Kletter-Aktion

Schnurstracks in die Takelage – mit Blick auf die „Peking“

Die Viermaststahlbark „Peking“ läuft am Montag von der Peters Werft in Wewelsfleth in den Hamburger Hafen ein.

Die Viermaststahlbark „Peking“ läuft am Montag von der Peters Werft in Wewelsfleth in den Hamburger Hafen ein.

Foto: Stifung Hamburg Maritim

Aumühler Kletterpark organisiert Touren in die Takelage des Museumsschiffes Rickmer Rickmers. Montag ein besonderes Highlight geplant.

Aumühle/Hamburg. Der Blick ist spektakulär: Jeden Sonnabend organisiert der Kletterpark „schnurstracks Aktiv“ in Aumühle seit 2014 Touren in die Takelage des Museumsschiffes „Rickmer Rickmers“. „Das Panorama ist schon ein ganz besonderes“, schwärmt Telse Reimann, Mitarbeiterin von schnurstracks Aktiv. „Der Blick über die Dächer, auf den Michel und natürlich auf den Hafen.“

Für diesen Montag zwischen 15 und 19 Uhr, während der frisch restaurierte Viermaster „Peking“ in seinen Heimathafen Hamburg einläuft, setzt der Aumühler Kletterpark jetzt noch einen drauf: eine Kletter- und Spendenaktion auf der „Rickmer Rickmers“ mit perfektem Blick auf die Heimkehr der „Peking“.

Segler für 38,5 Millionen Euro restauriert

Der einstige Frachtsegler kehrt nach 88 Jahren in den Hamburger Hafen zurück, um dort als Museumsschiff festzumachen – ein Abschied von der Seefahrt. Das Schiff, das 1911 bei Blohm und Voss vom Stapel lief, wird Teil des neuen Deutschen Hafenmuseums. Das Einlaufen der Viermaststahlbark wird ein maritimes Großereignis, das sich unter anderem auch Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) nicht entgehen lässt.

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Im Juli 2017 wurde die „Peking“ aus New York in einem schwimmenden Trockendock nach Deutschland überführt. Der einst schnellste Segler der Welt war nicht mehr seetüchtig. Seitdem wurde er in der Peters-Werft in Wewelsfleth restauriert. Kosten: 38,5 Millionen Euro. Diese trägt der Bund.

Bis 2017 lag die Peking in New York

Ab 1912 transportierte die Bark, die rund 5300 Tonnen Ladung fasst, Salpeter aus Chile. Auch nach dem Ersten Weltkrieg setzte die Reederei F. Laeisz die „Peking“ als Frachtsegler auf der Hamburg-Chile-Route ein. Insgesamt 34 Mal umrundete das Schiff das legendäre Kap Hoorn an der Südspitze Südamerikas. Doch die Konkurrenz durch die Dampfschifffahrt wuchs, die Frachtsegler waren immer weniger rentabel. 1932 trennte sich die Reederei von der „Peking“, verkaufte das Schiff nach England. Dort lag es unter dem Namen „Arethusa“ als stationäres Schulschiff in Upnor vor Anker. Da das Schiff nicht mehr in See stach, wurde es im Gegensatz zu etlichen anderen Großseglern nicht modernisiert.

1974 verkaufte der britische Eigner das Schiff an das South Street Seaport Museum nach New York. Dort lag es unter seinem ursprünglichen Namen „Peking“ als Museumsschiff auf dem East River und verfiel zusehends – bis 2017 ein Käufer gefunden war.

Klettern in den Wanten im 30-Minuten-Takt

Bei der Aktion „Klettern und Spenden“ können Klettermutige in den Wanten der „Rickmer Rickmers“ aus 35 Metern Höhe nun gleich zwei Großsegler bewundern und direkt erleben – und das für einen guten Zweck. Klettern vor, während oder nach dem Einlaufen können jeweils zwei Kletterer im 30-Minuten-Takt erleben. Kosten: ab 56 Euro plus Spende. Die Zeit um 17.30 Uhr ist bereits ausgebucht. Um 17 Uhr macht der Windjammer zuerst zur Begrüßung am Anleger Blankenese fest. Um 18 Uhr soll er die Landungsbrücken passieren, um 19 Uhr folgt das Anlegemanöver im Hansahafen. Alle Spenden und Klettereinnahmen unterstützen das Museumsschiff „Rickmer Rickmers“. Anmeldungen online unter www.teamevent.de/teamaktionen-1/klettern-spenden/ oder unter Telefon 04104/907 15 11.

Telse Reimanns Kollegen durften sogar schon einmal in die Wanten der „Peking“ klettern. „Dort einmal Klettertouren anbieten zu können, das wäre ein Traum“, schwärmt die Mitarbeiterin des Klettergartens.