Saubere Sache

Becken Am Kolk in Reinbek wird entschlammt

Auch am Völckers Park in Reinbek gibt es ein Regenrückhaltebecken.

Auch am Völckers Park in Reinbek gibt es ein Regenrückhaltebecken.

Foto: Tamm

Innerhalb von einer Woche wird das Regenrückhaltebecken Am Kolk in Alt-Reinbek für 80.000 Euro entschlammt.

Reinbek. Gestern gegen 10 Uhr wurde im Regenrückhaltebecken ein Boot zu Wasser gelassen: Die beiden Mitarbeiter der beauftragten Firma Weseloh nutzen es, um das Becken zu entschlammen. Sie benötigten etwa eine Woche, um das Becken auszubaggern. Den Aushub entsorgen sie im Auftrag des Stadtbetriebs Reinbek für Abwasser und Straßenreinigung.

Er unterhält, pflegt und kontrolliert 16 dieser technischen Anlagen in Alt-Reinbek und im Krabbenkamp sowie zwei Gräben parallel zum Vorwerksbusch, die nur zeitweise Wasser führen, berichtet Dipl. Ingenieur Sven Rosenbaum, technischer Mitarbeiter des Stadtbetriebs. „Die Entschlammung kostet rund 80.000 Euro“, sagt Sven Rosenbaum. „Die Preise sind leider sehr gestiegen.“ Das liege auch an der Entsorgung der Böden. Würden Metalle oder Schadstoffe gefunden, gelte der Aushub im schlimmsten Fall als Sondermüll und müsse entsprechend fachgerecht und teuer entsorgt werden.

Eine Anlage pro Jahr entschlammt

„Doch Am Kolk sind die Schadstoffwerte im Rahmen. Die biologische Belastung ist allerdings relativ hoch“, erläutert Sven Rosenbaum das Ergebnis der Proben, die vorher genommen worden seien. Diese Belastung entstehe vorwiegend durch das Laub und andere Pflanzenteile, die ins Wasser gefallen seien und sich darin zersetzen.

In der Regel entschlamme Reinbek eine Anlage pro Jahr. Eigentlich sollte das Becken Am Kolk schon im November ausgebaggert worden sein.

Überschwemmungen verhindern

Doch die spezialisierten Firmen sind gut ausgelastet. Daher verzögerte sich das Vorhaben und startete erst jetzt. Etwa eine Woche wird die Firma dort noch beschäftigt sein. „Wir hoffen, dass wir dieses Jahr noch das nächste Regenrückhaltebecken in Angriff nehmen können. Spätestens 2021 wird die Anlage am Gergenbusch ausgebaggert.“ Die Arbeiten planen er und seine Kollegen gerade.

Die technischen Anlagen dienen mittelfristig auch dazu, Überschwemmungen zu verhindern. Denn die Becken sind zum Zwischenspeichern des Abwassers gedacht und zur Drosselung ihres Abflusses, um so zu Spitzenzeiten die Belastung hydraulischer Anlagen und der Gewässer zu entlasten. „Unser Abwasser fließt letztlich über die großen Sammler in die Bille und schließlich in die Elbe“, erläutert Sven Rosenbaum.

Anlagen nicht auf Starkregenereignisse ausgelegt

Jede Überschwemmung könnten die Anlagen aber nicht verhindern, sagt der Ingenieur. „Wir können immer nur optimieren. Wassermengen wie beim Starkregen 2018 in Oststeinbek kann keine Anlage aufhalten“, erklärt er.

Die Regenrückhalte-Anlagen in Alt-Reinbek reichten ansonsten aus. Da es hier nur wenige Neubauten gebe, gebe es entsprechend wenige Veränderungen. „Wir optimieren, wo es geht“, erklärt er.