Museumsverein

Eine Kindheit in Reinbek: Wer hat noch Fotografien?

Fotos wie dieses (ungefähr aus dem Jahr 1978) sind beim Museumsverein jetzt gefragt: Planschen mit Freunden und Verwandten im Hof bei Niemanns neben dem Ascheimer, auf dem sich die Schlümpfe türmen. Die Autorin ist die Zweite von links.

Fotos wie dieses (ungefähr aus dem Jahr 1978) sind beim Museumsverein jetzt gefragt: Planschen mit Freunden und Verwandten im Hof bei Niemanns neben dem Ascheimer, auf dem sich die Schlümpfe türmen. Die Autorin ist die Zweite von links.

Foto: Susanne Tamm / BGDZ

Der Reinbeker Museumsverein nimmt nun Erinnerungen an die 60er- und 70er-Jahre in den Fokus. Wer will mitmachen?

Reinbek. Auch schon wieder lange her: Gisela Manzel, Vorsitzende des Museumsvereins, erinnert sich noch gut an die Kindheit ihrer beiden Söhne in den 60er-Jahren. Und genau aus diesem und dem Folgejahrzehnt sucht der Verein jetzt Fotografien samt Erinnerungen einer typischen Kindheit in Reinbek.

„Wir haben in dieser Zeit kaum Fotos gemacht, und wenn, waren es nicht die Momente beim Spielen, die wir heute vielleicht festhalten. Dafür hatten wir damals keine Zeit“, sagt die 80-Jährige.

Damals etwas Besonderes

Während Fotografien heute einen eher inflationären Charakter haben, seien sie damals etwas Besonderes gewesen. „Eigentlich war damals nichts selbstverständlich, alles war noch besonders“, erinnert sie sich. „Es gab nur einen Kindergarten und kaum Plätze, so etwas wie ein Freizeitprogramm für Kinder war erst in den Anfängen. Unsere Jungs waren unter den ersten, die die musikalische Früherziehung von Brigitte D’Souza, Schwimmunterricht in der Klosterbergen-Schule oder das Kleinkinderturnen bei „Onkel“ Dietrich Havelmann genossen haben.“

Die meisten Wege seien damals zu Fuß oder per Rad zurückgelegt worden, sei es der Schulweg, zu Verabredungen mit Freunden oder zu den Kursen. Sie hat mit ihrer Familie seit 1964 an der Parkallee gewohnt. „Damals lebten dort nur wenige Familien mit Kindern“, erinnert sie sich. Daher hätten ihre Söhne oft allein im Garten gespielt.

Zum Spielen draußen getroffen

Schon ein Jahrzehnt später und eine Straße weiter hatte sich zumindest dies geändert: An der Bahnhofstraße trafen sich die Kinder der Nachbarschaft zum Spielen draußen in den Höfen und Gärten. In den heißen Sommern sprangen sie nur in Badeanzug oder Badehose durch den Rathausbrunnen, kauften für ein paar Pfennige Süßigkeiten bei „Herrn Thaga“ an der Bahnhofstraße oder streunten durch den Völkers Park und die Wildkoppel.

Zum Schützenfest in der Loddenallee, meist bei Regen, gab es noch einen Umzug samt Spielmannszug durch die Straßen, im Winter ging man im Krähenwald Schlittenfahren und auf Flohmärkten versuchten die Kinder auf kratzigen Wolldecken auf dem Täbyplatz, altes Spielzeug zu versilbern.

Fokus verschoben

Bisher hat der Verein eher Erinnerungen aus der Zeit bis in die Nachkriegszeit gesammelt. Gisela Manzels Sohn Frank, zweiter stellvertretender Vereinsvorsitzender, hatte die Idee, den Fokus allmählich auf die jüngere Geschichte zu verschieben. „Wenn man auf die 60 Jahre zugeht, ist das anstrengende Leben meist vorbei und man hat Zeit, nostalgisch zu werden“, sagt Gisela Manzel. Sie appelliert an die Reinbeker, die in der Stadt aufgewachsen sind, alte Fotos aus der Schule, von Stadtfesten, privaten Feiern, aus dem Kinderzimmer oder aus dem Garten nicht wegzuwerfen. „Vielleicht haben einige jetzt während der Pandemie begonnen, alte Fotos zu sortieren“, sagt die Vorsitzende des Museumsvereins. Auch wer vielleicht einen Nachlass ordnen muss und die Souvenirs seiner Kindheit in guten Händen wissen will, sollte sich angesprochen fühlen.

„Mein Angebot: Wir treffen uns, entweder mit Abstand oder auch erst im Herbst. Dann können wir uns zusammensetzen und ich würde die Kommentare zu den Fotos gern aufnehmen.“ Denn diese Kommentare, wer und was auf den Aufnahmen zu sehen ist, seien mindestens ebenso wertvoll wie die Fotos selbst, betont Gisela Manzel. Sie freut sich über Anrufe unter Telefon 040/722 45 46.