Sicherheit zum Schulstart

Einschulung in Reinbek ohne Singen und mit Abstand

Mit Ranzen und Schultüte starten am kommenden Mittwoch wieder die ABC-Schützen ihren ersten Schultag.

Mit Ranzen und Schultüte starten am kommenden Mittwoch wieder die ABC-Schützen ihren ersten Schultag.

Foto: Moritz Frankenberg / dpa

Die Reinbeker Grundschulleiter wollen ihren ABC-Schützen einen schönen Tag bescheren und sorgen für die Sicherheit an den Schulen.

Reinbek/Wentorf. Nicht nur die Kinder, die am Mittwoch, 12. August, eingeschult werden, sind zurzeit aufgeregt: Auch Katrin Rabe, Leiterin der Grundschule Klosterbergen, ist schon sehr gespannt. „Wir sind in freudiger Erwartung“, sagt sie lächelnd. Sie möchte, dass sowohl die 68 ABC-Schützen als auch deren Eltern eine „ordentliche Einschulungsfeier“ bekommen – auch wenn zu Zeiten der Corona-Pandemie alles etwas anders verlaufen wird. Masken brauchen die Kinder in Schleswig-Holstein zwar nicht zu tragen, doch Hygiene- und Abstandsregeln gelten auch hier. Ausgenommen vom Sicherheitsabstand sind allerdings Schulkinder innerhalb einer Kohorte.

In Schleswig-Holstein wird der Unterricht in Kohorten organisiert, also in Gruppen, die größer als der Klassenverband sind. Ihre Kohorte definiert jede Schule selbst. Die befragten Reinbeker Grundschulen haben die Jahrgänge als ihre Kohorten bestimmt. Diese Kohortenbildung ist eine Gratwanderung zwischen Unterrichtsorganisation und Minderung des Infektionsrisikos innerhalb der Schule. So bilden also auch die ersten Klassen in Reinbek jeweils eine Kohorte.

Einschulungsfeiern in Videokonferenzen besprochen

Schulleiterin Katrin Rabe, ihre Kollegin Karen Schmedemann von der Grundschule Mühlenredder und die Pastoren der Kirchen haben die Einschulungsfeiern in einer gemeinsamen Videokonferenz abgestimmt. Beide Grundschulen sind dreizügig. Das heißt zu den 200 Kindern am Mühlenredder und zu den 246 am Klosterbergen kommen noch 60 und 68 Erstklässler hinzu. Sie und ihre Eltern werden am Mittwoch, 12. August, klassenweise an ihren Grundschulen begrüßt. „Wir machen alles in drei Schichten“, erzählt Karen Schmedemann. „Um 8.30 Uhr geht es mit dem ersten Einschulungsgottesdienst für die 1a los, um 9.30 Uhr werden sie bei uns in der Turnhalle begrüßt.“ Anders als sonst dürfen diesmal allerdings nicht „Kind und Kegel“ mit dabei sein. An allen Reinbeker Grundschulen dürfen allein die Eltern ihre neuen Schulkinder begleiten. An der Gertrud-Lege-Grundschule überlegt die Schulleitung, ob auch noch Geschwisterkinder mitkommen dürfen.

Dort gibt es am 12. August zwar sogar vier Feiern, denn Schulleiter Christian Naterski erwartet 86 Erstklässler, sodass die Einrichtung 341 Schüler zählen wird. Aber die Neuankömmlinge werden in der Begegnungsstätte Neuschönningstedt am Querweg 13 empfangen. Der Sicherheitsabstand von 1,50 Meter zwischen den Familien muss an jeder Schule gewahrt bleiben. Doch in der BeGe ist mehr Platz als in der Turnhalle Mühlenredder oder in der Aula am Klosterbergen. „Wir haben jeweils eine Dreiviertelstunde Zeit für jede Klasse“, berichtet Schulleiter Christian Naterski. „Eine vierte Klasse hat ein paar Sketche für sie einstudiert, bevor sie von mir begrüßt werden. Nach der Feierstunde gehen die Lütten mit ihren Lehrern in die Klasse, während die Eltern außerhalb des Schulgeländes auf sie warten. Diesmal dürfen wir sie leider nicht auf den Pausenhof einladen und bewirten“, bedauert der Schulleiter. Wegen der engen Taktung gebe es auch keinen Einschulungsgottesdienst nebenan. „Pastor Stephan Ritthaler und Jugenddiakon Thomas Hüttmann überlegen sich noch etwas“, weiß Naterski.

Eltern müssen bestätigen, dass Kinder keine Symptome haben

Auch an den anderen Grundschulen wird daran getüftelt, den ersten Schultag möglichst schön zu gestalten. „Ich habe noch ein Video von einer Aufführung, das ich den Familien per Beamer zeigen werde“, berichtet Katrin Rabe. Sie möchte es Eltern auch ermöglichen, einen Blick in das Klassenzimmer ihrer Kinder zu werfen. Ihre Kollegin Karen Schmedemann sagt: „Unsere Viertklässler rappen und tanzen für ihre neuen Mitschüler.“

Dass ihre Kinder gesund sind und keine Grippe-Symptome haben, müssen Eltern vor der Einschulung schriftlich bestätigen. Das legt auch ein Brief aus Bildungsministerium des Landes an die Eltern fest. Die unterschriebene Belehrung sollen die Kinder in ihrer ersten Unterrichtswoche in der Schule abgeben.

Schüler sollten auch in Freizeit nur Kontakt zu Kindern der Kohorte halten

Um das Infektionsrisiko zu begrenzen, müssen die Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden. Eine Maskenpflicht gibt es in Schleswig-Holstein nur für Besucher. Reiserückkehrern ab der sechsten Klasse wird empfohlen, für zwei Wochen im Unterricht einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Auf Korridoren, in Mensen und Pausenräumen sollten möglichst alle eine Maske tragen. Schüler sollten sich in der Schule und in der Freizeit nur innerhalb ihrer Kohorte begegnen, um eine Infektion auf diese Gruppe zu begrenzen. Bricht dass Virus aus, bleibt zunächst die betroffene Kohorte zu Hause. Dieses Prinzip ermöglicht es auch, dass zumindest in Neuschönningstedt und am Klosterbergen alle gleichzeitig Pause machen können. Dafür sind die Schulhöfe in Abschnitte für jede Kohorte aufgeteilt.

Auch wenn Gäste eine Maske tragen müssen, bei jedem Wechsel die Stühle desinfiziert werden müssen und diesmal keine fröhlichen Einschulungslieder gesungen werden dürfen: „Es wird trotzdem ein wunderschöner Tag“, verspricht Karen Schmedemann. „Für uns Lehrer ist es zwar alles komisch. Aber für die Erstklässler und ihre Eltern ist sowieso alles neu.“

Gottesdienste für Wentorfer Schüler

Die Wetteraussichten versprechen eine sonnige Einschulung am kommenden Mittwoch, 12. August. Dass die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Gottesdienste unter freiem Himmel organisiert – umso besser. Die Wentorfer ABC-Schützen und ihre Familien sind zu drei Terminen auf der Burgbergwiese an der Straße Am Burgberg eingeladen. Damit die Schüler sich besser aufteilen können, startet der erste Einschulungsgottesdienst um 9.30 Uhr, danach geht es um 10.30 und um 11.30 Uhr weiter. Schüler und ihre Familien sollten zu Fuß oder mit dem Fahrrad kommen. Das Parken an der Straße Am Burgberg ist nicht erlaubt, die nächsten Parkmöglichkeiten sind am Friedhof Petersilienberg 11 und auf dem Parkplatz beim Rathaus.