Reinbek

Schlossstraße: Hoher Pegelstand hält Bauarbeiten auf

Betonbauer Sven Feige kontrolliert die Tauchpumpe an der temporären Spundwand. Erst wenn das Billewasser aus der Baustelle (re.) wieder herausgepumpt ist, gehen die Arbeiten weiter.

Betonbauer Sven Feige kontrolliert die Tauchpumpe an der temporären Spundwand. Erst wenn das Billewasser aus der Baustelle (re.) wieder herausgepumpt ist, gehen die Arbeiten weiter.

Foto: Susanne Tamm

Billebrücke an der Schlossstraße in Reinbek bleibt noch bis Ende Mai halbseitig gesperrt. Arbeiten an der Ufermauer sind aufwendig.

Reinbek. Am Mittwoch stand Betonbauer Ralf Feige noch brusttief im Billewasser, um die vier Tauchpumpen einzusetzen, die das Wasser aus der Baustelle befördern sollen. Bis zu 180 Kubikmeter Wasser pro Stunde können sie pumpen. Gestern stand zwar immer noch Billewasser hinter der temporären Spundwand, die die Baustelle der historischen Ufermauer eigentlich von dem Fluss trennen soll, doch es wird langsam wieder weniger. Bei 1,50 Meter Höhe lag der Pegel der Bille Ende Januar, jetzt steht das Wasser etwa einen Meter hoch.

Sven Behrendt, Polier der Bauunternehmung Gebrüder Echterhoff, war gestern sicher, dass die Arbeiten heute nach einer Woche Zwangspause weitergehen können. „Ich hoffe nur, dass wir am Wochenende nicht erneut wieder so einen hohen Pegelstand haben“, sagte er angesichts der vorhergesagten Niederschläge.

Weitere Findlinge müssen weggeräumt werden

Zu tun gibt es reichlich: Beim Verankern der Stahlspundwand kamen dahinter weitere Findlinge und andere Hindernisse zum Vorschein, die noch geräumt werden müssen. Erst dann kann damit begonnen werden, auf dieser Trasse eine Spundwand zu ziehen, die die aus den historischen Granitsteinen gemauerte Uferwand stützen soll. Vergangene Woche war all dies wegen des Hochwassers noch nicht möglich.

Insgesamt hat die Reinbeker Politik bislang 1,15 Millionen Euro für die komplexen Arbeiten bereitgestellt. Reinbeks Tiefbauingenieur Norbert Wulff, Abteilung Öffentlicher Raum, rechnet allerdings damit, dass sich die veranschlagten Kosten in Höhe von 855.000 Euro allein für die Arbeiten noch erhöhen könnten, wenn unvorhergesehene Probleme auftauchen.

Stählerne Spundwand eingezogen

Die Bauunternehmung hat bereits ganze Arbeit geleistet: Zuerst hat sie eine Trägerbohlenwand im sogenannten „Berliner Verbau“ errichtet und ins Erdreich gepresst. Sie stützt das Erdreich zwischen Schlossstraße und Bille ab, damit es nicht in die Baustelle rutschen kann. Dann hat sie die stählerne Spundwand im Billelauf eingezogen, einerseits damit die historische Ufermauer oder auch ihre künftige Trasse trocken liegt. Andererseits um die Bille zu schützen, damit keine Betriebsstoffe in das Gewässer gelangen.

Sie hat die historischen, tonnenschweren Granitsteine am Ufer entfernt, um dahinter eine stützende, verankerte Stahlspundwand zu ziehen. Um diese Spundwand fest zu verankern, werden insgesamt 14 Pfähle dahinter in einem 30°-Winkel schräg ins Erdreich gebohrt. Diese 20,5 Meter langen Pfähle aus Stahl und Beton reichen bis unter die Schlossstraße.

Granitquader wieder aufmauern

Davor wird noch eine Betonwand samt Konsole gegossen, auf die die historischen Granitquader wieder aufgemauert werden. Da die ursprünglich 1741 errichtete Ufer-Anlage denkmalgeschützt ist, muss die Mauer vor dieser Stahlwand genau so rekonstruiert werden, wie sie einmal war.

Durch das Billehochwasser rechnet Norbert Wulff nun damit, dass die Ufermauer erst Ende Mai fertig wird. Somit wäre die Billebrücke zwei Jahre halbseitig, für Lkw komplett gesperrt gewesen.