Südstormarn

Besuchsstopp im Adolf-Stift und weitere Corona-Folgen

Das Reinbeker Krankenhaus St. Adolf-Stift erhängt einen Besuchsstopp, um Patienten und Mitarbeiter zu schützen.

Das Reinbeker Krankenhaus St. Adolf-Stift erhängt einen Besuchsstopp, um Patienten und Mitarbeiter zu schützen.

Foto: Picasa / HA

Das Reinbeker Krankenhaus St. Adolf-Stift verhängt wegen des Coronavirus einen Besucherstopp.

Reinbek. Am Sonntag gab der Kreis Stormarn bekannt, dass derzeit sieben Menschen mit dem Coronavirus infiziert sind (Stand: 14.03., 16 Uhr). Sie befinden sich in häuslicher Quarantäne, sagt Kreissprecher Michael Drenckhahn. Am Freitag war im Gesundheitsamt ein Fall bekannt.

Das Krankenhaus St. Adolf-Stift sieht sich gut gewappnet, wie die Pressesprecherin Schulz-Colberg mitteilt. Es sei eine komplette Station geräumt worden, um Patienten mit Symptomen isolieren zu können. Um weitere freie Plätze auf der sonst ausgelasteten Intensivstation zu schaffen, sollen langfristig geplante Operationen ausgesetzt werden. „Somit ist es möglich, die zwölf Plätze der Intensivstation um weitere Beatmungskapazitäten zu erhöhen“, so Schulz-Colberg. Alle Tests auf Corona seien bis Freitag negativ ausgefallen.

Nur Schwerstkranke und nach Vereinbarung

Zum Schutz der Patienten und Mitarbeiter verhängte das Krankenhaus auf Empfehlung des Gesundheitsministeriums in Kiel einen Besuchsstopp. Ausgenommen sind Besuche bei Schwerstkranken auf der Palliativstation oder nach Vereinbarung auf anderen Stationen. Alle Veranstaltungen und Fortbildungen sind abgesagt worden. So sollen Patienten und Mitarbeiter vor dem Virus geschützt werden.

„Infektfreie Angehörige, die sich in den vergangenen 14 Tagen nicht in einem Risikogebiet aufgehalten haben, können Patienten weiterhin zum Krankenhaus bringen, von dort abholen oder wichtige Utensilien für ihre Angehörigen am Krankenhausempfang am Haupteingang abgeben“, so Schulz-Colberg. Um allen Patienten weiterhin Kontakt zu ihren Angehörigen zu ermöglichen, hat das Krankenhaus die Grundgebühr für Inlandsgespräche ausgesetzt.

Rathäuser und Freizeitbad geschlossen

Die Folgen der Pandemie sind indes in allen Bereichen des öffentlichen Lebens zu spüren. Die Rathäuser in Reinbek, Glinde, Oststeinbek sind geschlossen, weiter telefonisch und per E-Mail zu erreichen. Wentorfs Bürgermeister Dirk Petersen erklärte am Sonntag, das Rathaus halte den Betrieb weiterhin aufrecht. Dennoch appelliert die Gemeinde an die Bürger, nur im Notfall persönlich ins Rathaus zu kommen.

Auch die öffentlichen Institutionen schließen ihre Türen. Dasselbe gilt für das Freizeitbad an der Hermann-Körner-Straße. „Unsere Kunden sind besorgt, das Virus könnte sich im Schwimmbad schneller verbreiten“, sagt Geschäftsführer Holger Kehl, der vergangene Woche einen deutlichen Besucherrückgang bemerkte. Auch der Direktor des Waldhauses Reinbek Moritz Kurzmann meldet eine Stornierungsrate von 40 Prozent.

Land untersagt öffentliche Veranstaltungen

Eine Entspannung der Situation ist kaum zu erwarten, so untersagte die Landesregierung in Schleswig-Holstein am Sonntag alle öffentlichen Veranstaltungen, forderte auf, alle Bars, Kneipen, Clubs, Theater, Kinos, Museen, Fitnessstudios, Schwimmbäder und Saunen zu schließen. Restaurants und Imbisse sind aufgefordert, die Besucherzahlen zu reduzieren und Kontaktdaten von Gästen zu dokumentieren. Zwischen den Personen ist an verschiedenen Tischen ein Mindestabstand von zwei Metern einzuhalten. Große Einrichtungshäuser und Einkaufszentren (mehr als 15 Einzelgeschäfte) sind verpflichtet, ein Präventionskonzept aufzustellen und eine maximale Besucherzahl zu bestimmen.