Veranstaltungsreihe

Aumühle erinnert an das Ende des Weltkrieges

Der Kulturwissenschaftler Nikolaj Müller-Wusterwitz gehört zum Team der Organisatoren des Projektes „75 Jahre Kriegsende – Frieden“. Er zeigt eine historische Postkarte mit dem Bild des Ehrenmals auf dem Aumühler Waldfriedhof.

Der Kulturwissenschaftler Nikolaj Müller-Wusterwitz gehört zum Team der Organisatoren des Projektes „75 Jahre Kriegsende – Frieden“. Er zeigt eine historische Postkarte mit dem Bild des Ehrenmals auf dem Aumühler Waldfriedhof.

Foto: Stephanie Rutke / BGZ

75 Jahre Kriegsende nehmen sich die Gemeinden Aumühle und Wohltorf zum Anlass für eine umfangreiche Veranstaltungsreihe, die bis November dauert.

Aumühle. In Aumühle hat sich eine Arbeitsgruppe zusammengefunden, die zur Erinnerung an 75 Jahre Kriegsende eine Veranstaltungsreihe organisiert hat. Von Februar bis November wird durch Vorträge, Projekte, Ausstellungen und eine Gedenkfeier daran erinnert, dass am 8. Mai 1945 der Zweite Weltkrieg in Deutschland zu Ende war.

Die Initiative für das Projekt geht unter anderem von Nikolaj Müller-Wusterwitz aus, einem freiberuflichen Kulturwissenschaftler. „Vor fünf Jahren gab es in der Aumühler Kirche ein Konzert mit dem Titel Requiem für einen polnischen Jungen, das sehr viele Menschen berührt hat.“ Der heute 64-Jährige begann, sich Gedanken über das Jahr 2020 zu machen, wie an das Ende des Zweiten Weltkrieges erinnert wird. Daraus entstand das Projekt in Aumühle und Wohltorf.

Nikolaj Müller-Wusterwitz recherchierte

Beteiligt ist die Kirchengemeinde Aumühle mit der Kirchengemeinderatsvorsitzenden Beatrix Jenckel und Kirchenmusikerin Susanne Bornholdt. Für die Gemeinden sind die beiden Bürgermeister Knut Suhk (Aumühle) und Gerhard Dürlich (Wohltorf) dabei. Weitere Beteiligte sind die Otto von Bismarck-Stiftung mit ihrem Geschäftsführer Dr. Ulrich Lappenküper und das Wohnstift Augustinum mit Direktor Dr. Christian Bendrath. Nikolaj Müller-Wusterwitz hat die Recherchearbeit geleistet.

„Ich habe festgestellt, dass auf dem Aumühler Waldfriedhof ein Mahnmal an die Gefallenen des Ersten Weltkrieges erinnert. Die Namen der Aumühler, die zwischen 1933 und 1945 durch Gewalt gestorben sind, tauchen jedoch nicht auf“, erklärt er. In der Nachbargemeinde Wohltorf sind die Namen der Verstorbenen von 1933 bis 1945 im Heimatbuch aufgelistet.

Nachdenken über Krieg und Frieden

Auf dem Waldfriedhof in Aumühle soll im Rahmen der letzten Veranstaltung der Reihe am Volkstrauertag, 15. November, das bisherige Ehrenmal seinen neuen Namen „Ehren- und Mahnmal“ erhalten. Ein Gedenkstein, der an sowjetische Kriegsgefangene im Sachsenwald erinnert und bis heute hinter dem Mahnmal steht, soll vor das Mahnmal versetzt werden.

Zunächst lag der Fokus der Initiatoren auf dem Kriegsende, dann kamen Veranstaltungen zum Thema „Frieden“ dazu. „Mit dem Projekt wollen wir anregen zum Nachdenken über Krieg und Frieden“, sagt der Kulturwissenschaftler.

Kritische Auseinandersetzung mit Karl Dönitz

Die Auftaktveranstaltung ist ein Orgelkonzert in der Aumühler Kirche am Sonntag, 16. Februar, 17 Uhr. Einen Austausch der Generationen ist für mehrere Veranstaltungen zwischen Schülern und Senioren geplant. So werden sich Zehntklässler der Sachsenwaldschule Reinbek mit Senioren zu Gesprächen treffen und dann in einem Café der Erinnerungen im Aumühler Gemeindehaus über ihre Ergebnisse berichten. Mit dem „Leben nach Kriegsende“ beschäftigen sich Aumühler Grundschüler und Oberstufenschüler der Sachsenwaldschule. Vorträge zur Rettungsaktion „Weiße Busse“ und eine Auseinandersetzung mit der Rolle des 1980 in Aumühle verstorbenen Großadmirals und Hitlernachfolgers Karl Dönitz gehören ebenfalls zum Programm. Ein Flyer mit allen Terminen ist in Arbeit.