An der A 24

Positives Signal für neues Gewerbegebiet Büchsenschinken

Das neue Gewerbegebiet zwischen Büchsenschinken und Witzhave könnte im rot markierten Bereich nahe der A-24-Anschlussstelle Witzhave und der Möllner Landstraße entstehen.

Das neue Gewerbegebiet zwischen Büchsenschinken und Witzhave könnte im rot markierten Bereich nahe der A-24-Anschlussstelle Witzhave und der Möllner Landstraße entstehen.

Foto: Hasse / Info-Grafik

Zwischen Büchsenschinken und Witzhave soll an der A 24 ein neues Gewerbegebiet entstehen. Die Politiker haben bereits zugestimmt.

Reinbek. Freie Gewerbegrundstücke in Reinbek sind nicht vorhanden, doch die Nachfrage ist hoch. „Allein bei örtlichen Unternehmen gibt es Bedarf von 10 bis 12 Hektar Gewerbefläche“, sagt Michael Pohle, der Beauftragte für Wirtschaftsförderung der Stadt. Unternehmer mit dem Wunsch einer Neuansiedlung müssen sich hinten anstellen. Pohle: „Reinbek befindet sich in einer dynamischen Wirtschaftsregion.“ Wie eine durch Kiel in Auftrag gegebene Studie zeigt, werden bis 2030 allein in Stormarn weitere 152 Hektar Gewerbeflächen benötigt. Die Hauptnachfrage konzentriert sich auf Hamburgs Speckgürtel.

Das zuletzt erschlossene Gewerbegebiet am Senefelder Ring ist ausgereizt. Aktuell sind knapp 2600 Firmen in der Stadt gemeldet, vom Ein-Personen-Unternehmen bis hin zu Big Playern wie Amandus Kahl und Allergopharma. Branchenschwerpunkte sind Druck und Papier, Pharma und Medizin, Maschinen- und Anlagenbau, Großhandel, Logistik und unternehmensbezogene Dienstleistungen.

Im Hamburger Speckgürtel ist der Hunger nach Gewerbeflächen riesig

Um dem hohen Flächenbedarf in Reinbek gerecht zu werden, wird mit dem Stadtteilkonzept für Schönningstedt im Haidland eine ortsverträgliche Erweiterung des Gewerbegebiets geplant. Reinbeks Politiker beschlossen im jüngsten Bauausschuss zudem einstimmig, den Bürgermeister zu beauftragen, ein gemeinsames Gewerbegebiet mit der Gemeinde Witzhave auf den Weg zu bringen. Hintergrund ist die Neuaufstellung der Regionalplanung des Landes Schleswig-Holstein und die Fortschreibung des Landesentwicklungsplans. Der Landesentwicklungsplan hat vor allem den Hamburger Speckgürtel als dynamische Wirtschafts- und Wachstumszone im Blick.

„Der Standort ist prädestiniert für ein Gewerbegebiet, mit der unmittelbaren Nähe zur Autobahnauffahrt. Große Wohngebiete sind in unmittelbarer Nähe auch nicht vorhanden“, so Pohle. Der Wirtschaftsbeauftragte betont, es handele sich bei dem ins Auge gefassten Areal (auf der Grafik rot umkreist) an der A-24-Anschlussstelle Witzhave sowie nördlich der Möllner Landstraße in Büchsenschinken um einen „großflächigen Suchraum“: Bisher stehe das Projekt noch ganz am Anfang und es sei noch völlig unklar, in welchem Ausmaß hier gebaut werden könnte. Zumal der Grund sich in Privatbesitz befindet, derzeit landwirtschaftlich genutzt wird.

Gewerbegebiet soll mit Grünstreifen versehen, Gebäudehöhen begrenzt werden

Klar ist, dass zumindest die Gemeinde Witzhave, die Stadt Reinbek sowie die Politiker des Bauausschusses dem Vorhaben positiv gegenüberstehen. Erste Gespräche führten die Kommunen im Juni 2019. Witzhave äußerte einige konkrete Wünsche. So soll das künftige Gewerbegebiet zur L 94 (Möllner Landstraße) mit einem Grünstreifen versehen und die Gebäudehöhen an der Straße begrenzt werden. Die moderate Höhe begrüßt die FDP, erklärte Volker Dahms im Bauausschuss. Die Liberalen wollen an dem Standort trotz naher Autobahnanbindung keine Logistikunternehmen.

Am Donnerstag, 24. September, haben Reinbeks Stadtverordnete das Wort. Folgen sie dem Beschluss des Bauausschusses, so steigt die Stadt Reinbek in den Planungsprozess für das Gewerbegebiet ein. Die Planung wird dann in das Gewerbeentwicklungskonzept des Kreises Stormarn und schließlich in den Regionalplan des Landes Schleswig-Holstein aufgenommen.

Enge interkommunale Zusammenarbeit mit Witzhave

Alle weiteren Schritte werden in „enger interkommunalen Zusammenarbeit“ mit Witzhave geplant, so der Wirtschaftsbeauftragte der Stadt Reinbek. Das Gewerbeentwicklungskonzept des Kreises soll bis Ende des Jahres vorliegen.