Augustastraße

Wentorf: Schlaglöcher nerven Anwohner

Robert Pietsch (li.), Cornelia und Hans-Georg Kuhlmann sind sauer: Ihre Augustastraße wird von der Gemeinde immer wieder nur notdürftig mit Kaltasphalt geflickt und die Schlaglöcher werden immer tiefer.

Robert Pietsch (li.), Cornelia und Hans-Georg Kuhlmann sind sauer: Ihre Augustastraße wird von der Gemeinde immer wieder nur notdürftig mit Kaltasphalt geflickt und die Schlaglöcher werden immer tiefer.

Foto: Susanne Tamm

Der Kaltasphalt auf der Augustastraße wird von Lkw immer wieder aufgerissen – doch die Reinhardallee soll zuerst saniert werden.

Wentorf. Wenn Hans-Georg Kuhlmann den Zustand der Straße beschreiben soll, an der er seit 28 Jahren wohnt, fällt ihm nur noch ein passendes Wort ein: „Verheerend!“, schimpft er über die Augustastraße im Billewinkel. Und nicht nur dies: „Vor vier Wochen habe ich eine alte Dame hier aufgesammelt, die dort mit ihrem Gehwagen gestürzt war. „Dieser Zustand ist gefährlich für Fußgänger und Radfahrer“, warnt er. Eine weitere Anwohnerin kommt hinzu: „Das ist unmöglich“, stimmt sie zu. „Fahrradfahrer und Fußgänger können den Löchern gar nicht mehr ausweichen. Und die Lkw, die hier durchfahren, reißen alles noch mehr auf.“

Wie auf Bestellung rollt ein Kleinlaster des Baubetriebshofes an. Auf der Ladefläche steht eine Palette mit Eimern voller Kaltasphalt. „Heilt alle Wunden im Straßenbau“, steht darauf. Die beiden Mitarbeiter beginnen die Löcher damit aufzufüllen.

Flickerei: pure Geldverschwendung

„Die waren vor zwei Wochen schon einmal hier“, sagt Robert Pietsch, der seit zwei Jahren an der Augustastraße wohnt. „Das bringt überhaupt nichts.“ Nachbarin Ute Fischer, vor deren Auffahrt sich tiefe Löcher auftun, hat das Gleiche beobachtet: „Wenn wenigstens nicht die Schwertransporte für die Baustellen durch unsere Straße fahren würden.“

In den ersten acht Jahren sei die Straße noch in Ordnung gewesen, sagt sein Nachbar Hans-Georg Kuhlmann. „In den folgenden 20 Jahren ist die Straße etwa viermal im Jahr notdürftig repariert worden.“ Er rechnet vor: „Da die Löcher immer wieder schnell aufgefahren wurden, sind pro Jahr vier Arbeiten angefallen. Wenn eine Palette von dem Teer 1000 Euro kostet, und sie zwei brauchen, um jeweils die Löcher einigermaßen zu füllen, bedeutet dies im Jahr 8000 Euro reine Materialkosten. In 20 Jahren wären wir bei 160.000 Euro.“ Die Personalkosten, Fahrzeuge und Maschinen seien darin noch nicht einmal enthalten. Die Rechnung sei also eher konservativ. „Wie viel Geld in die dauernden, notdürftigen Reparaturen verschwendet wurde“, empört sich Hans-Georg Kuhlmann. Besonders ärgert ihn aber, dass die Reinhardtallee, in die die Augustastraße mündet, zuerst erneuert werden soll. „Dabei ist die doch eigentlich noch in Ordnung, moniert. er. „Im Laufe der Zeit habe ich bestimmt schon 100 Briefe an den Bürgermeister geschrieben. Ich bekomme noch nicht einmal eine Antwort.“ Passiert sei nichts.

Streit um Briefwechsel

Bürgermeister Dirk Petersen (parteilos) wehrt sich gegen die Vorwürfe: „Wir wissen, dass die Lage dort nicht optimal ist. Doch als Voraussetzung muss erst die Reinhardtallee erneuert werden. Denn dort ist die Regenwasserkanalisation in einem desolaten Zustand.“ Das habe er dem Anwohner auch zuerst noch in einigen Briefen erklärt, bis die Briefe eines Anwohners immer unverschämter geworden seien. Das bestreitet Hans-Georg Kuhlmann: „Das hat nicht stattgefunden. Ein Schreiben vom 6. November 2018 haben wir alle nicht erhalten.“

Christiane Schabert, Tiefbautechnikerin der Gemeinde, erläutert, warum die Reinhardtallee zuerst erneuert werden muss: „Wir haben unter der Reinhardtallee nur einen alten Regenwasserkanal mit 20 Zentimeter Durchmesser. Der muss erneuert und auf 30, Richtung Bille auch auf 40 Zentimeter erweitert werden.“ Im selben Zuge werde, bevor das Regenwasser vom Ende der Straße in die Bille abgeleitet werde, eine Vorflut eingebaut und die Fahrbahn ausgebaut. „Die Erneuerung der Reinhardtallee, von der das Regenwasser abgeleitet wird, ist also die Voraussetzung dafür, dass die umliegenden Straßen saniert und dort ebenfalls ein Regenwasserkanal gelegt werden kann“, erklärt die Fachfrau. Die Reihenfolge habe die Politik noch nicht festgelegt, die Dringlichkeit der Augustastraße sei jedoch bekannt.

Coronavirus funkt dazwischen

Die Arbeiten an der Reinhardtallee seien bereits ausgeschrieben. Vor dem Ausbruch des Coronavirus war der Baustart für das Frühjahr geplant gewesen. Ob der Termin gehalten werden könne, weiß nun niemand mehr. Bauzeit: voraussichtlich ein Jahr. Wentorf investiert hier 1,2 Millionen Euro.