einen Bebauungsplan auflegen. Das Center, dem später auch ein Hotel und ein Veredelungsbetrieb für Heimtextilien angeschlossen werden soll, wird in drei Schritten errichtet.

„Zhu wollte bereits Ende 2011 eröffnen. Das geht in China, aber nicht bei uns“, erklärt der städtische Wirtschaftsförderer Andreas Thiede, der den Deal eingefädelt hat. Jetzt soll – ebenso ambitioniert – Ende 2012 der erste Teilabschnitt des Großhandelszentrums stehen. Einmal fertiggestellt, werden auf 60.000 Quadratmetern bis zu 300 Hersteller ihre Kollektionen Großkunden und Wiederverkäufern präsentieren. Und: Durch das Center könnten mehr als 1000 neue Arbeitsplätze entstehen. „Für eine dauerhafte Aufnahmegenehmigung muss ein chinesischer Unternehmer in Deutschland mindestens 250.000 Euro investieren und fünf Arbeitsplätze schaffen“, erläutert Thiede seine Rechnung.

„Schwarzenbek wird sein Gesicht verändern“, ist sich Ruppert sicher. Ministerpräsident Peter Harry Carstensen umschrieb es weniger nüchtern: „Haimen heißt übersetzt das Tor zum Meer. Das Wasser kommt jedoch manchmal auch aus kleinen, schwarzen Bächen. Wir hoffen, dass Schwarzenbek zu Chinas Tor zum Norden wird.“

Dass die Partnerschaft Vorbild für weitere Kooperationen im Norden sein wird, erwartet Li Rong Zhang, im chinesischen Außenministerium zuständig für die Provinz Jiangsu.

Während der Ministerpräsident mit dem Empfang in Haimen am Freitag seine einwöchige China-Reise beendete, setzt die Schwarzenbeker Gruppe ihre Rundreise noch fort und kehrt erst am kommenden Freitag zurück.