Reinbek

Suche nach Standort für neuen Recyclinghof angeschoben

Ein alltägliches Bild vor dem AWSH-Recyclinghof: Verkehrschaos auf der Glinder Straße Schmidt

Ein alltägliches Bild vor dem AWSH-Recyclinghof: Verkehrschaos auf der Glinder Straße Schmidt

Foto: Wolfgang Schmidt

Erster Entwurf nach den Sommerferien – Anwohner sollen mitreden dürfen.

Reinbek. Ein Ende des Streits um den Standort des AWSH-Recyclinghofes an der Glinder Straße, auf der sich als einziger Zufahrt regelmäßig die Autos stauen, ist allmählich in Sicht. Die Anwohner baten den Bauausschuss während der Einwohnerfragestunde zum wiederholten Male um Entlastung. Denn ihre Geduld ist arg strapaziert: Der Andrang auf den Abfallhof hat dort in den vergangenen 20 Jahren immens zugenommen. Zu sehr müssen die Anwohner mittlerweile unter blockierten Zufahrten, Lärm, Abgasen und auch unter Pöbeleien leiden.

Waren zuerst noch etwa zehn Autos am Tag durch die Straße zum Entsorger gefahren, sind es heute nach Schätzungen der Anwohner alleine an einem normalen Sonnabend 500 Fahrzeuge – die alle auch wieder durch die Straße zurückfahren. Denn es handelt sich um eine Sackgasse. Jetzt haben die Politiker des Bau- und Planungsausschusses dem interfraktionellen Antrag von CDU, SPD, FDP und Klaus-Peter Puls zugestimmt: Der Ausschuss betrachtet den gesamten Stadtteil Schönningstedt und berücksichtigt ihn in einem neuen Gesamtkonzept. Der Entwurf soll sowohl einen neuen Standort für die Freiwillige Feuerwehr (im Gespräch ist dafür der Abfallhof), eine Verlagerung oder veränderte Anbindung der AWSH (Abfallwirtschaft Südholstein), um die Nachbarschaft zu entlasten, sowie eine verträgliche Erweiterung des Gewerbegebietes berücksichtigen. Vor allem aber sollen die Anwohner in die Überlegungen für das übergreifende Konzept mit einbezogen werden.

Erster Entwurf nach den Ferien

Einen ersten Entwurf soll die Verwaltung in der ersten Sitzung des Ausschusses nach den Sommerferien vorlegen. „Wir wollen die Stadtentwicklung im Blick behalten und vorher genau überlegen, wie wir den neuen Standort des Recyclinghof integrieren, wo Wohnen, Grünfläche und Gewerbe hin sollen“, sagte Niklas Schwab (CDU), Vorsitzender des Gremiums gestern. Auch die Fläche Haidland soll das Bauamt als Alternative prüfen.

„Ein Klein-Klein blockiert Reinbeks Entwicklung, verbaut Chancen und bringt entgegen den Behauptungen auch keine wesentlich schnellere Verlagerung des Abfallhofes“, sagt Henry Kern, stellvertretender Fraktionschef der SPD. „Damit Reinbek auch in Zukunft gut aufgestellt ist, bedarf es eines umfassenden Stadtteilplans – eines großen Wurfs.“

Grüne sprechen von „großer Wundertüte“

„Das ist alles eine große Wundertüte, die unser Anliegen nur verzögert und die Anwohner weiter belastet“, sagte hingegen Günther Herder-Alpen gestern für die Grünen. Sie hatten einen eigenen Antrag, der das Thema Recyclinghof herausgreift, durchsetzen wollen, und stimmten daher dagegen. Die Anwohner bräuchten endlich eine konkrete Lösung. Der Vorschlag von Markus Linden (Grüne), das Thema aus dem interfraktionellen Antrag herauszunehmen und vorzuziehen, wurde von den anderen Fraktionen – ebenso wie der Grünen-Antrag – abgelehnt.

„Was aber letztlich schneller ist, ist die Frage“, gab Niklas Schwab zu Bedenken. „Denn zuerst einmal müssen die Flächen gefunden und ausgewiesen werden.“ Es komme darauf an, wie schnell die Verwaltung ist und wie schnell sich schließlich die Fraktionen auf einen Standort einigen. Unter den Standorten, die die Verwaltung prüfen soll, stehe das Haidland am Senefelder Ring an erster Stelle.

Prüfantrag sei unnötig

Ein Prüfantrag sei beim Haidland unnötig, erwidert Günther Herder-Alpen. „Wo einmal ein Hochregallager möglich gewesen wäre, kann man auch einen Recyclinghof errichten.“ Nun müsse die Verwaltung zunächst prüfen und im Herbst werde über einen Standort beschlossen, den man auch jetzt schon hätte beschließen können.

Christian Bode (FDP) setzte sich dafür ein, dass noch ein Passus hinzugefügt wurde, dass die Anwohner an den Entscheidungen beteiligt werden, und zwar im Vorwege, nicht erst im Nachhinein, wie es das Gesetz vorsieht.

Außerdem sieht der Beschluss vor, dass vorab mit der AWSH darüber gesprochen wird, wie sie ihre Abläufe verbessern könnte, um die Wartezeit ihrer Kunden und somit auch den Verkehr auf der Glinder Straße auf ein Minimum zu reduzieren. Das war wiederum ein Gedanke, der aus dem Antrag der Grünen stammte. „Wir hoffen jetzt, das wirklich etwas passiert“, sagte Anwohner Jörn Klug gestern, der dies begrüßt. „Dann halte ich auch meine Füße still.“ Auch wenn er weiß, dass weiter Geduld gefragt ist.