Bürgermeisterwahl

94 Prozent der Wähler haben für Björn Warmer gestimmt

Björn Warmer und seine Frau Katja (41) erwarteten die Ergebnisse aus den neun Wahllokalen am Sonntag gespannt. Sohn Mattheo (4, hinten) war währenddessen mit dem Spielen beschäftigt. Von seinen Unterstützern gab es für Björn Warmer neben Blumen auch eine Torte.

Björn Warmer und seine Frau Katja (41) erwarteten die Ergebnisse aus den neun Wahllokalen am Sonntag gespannt. Sohn Mattheo (4, hinten) war währenddessen mit dem Spielen beschäftigt. Von seinen Unterstützern gab es für Björn Warmer neben Blumen auch eine Torte.

Foto: Ann-Kathrin Schweers / BGZ

Reinbek steht hinter seinem Bürgermeister Björn Warmer. Als einziger Kandidat holte er Sonntag 26,65 Prozent der Wahlberechtigten an die Urne.

Reinbek. Auf weitere sechs turbulente Jahre: Björn Warmer (SPD) ist am Sonntag mit 93,7 Prozent und 5622 Stimmen als Reinbeker Bürgermeister bestätigt worden. Die Wahlbeteiligung lag bei 26,65 Prozent. Mit 32,5 Prozent wählten die meisten Reinbeker in der Grundschule Schönningstedt, die geringste Wahlbeteiligung zählte das Lokal in der Begegnungsstätte Neuschönningstedt (17,55 Prozent).

Kampf gegen Windmühlen

Als die letzten Ergebnisse um 19.21 Uhr eintrudelten, fiel auch die Anspannung vom Amtsinhaber. „Selbstverständlich hätte ich mir eine höhere Wahlbeteiligung gewünscht. Aber sie ist realistisch“, sagte Warmer. Der Corona-Wahlkampf sei eben ein „Kampf gegen Windmühlen“ gewesen. Um dem einzigen Kandidaten zu gratulieren, waren hauptsächlich Lokalpolitiker und Mitarbeiter aus dem Rathaus gekommen.

Sechs Jahre lang „Sturm und Drang“

Wären die vergangenen sechs Jahre als Bürgermeister in Reinbek das Kapitel eines Buches, so würde Björn Warmer den Titel „Sturm und Drang“ wählen. Ein neuer Verwaltungschef, der beginne erst nach ein bis zwei Jahren damit, Impulse in seiner Stadt zu setzen – das zumindest hatte Warmer einmal gehört. Schnell lernte er, dass Reinbek da eine Ausnahme macht.

Knapp fünf Wochen nach seinem Amtsantritt wurde der 45-Jährige mit der Flüchtlingskrise konfrontiert, musste sich den Fragen stellen, wie Hunderte Menschen in Reinbek untergebracht und integriert werden können. „Nach 50 Tagen war ich nur noch am Rennen“, erinnert er sich. Die Situation habe Reinbek dann letztlich „hervorragend bewältigt.“

In Reinbek bewegt sich etwas

Nun ist der Wentorfer Familienvater gespannt darauf, was in den kommenden sechs Jahren auf ihn zukommen wird. „In Reinbek bewegt sich besonders viel“, weiß er aus Erfahrung.

Ganz vorn mit dabei sind die vielen Investitionen, die in den Schulen und Kitas der Stadt anstehen. „Die Lernlandschaft verändert sich rapide“, sagt Warmer. Nicht nur die Digitalisierung ist in vollem Gange, auch die Sanierung des Schulzentrums Mühlenredder – eines der Projekte, das die Stadt durch den Asbestfund im Jahr 2018 nur so überrollt hat.

Zwei Drittel der Investitionen in Schulen

„Und auch über die Sachsenwaldschule müssen wir sprechen. Durch die Rückkehr zu G9 ist Raumbedarf entstanden, den wir händeln müssen“, so Warmer. Dass Schulen in Reinbek Top-Thema sind, ist für den Verwaltungschef klar.

Das ist auch im Finanzplan der Stadt für die kommenden Jahre abzulesen. Bald zwei Drittel der Investitionen fließen in die Schulen, berichtet der Bürgermeister.

MIllionenbetrag für das Rathaus

Ein weiterer Millionenbetrag ist bereits seit den ersten Jahren seiner Amtsperiode im Haushalt verankert, nämlich für das Rathaus. Eine Renovierung sowie Neuausrichtung des Hauses stehen an.

Auch mit der Neuaufstellung der Feuerwehr hatte Björn Warmer sich bereits 2014 befasst. Ewige Debatten fanden in seiner Amtszeit ein Ende: „Ich bin froh, dass wir eine Entscheidung für die Feuerwehren getroffen haben.“ Für 2021 ist der Baustart am Mühlenredder geplant.

Feuerwehren dürfen hoffen

„Ein weiteres Riesenprojekt sind Planungen für eine neue Sportanlage im Reinbeker Norden.“ Die Jahre im Amt haben Björn Warmer viel gelehrt. Vor allem, dass nichts vorhersehbar ist. Rückblickend ist er stolz auf die Richtung, die Reinbeks Schullandschaft nimmt.

Und noch immer ärgert ihn eines: Das Verkehrschaos an der Schlossstraße. Und vor allem die schlechte Abstimmung mit dem Land Schleswig-Holstein.

Entwicklungskonzeopt für Schönningstedt

Kommunikation steht für Björn Warmer ganz oben. Deshalb freut er sich auch auf das Stadtteilentwicklungskonzept für Schönningstedt, wo die Bürger von vornherein einbezogen werden.

Ein Negativbeispiel sei dagegen das einst geplante Hochregallager im Gewerbegebiet gewesen, das eine Bürgerinitiative letztlich verhinderte. „Anders als damals wird es nun eine ergebnisoffene und transparente Bürgerbeteiligung geben.“ Das Projekt komme nach den Sommerferien ins Rollen.

Dynamiker hat passendes Feld gefunden

Ganz sicher wird es für Björn Warmer in den kommenden sechs Jahren nicht langweilig. Aber das ist der Verwaltungschef in der Stadt im Grünen auch nicht anders gewohnt, der sich selbst als „Dynamiker“ beschreibt: „In Reinbek habe ich ein passendes Feld gefunden.“