Virusangst

Corona: Reinbek sagt städtische Veranstaltungen ab

Die Schlossmitarbeiterinnen Anke Conradi (li.) und Susann Pötter (re.) hatten mit den Organisatorinnen Karin Brunier und Renate Köhnemann (v. li.) den Ostermarkt vorbereitet.

Die Schlossmitarbeiterinnen Anke Conradi (li.) und Susann Pötter (re.) hatten mit den Organisatorinnen Karin Brunier und Renate Köhnemann (v. li.) den Ostermarkt vorbereitet.

Foto: dörte hoffmann / Dörte Hoffmann

Betroffen ist unter anderem der Ostermarkt am Schloss. Rathausmitarbeiter nach Italienurlaub in häuslicher Quarantäne.

Reinbek.  Noch bevor die schleswig-holsteinische Landesregierung gestern Nachmittag wegen der Corona-Epidemie alle Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern im Land untersagte, hat am Morgen bereits die Stadt Reinbek reagiert und alle öffentlichen städtischen Veranstaltungen zunächst bis zum Sonntag, 5. April, abgesagt.

Betroffen sind davon alle öffentlichen Veranstaltungen unter Regie der Stadt, bei denen es „absehbar zu größeren Menschenansammlungen und/oder engen Platzverhältnissen kommen kann“, wie es in der Mitteilung heißt. Damit greift die Verwaltung einige Kriterien auf, die das Berliner Robert-Koch-Institut (RKI) zur Risikoabwägung von Veranstaltungen empfiehlt.

„Verbreitung des Virus entgegenwirken“

„Wichtig ist, der Verbreitung des Virus entgegenzuwirken – und das hat zumutbare Folgen für alle“, sagt Rathaussprecher Lennart Fey. Neben der Einhaltung der Hygienevorschriften gehöre auch das Fernbleiben von größeren Menschenansammlungen dazu. Die Absage der städtischen Veranstaltungen sei eine reine Vorsichtsmaßnahme: „Die Stadt trifft diese Entscheidung ruhig und besonnen, aber mit dem klaren Ziel, einen Beitrag dazu zu leisten, um die weitere Corona-Verbreitung einzudämmen.“

Fünf Veranstaltungen werden in der Absage konkret aufgeführt. Die größte darunter ist der Ostermarkt am Schloss, der am Wochenende 21./22. März stattfinden sollte. In diesem Jahr hätte der 30. Geburtstag des Kunsthandwerkermarkts gefeiert werden sollen.

Ostermarkt erwartete bis zu 3500 Besucher

„Die Absage tut uns leid, für die Besucher, die Aussteller und natürlich auch wegen der uns entgehenden Eintrittsgelder“, sagt Schlossmitarbeiterin Anke Conradi. So eine Absage sei zwar bitter, „aber wir sollten eher froh sein, dass wir noch kein Corona in der Stadt haben.“ 2500 bis 3500 Besucher wurden an den beiden Tagen zum Ostermarkt erwartet. „Den 30. Ostermarkt verschieben wir jetzt auf das nächste Jahr.“

Betroffen sind auch die Veranstaltungen „Mit dem Bus ins Theater“ (12. März) und „ins Symphoniekonzert“ (16. März) der Volkshochschule, die Konzertreihe im Schloss und die dortige Vernissage „Retrospektive“ am 29. März. Die Stadt schreibt laut Sprecher Lennart Fey derzeit zudem Verbände und Vereine an und weist sie auf die Ratschläge des RKI hin.

Arbeitsgruppe im Reinbeker Rathaus

Im Reinbeker Rathaus befasst sich eine 13-köpfige Arbeitsgruppe seit einigen Wochen mit der Corona-Krise. Dabei geht es auch darum, die Verwaltung im Fall von Quarantäne-Maßnahmen aufrechtzuerhalten. So wurden Pläne aufgestellt, welche Bereiche unaufschiebbare Tätigkeiten bewältigen müssen – etwa im Sozialamt – und wie dies gewährleistet werden könnte.

Auch die Verhaltensregeln sind offenbar bekannt: So meldete sich ein Rathausmitarbeiter, der in Italien Urlaub machte, telefonisch bei seinem Arbeitgeber, nachdem die Region zum Risikogebiet erklärt wurde. Der Mann begab sich nach der Rücksprache in häusliche Quarantäne und arbeitet nun von zu Hause aus. Ihm gege es gut, versichert Fey.