Hamburger Straße

Anwohner in Sorge um Reinbeks „Grünes Tor“

Im Herbst vergangenen Jahres formierte sich eine Bürgerinitiative: Reinhard Schützler (v.l.), Hiltrud Bentin, Ariane Quast Pohlman, Hannelore Schützler und Rosemarie Weyrauch fürchteten, dass in ihrer Nachbarschaft in Reinbek Häuser gebaut werden und dabei Abstände zu alten Bäumen nicht eingehalten werden.

Im Herbst vergangenen Jahres formierte sich eine Bürgerinitiative: Reinhard Schützler (v.l.), Hiltrud Bentin, Ariane Quast Pohlman, Hannelore Schützler und Rosemarie Weyrauch fürchteten, dass in ihrer Nachbarschaft in Reinbek Häuser gebaut werden und dabei Abstände zu alten Bäumen nicht eingehalten werden.

Foto: Archivfoto: / René Soukup

Die Aufhebung des im Oktober gefassten Aufstellungsbeschlusses für den B-Plan sorgt bei Anwohnern für Unmut. Sie fürchten, Bäume könnten fallen.

Reinbek. Im Herbst vergangenen Jahres machten sich Anwohner stark für Reinbeks „Grünes Tor“. Zum Schutz des zum Teil denkmalgeschützten Grüns wurde der Aufstellungsbeschluss eines Bebauungsplans gefasst. Als dieser nun durch die Verwaltung aufgehoben und in wesentlichen Punkten abgeänderter Form zum Beschluss gestellt wurde, war die Besorgnis groß.

Anwohner Oliver Quast, der die formierte Bürgerinitiative vertritt, sagte „Es scheint so, dass wir als Bürger nicht ernst genommen werden.“ Was war geschehen? Im Herbst ging eine Bauvoranfrage durch den Eigentümer für ein waldähnliches Grundstück östlich der Lohbrügger Straße und südlich der Hamburger Straße bei der Stadt ein. Sorge breitete sich bei den Reinbekern aus: Es könnte zum Kahlschlag kommen, mehr als 400 Jahre alten Eichen könnten fallen, Lebensraum für Tiere verschwinden. Die FDP-Fraktion schaltete sich ein und erarbeitete mithilfe der Verwaltung einen Aufstellungsbeschluss samt zweijähriger Veränderungssperre. Die Ziele: verträgliche Nachverdichtung, Erhalt der kleinteiligen Bebauungsstruktur, von historischen Gebäuden und schützenswertem Baumbestand. Zwei von 20 Flurstücken, auf denen auch die alten Stieleichen stehen, sollten als Grünfläche ausgewiesen werden. Der gefasste Aufstellungsbeschluss stimmte das Ehepaar Quast positiv.

Rechtliche Schwierigkeiten mit dem Aufstellungsbeschluss

Doch die Stadtverwaltung stellte bei den Formulierungen „rechtliche Schwierigkeiten“ fest, erläuterte Ricarda Ladage aus dem Bauamt jetzt im Bauausschuss. Um einen rechtssicheren Aufstellungsbeschluss öffentlich machen zu können, sei der Beschlussvorschlag im Sinne der Planungsziele überarbeitet worden. So vergrößerte sich auch das zu beplanende Gebiet auf gut zwei Hektar und auch ein Teil des Waldgrundstücks in Richtung K 80 wurde eingeschlossen. „Obwohl das Gebiet nicht den Mindestabstand zum Wald ausweist und in keinem Fall eingeschlossen oder bebaut werden darf“, sagt Oliver Quast. Außerdem wurde ein zuvor als Grünfläche vorgesehenes Flurstück 318 als Gebiet mit Nachverdichtungspotenzial aufgeführt. „Das Flurstück 318 ist das betroffene Gebiet mit den Naturdenkmälern“, sagt Quast.

Die Anwohner bangten daraufhin erneut um ihr naturnahes Tor zur Stadt. Im überwiegenden Konsens mit den anderen Fraktionen brachten die Grünen daraufhin Änderungsanträge auf den Weg. Die waldähnliche Fläche an der K 80 soll aus dem B-Plan herausgenommen und das Flurstück mit den Naturdenkmälern ausdrücklich als Fläche ohne Nachverdichtungspotenzial ausgewiesen werden. Zudem wurde eine frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit beschlossen.

Stadtverordnete entscheiden am 27. Februar

„Ich hoffe, das war ein Erfolg“, sagte Ariane Quast Pohlmann gestern. Zunächst müssen noch die Stadtverordneten am 27. Februar zustimmen. Dann können die konkreten Planungen für das „Grüne Tor Reinbeks“ losgehen.