Pharmahersteller

Reinbeker Unternehmen Allergopharma wird verkauft

Das moderne Produktions­gebäude von Allergopharma an der Hermann-Körner-Straße in Reinbek.

Das moderne Produktions­gebäude von Allergopharma an der Hermann-Körner-Straße in Reinbek.

Foto: HA

Dermapharm übernimmt die Allergie-Experten vom Pharma-Konzern Merck. In Reinbek sind 430 Mitarbeiter davon betroffen.

Reinbek. Der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck verkauft sein Allergie-Geschäft Allergopharma. Der Anbieter von Immuntherapien gegen Heuschnupfen und allergisches Asthma geht an die bayerische Dermapharm Holding, wie beide Unternehmen mitteilten. Die Transaktion um­fasse das Allergopharma-Geschäft in Europa und Asien sowie den Produktionsstandort Reinbek.

An der Hermann-Körner-Straße sind nach Firmenangaben 430 von insgesamt 500 Mitarbeitern bei Allergopharma beschäftigt. Ob der Verkauf Auswirkungen für die Beschäftigen in Reinbek hat, blieb zunächst offen. In der Mitteilung der Unternehmen heißt es aber: „Der Verkauf an Dermapharm wird das Geschäft von Allergopharma nachhaltig stärken.“

Über den Preis herrscht Stillschweigen

Der Preis für den Deal, der im zweiten Quartal abgeschlossen werden soll, wurde nicht genannt. Allergopharma erzielte 2018 rund 88 Millionen Euro Umsatz. Die Produkte werden weltweit in 18 Ländern verkauft. Für dieses Jahr wird ein Umsatz von 90 Millionen Euro angepeilt.

Mit der Veräußerung konzentriere man sich im Pharma-Geschäft weiter auf die Entwicklung innovativer Medi­kamente etwa gegen Krebs, teilte Merck mit. Zudem will der Dax-Konzern nach der
milliardenschweren Übernahme des Halbleiterzulieferers Versum im vergangenen Jahr den Schuldenabbau vorantreiben, wie Vorstandschef Stefan Oschmann jüngst betonte. Nicht Bestandteil des Verkaufs sei das Entwicklungsprojekt für einen Adrenalin-Auto­injektor. Dieses wird bei Merck verbleiben.

„Allergopharma ist in Zukunftsmärkten aktiv“

„Mit der Akquisition von Allergopharma erweitern wir unsere Kompetenz im Bereich der Dermatologie durch ein innovatives Produktportfolio zur spezifischen Immun­therapie bei Allergien“, kommentierte Dermapharm-Vorstandschef Dr. Hans-Georg Feldmeier den Zukauf. „Allergopharma ist in unseren Kern- und Zukunftsmärkten aktiv und damit eine ideale Akquisition im Rahmen unserer Wachs­tumsstrategie.“

Dermapharm mit Sitz im bayerischen Grünwald bei München ist ein Hersteller von patentfreien Markenarzneimitteln. Hauptproduktionsstandort ist das sächsische Brehna bei Leipzig. Das Unternehmen verfügt nach eigenen Angaben über mehr als 900 Arzneimittelzulassungen für rund 250 Wirkstoffe, die als Arznei- oder Nahrungsergänzungsmittel oder Ergänzende bilanzierte Diäten vertrieben werden.

Dermapharm-Aktie erreicht nach Kauf Rekordhoch

Der Zukauf passt auch nach Auffassung von Börsen-Experten gut in das Portfolio von Dermapharm. Die im SDax notierte Holding verfolgt die Strategie, vor allem durch den Zukauf von Marken zu wachsen. Nach Bekanntgabe des Deals legte die Dermapharm-Aktie kräftig zu und erreichte ein neues Rekordhoch.

Wie es im Geschäftsjahr 2019 für das Unternehmen gelaufen ist, wird sich am 25. März zeigen: Dann will Dermapharm vorläufige Ergebnisse präsentieren.