Theater

Wenn der Mann abstürzt...

Foto: Monika Retzlaff

Schwarzenbek. Mühevoll hat sie ihn perfekt auf ihre Bedürfnisse getrimmt und dann passiert es: Der Mann stürzt ab, bleibt regungslos stehen.

„Da hilft nur noch ein Neustart. Hast du zwischengespeichert“, will die eilig zur Hilfe gerufene Freundin wissen. Natürlich wurde nicht zwischengespeichert und zwei Jahre Programmierung des Mannes waren vergeblich.

Nicht nur bei dieser Szene hatten Alexander Wiebke, Susanne Hilger und Wiebke Bischoff die Lacher auf ihrer Seite. In den 23 Sketchen beim „Kulinarischen Theaterabend“ der VHS-Theatergruppe im Festsaal der „Alten Meierei“ ging es um den alltäglichen Wahnsinn, frivole Bettgeschichten und Spaßiges zum Thema „Zweisamkeit“.

Mehr als 120 Gäste kamen zur letzten der vier Vorstellungen, etwa 500 waren es insgesamt in dieser Saison.

Sketche und Gaumenfreunden servierten die 13 Schauspieler und Mitwirkenden des VHS-Ensembles, das 1961 aus der Laienbühne Schwarzenbek hervorging und in der Sketche sowie Kleinkunst eine lange Tradition haben. Auch außerhalb der Saison spielen die Theaterleute jedes Jahr kurze Stücke und Comedy bei Veranstaltungen und Messen.

Restaurantchef Detlef Zingler, der als Ensemble-Mitglied auch in einigen Sketchen mitmachte, brachte auch dieses Mal ein Vier-Gänge-Menü auf den Tisch: Gemüsecremesuppe, Hähnchenbrust mit Spinatfüllung, Pangasiusfilet, Schweinebraten mit Lachs gefüllt und zum Dessert Zitronencreme.

Das leckere Essen stimmte fröhlich und die Darbietung noch mehr. Die Schauspieler agierten mit großer Freude. Die Mimik, Abläufe und Bewegungen waren perfekt eingeübt und wirkten dennoch leicht. So zeigten (Daniel Schmidt), der seine Leute vergeblich auf eine geheime Sitzung einschwört, Stefan Becker als Bettenverkäufer, der beim Testschlafen sein Bestes gibt oder Ralf Dmoch, der einen sehr peinlichen Restaurantbesuch erlebt, dass Comedy anspruchsvoll sein kann. Sie könnten manchen Comedy-Fernsehstar ins Abseits stellen. Dafür und auch für die Requisite gab es viel Beifall. Die kleine Bühne im Saal musste nach jedem Sketch komplett umgebaut werden. Allein das Bett, in dem sich viele Szenen abspielten, wurde zwölf Mal auf die Bühne und wieder herunter getragen.

„Wir machen den Bühnenaufbau selbst. Das Bett haben wir auch gebaut, denn es musste leicht sein und trotzdem mindestens drei Leute aushalten“, sagte Schauspieler Alexander Wiebke. Die lockere und entspannte Art des Ensembles, das seit 2003 im zweijährigen Wechsel mit einer klassischen Inszenierung zum „Kulinarischen Abend“ einlädt, sprang auf die Gäste über. „Das hat sich gelohnt“, sagten viele, die zu guter Letzt Tiramisu und Rote Grütze verspeisten.