Holzhaus Cesenaticostraße

Bauen Jugendliche ihr Stadtteilzentrum selbst?

Foto: Marcus Jürgensen

Schwarzenbek. Es war ein Flüchtlingsheim, wurde vom Bauhof genutzt und dient seit 1999 als Quartier für die Jugendarbeit im Stadtteil Nordost: das Holzhaus an der Cesenaticostraße direkt neben der Verbandsschule.

Fast 400 000 Euro würde ein schon seit langem geforderter Neubau kosten, rund 170 000 Euro eine kostengünstigere Variante, über die heute um 19.30 Uhr in der Sitzung des Sozialausschusses entschieden werden soll: Unter Anleitung eines erfahrenen Zimmerermeisters sollen Jugendliche ihr Haus selber bauen.

Ordnungsamtsleiter Hans-Jürgen Stribrny hat bereits positive Gespräche mit dem Bildungszentrum Hohegeest der Arbeiterwohlfahrt (Awo) aus Lauenburg geführt, die Träger des Projekts sein könnten. Zustimmung haben auch die Arge sowie die Kreishandwerkerschaft signalisiert. Als Projektleiter ist Zimmerermeister Andreas Sens, den Schwarzenbekern auch als Organisator der Aral Open-Konzerte bekannt, vorgesehen. Er soll mit Jugendlichen im Rahmen einer Qualifizierungsmaßnahme das Haus bauen. Land und Kreis würden das Projekt mit bis zu 20 Prozent fördern, die Awo die Personalkosten fast vollständig übernehmen und lokale Handwerksbetriebe das Projekt mit Elektro-, Sanitär- und Malerarbeiten unterstützen.

Eine Ersatzlösung durch Räume in der Verbandsschule sei zurzeit nicht möglich, erklärte die kommissarische Schulleiterin Liane Meier. Sie betonte jedoch, wie wichtig die Einrichtung der Jugendpflege sei, die auch von Schülern und Lehrern genutzt werde.

Bereits am 2. September hatte die Stadtverordnetenversammlung mit 21 Ja-Stimmen und einer Enthaltung das Projekt befürwortet. Die Idee geht auf eine Initiative der Stadtverordneten Susanne Heyer-Borchelt (SPD) zurück: 2004 hatte die Kommunalpolitikerin das Projekt ausgearbeitet und sich bei "startsocial" beworben. Die bundesweite Initiative fördert soziale Projekte und Ideen und urteilte über das Konzept: "Hier liegt eine hervorragende Idee zu Grunde." Immerhin leben in Nordost und dem angrenzenden Mühlenkamp fast zwei Drittel der 4827 Kinder und Jugendlichen der Europastadt.

Ob während der heutigen Sozialausschuss-Sitzung im Festsaal des Rathauses der Startschuss für das Projekt gegeben wird, ist jedoch noch nicht sicher. Bedenken gibt es offenbar auf Seiten der CDU. Heyer-Borchelt: "Eigentlich können die Christdemokraten dieses Projekt gar nicht ablehnen, vor allem nach den Ausführungen ihres Bürgervorstehers während des Neujahrsempfangs zur Jugendkriminalität."