Schritt in Selbstständigkeit

Hilfe beim Umsetzen packender Ideen

Kinder- und Jugendcoach Karen Hein, Reinbeks Wirtschaftsbeauftragter Michael Pohle, Wirtschaftsenior Helmut Burmeier und Bürgermeister Björn Warmer (v. l.) ziehen Bilanz.

Kinder- und Jugendcoach Karen Hein, Reinbeks Wirtschaftsbeauftragter Michael Pohle, Wirtschaftsenior Helmut Burmeier und Bürgermeister Björn Warmer (v. l.) ziehen Bilanz.

Foto: Susanne Tamm

Wirtschaftssenioren beraten ehrenamtlich Unternehmer.

Reinbek. Eine packende Geschäftsidee, die ihren Urheber nicht mehr loslässt, sodass er sie unbedingt umsetzen will. Aber wie genau packt er die Umsetzung an? So ist es Karen Hein ergangen: Durch ihre 17-jährige Tochter merkte sie, dass viele Teenager und Heranwachsende zwar in der Schule und im Studium vorbildlich ausgebildet werden, bei sozialen Kompetenzen aber oft Defizite haben. „Auf Individualität wird in unserem Bildungssystem wenig Rücksicht genommen“, hat sie beobachtet. Deshalb will sie Kindern und Jugendlichen als professioneller Coach zur Seite stehen, sie in wenigen, kurzen Treffen stärken, ihr Selbstwertgefühl, aber auch Tugenden wie Pünktlichkeit und Verlässlichkeit.

In der Zeitung las sie über die Wirtschaftssenioren und kam in eine ihrer Sprechstunden ins Reinbeker Rathaus. Helmut Burmeier, Vorsitzender des Vereins, betreute und beriet die 54-Jährige, die 30 Jahre lang sozialversicherungspflichtig in der Duftindustrie im Vertrieb angestellt war, über neun Monate.

Sinnhaftigkeit der Arbeit infrage gestellt

„Das hat sicherlich viele, die mich kannten, überrascht“, erzählt Karen Hein. „Aber ich habe die Sinnhaftigkeit meiner Arbeit plötzlich infrage gestellt.“ Sie ließ sich privat als Kinder- und Jugendcoach ausbilden.

Doch vor dem Schritt in die Selbstständigkeit hatte sie viele Fragen: „Wie mache ich mich am Markt bekannt? Wie etabliere ich mich? Wie definiere ich meine Zielgruppe? Denn meine Ansprechpartner sind die Eltern, meine Klienten aber die Kinder“, erzählt die neue Unternehmerin.

„Eigentlich war alles schon in meinem Kopf. Aber um es dort heraus zu bekommen, brauchte ich einen Sparringpartner. Dafür war Helmut Burmeier sehr wertvoll.“ Auch für den Business-Plan, den Karen Hein für den Gründungszuschuss brauchte, seien die Tipps des Wirtschaftsseniors Gold wert gewesen.

Businessplan innerhalb einer Stunde

„Wir können mithilfe unserer Excel-Tabelle innerhalb einer Stunde einen Businessplan für einen Freiberufler erstellen“, erzählt Helmut Burmeier. Pro Jahr beraten die erfahrenen Experten nun schon im zehnten Jahr 15 bis 20 Klienten pro Jahr in Reinbek. „2019 waren es immerhin zehn Gründer“, berichtet der Vereinsvorsitzende. Zunehmend bitten gestandene Unternehmer, 2019 waren es sechs etablierte Unternehmen der Region, um Beratung. „Bei dreien kam der Hilferuf leider zu spät“, sagt der 64-Jährige. Zwei Unternehmer hatten um weitergehende Beratung gebeten. Beide seien noch am Markt, bei einem sei er jedoch nicht sicher, wie lange noch.

26 Berater sind ehrenamtlich für den Hamburger Verein aktiv. „Unsere Berater kommen aus Seevetal oder Norderstedt, Rissen oder Reinbek“, sagt Helmut Burmeier. „Wir kommen im Zweifel auch ins Unternehmen.“ Alle Beratungen sind vertraulich. Juristische oder Steuerberatungen leisten die Ehrenamtlichen nicht. Ihre Sprechstunde (jeder dritte Montag im Monat, nächster Termin 17. Februar) ist für Ratsuchende kostenfrei, jede weitere Beratungsstunde kostet 25 Euro.

Die Stadt stellt die Räume, kündigt die Termine an und vereinbart sie unter Telefon 040-72 75 02 84 Mehr Informationen unter www.wirtschafts-senioren-beraten.de.