Coronavirus

Stationsärztin im St. Adolf-Stift positiv getestet

Das Krankenhaus St. Adolf-Stift in Reinbek.

Das Krankenhaus St. Adolf-Stift in Reinbek.

Foto: Picasa / HA

Die Ärztin wurde in häusliche Quarantäne geschickt. Patienten, zu denen sie Kontakt hatte, werden auf das Coronavirus getestet.

Reinbek.  Im Krankenhaus St. Adolf-Stift ist eine Stationsärztin positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Das bestätigte am Montagnachmittag Kliniksprecherin Andrea Schulz-Colberg. Die Ärztin sei in häusliche Quarantäne geschickt worden.

„Sie war nicht in einem Risikogebiet, hatte keinen Kontakt zu Corona-Patienten“, berichtete Schulz-Colberg: „Wir testen derzeit aber alle Patienten, mit denen die Kollegin Verbindung hatte.“ Alle Kontaktpersonen wurden ermittelt und Abstriche genommen. Alle Abstriche seien negativ, weitere würden folgen. Das Gesundheitsamt ermittele die bereits entlassenen Patienten, die Kontakt mit der Ärztin hatten, und lasse diese ebenfalls abstreichen.

Das Krankenhaus hatte prophylaktisch alle Mitarbeiter mit Erkältungssymptomen getestet, dabei war am Freitag die Infektion der Ärztin bekannt geworden. Die Stationsärztin hatte ab den ersten Anzeichen einer Erkältung bei der Arbeit Mundschutz getragen und sich am Donnerstag testen lassen.

Da Pflegekräfte und Ärzte in der derzeitigen Situation unabkömmlich sind, arbeiten diese laut Schulz-Colberg weiter, solange sie keinerlei Symptome haben; sie führen ein Selbstbeobachtungs-Protokoll und lassen sich regelmäßig testen.

Unterdessen ist die Zahl der klinisch bestätigten Covid-19-Fälle im Kreis Stormarn auf 60 gestiegen (Stand: Montag, 15 Uhr), wie die Kreisverwaltung mitteilte. Während sich die meisten in häuslicher Quarantäne befinden, hat das St. Adolf-Stift inzwischen sechs Menschen stationär aufgenommen, die positiv getestet wurden, wie Pressesprecherin Schulz-Colberg berichtet.

„Es sind drei Männer und drei Frauen im Alter zwischen 31 und 90 Jahren. Sie kamen alle per Rettungswagen, aber da ihr Zustand jetzt stabil ist, sind sie nicht auf der Intensivstation“, sagte die Sprecherin. „Es ist keine schlimme Lungenerkrankung dabei, aber wir geben fiebersenkende Medikamente, ein Patient bekommt eine höhere Sauerstoff-Konzentration.“

Die Patienten mit Corona-Verdacht oder bestätigtem Corona liegen auf den mittlerweile zwei Isolierstationen im St. Adolf-Stift. Die zweite Isolierstation mit 17 Betten auf zwölf Zimmern verteilt wurde eröffnet, da die kleinere Isolierstation mit sechs Zimmern und zwölf Betten nicht mehr für alle Verdachtsfälle ausreichte.

Schulz-Colberg erklärt: Solange auf das Testergebnis gewartet wird, müssen Influenza- und Coronapatienten im Einzelzimmer liegen, danach kann man sogenannte „Kohorten“ bilden, also zwei Coronapatienten in ein Zimmer legen oder zwei Influenzapatienten zusammen. Insgesamt stehen im normalstationären Bereich also nun 29 Betten in 18 Zimmern auf zwei Isolierstationen zur Verfügung.

Anm.: In einer früheren Version hatten wir berichtet, dass alle Mitarbeiter der Klinik routinemäßig getestet wurden. Diesen Fehler haben wir korrigiert.