Nachhaltigkeit

Klimafreundlicher Tausch: Edelstahl- gegen Plastikbecher

Patrick Jung tauscht mit seiner Tochter Paulina (6) die Becher aus. Emilia Rosin (6, von rechts), Justus Zwahr und Stella Sternhagen, bringen die alten Plastikbecher ihrer Kita-Gruppe, die recycelt werden. Sie stehen vor der insektenfreundlichen Blühwiese, die die Eltern angelegt haben.

Patrick Jung tauscht mit seiner Tochter Paulina (6) die Becher aus. Emilia Rosin (6, von rechts), Justus Zwahr und Stella Sternhagen, bringen die alten Plastikbecher ihrer Kita-Gruppe, die recycelt werden. Sie stehen vor der insektenfreundlichen Blühwiese, die die Eltern angelegt haben.

Foto: Susanne Tamm

Der Round Table 41 Sachsenwald fördert Umweltschutzerziehung im Kindertagesstätten-Alltag. Die Kita Schönningstedt ist dabei.

Reinbek. Die Ära der angeblich unverwüstlichen Plastikbecher ist vorbei – zumindest in der Kita Schönningstedt. Denn der Round Table 41 Hamburg Schleswig-Holstein spendete jetzt 60 Edelstahlbecher an die Einrichtung und nahm die herkömmlichen Kunststoffbehälter gleich mit. „Die sammelt unser Round Table aus Eckernförde ein und recycelt sie zu Parkbänken“, berichtete Patrick Jung. Er hatte den Kontakt hergestellt, da seine Tochter Paulina (5) ebenfalls den Kindergarten Schönningstedt besucht.

„Wir haben für diese Aktion in Kindergärten unserer Region unseren gesamten Jahres-Etat von 370 Euro gegeben“, sagt Patrick Jung. „Denn unsere Kinder sind alle im Kindergartenalter.“ Die Becher aus Edelstahl seien quasi unzerstörbar, geeignet für die Spülmaschine und somit sehr hygienisch sowie stapelbar. „Außerdem sind sie frei von Weichmachern oder ähnlichen Schadstoffen und geben keinen Abrieb wie Mikroplastik an die Umwelt ab“, ergänzt Birte Rehmeyer, Leiterin der städtischen Kita.

Ein Becher für jedes Kind

Sie freut sich sehr über die Spende. Nun bekommt jedes Kind einen neuen Becher – ausgenommen der Krippenkinder. „Denn ihre Finger sind noch zu klein, sie brauchen einen Henkel“, erläutert Birte Rehmeyer. Ihr gefällt auch, dass die alten Becher nicht einfach in den Müll wandern, sondern für ein konkretes Projekt weiterverwertet werden. „Das ist eine schöne Inspiration dafür, das meiste für den Klimaschutz herauszuholen, was möglich ist“, sagt Reinbeks Klimaschutzmanagerin Estrella Piechulek dazu.

Dem Thema Nachhaltigkeit steht sie generell sehr offen gegenüber und freut sich über jeden Ansatz in Sachen Klima- und Umweltschutz, den sie in der frühkindlichen Bildung vermitteln kann. „Wir haben bei uns sehr viel Platz, deshalb konnten wir unter anderem auch eine große Blühwiese aussäen. Die war Teil unseres Elternprojekts“, erzählt sie. Sie sind an einem Wochenende mit Rüttler und Mini-Bagger angerückt und haben einen achtförmigen Parcours für den Fuhrpark der Kita angelegt. Die aufgeworfene Muttererde ließen sie einfach stehen und säten auf dem einen Hügel eine Wiese aus, die die Kinder auch betreten dürfen, auf dem anderen eine Futterwiese für Insekten, die jetzt blüht und gedeiht. „Viele Kinder stehen dort einfach davor und staunen“, erzählt die Kita-Leiterin. „Unser Hausmeister gießt dort ab und zu und wir müssen es zweimal im Jahr kurz halten, damit die Gräser wieder kommen und blühen. Das ist alles.“

Thema den anderen Einrichtungen vorstellen

Eigentlich wollte sie das Thema Nachhaltigkeit und Klimaschutz auf der Versammlung aller Einrichtungen im Stadtgebiet anregen. „Jeder kann etwas machen“, stellt sie fest. „Und wenn man die Bienenweide nur in einem Blumentopf aussät.“ Doch der Termin im Mai musste wegen der Pandemie ausfallen. Nun hat sich Birte Rehmeyer das Thema für die nächste Sitzung fest vorgenommen. Die Leiter der 17 Einrichtungen treffen sich etwa alle drei Monate. „Leider können wir auch nicht jede Idee umsetzen“, sagt die Leiterin. Sie würde beispielsweise gern die Mülltrennung perfektionieren. „Aber wichtig ist, dass jeder tut, was er kann“, hält Birte Rehmeyer fest.