Lukas von Horbatschewsky

Reinbeker (19) landet „SOKO Leipzig“-Rolle

Clemens Schnee (Matthias Komm, l.) streitet mit Ria (Lukas von Horbatschewsky, r.), weil er nicht akzeptiert, dass sein Sohn Fabian nun als Frau lebt.

Clemens Schnee (Matthias Komm, l.) streitet mit Ria (Lukas von Horbatschewsky, r.), weil er nicht akzeptiert, dass sein Sohn Fabian nun als Frau lebt.

Foto: Uwe Frauendorf / ZDF

Der Reinbeker Lukas von Horbatschewsky (19) ist am Freitag, 24. Januar, im ZDF bei „SOKO Leipzig“ zu sehen.

Reinbek. Von der Bühne der Volkshochschule Sachsenwald auf die Bildschirme von Millionen Menschen: Lukas von Horbatschewsky hat geschafft, wovon etliche junge Menschen nur träumen. Er hat sein Hobby zum Beruf gemacht. Heute ist der Reinbeker um 21.15 Uhr im ZDF zu sehen, wenn die Ermittler der „SOKO Leipzig“ einen kaltblütigen Mordfall lösen.

Spielfreude im VHS-Ensemble in Reinbek gefunden

In der Folge „Schmetterlingstage, Monstertage“ der Fernsehserie spielt der 19-Jährige eine junge transsexuelle Frau. Bekannt ist er einigen Reinbekern wahrscheinlich aus seiner Rolle als Romeo in der VHS-Inszenierung des Shakespeare-Stücks. „Ich habe in dem Ensemble eine solche Spielfreude gefunden, dass ich gern hauptberuflich Schauspieler werden will“, sagte der ehemalige Sachsenwaldschüler unserer Zeitung im Mai vergangenen Jahres. Kurz darauf war er in der Online-Gemeinschaftsproduktion „DRUCK“ von ARD und ZDF zu sehen, spielt in der dritten Staffel den Charakter David Schreibner. Ein „toller Start in die Schauspielwelt“, sagt Lukas von Horbatschewsky heute. Auch auf die Zeit im VHS-Ensemble blickt er positiv zurück. „Durch sie bin ich nicht von großen Filmcrews am Set eingeschüchtert und kann mich vollkommen auf die Rolle einlassen“, sagt er.

Herausfordernde Rolle, die dem Reinbeker viel bedeutet

Die Rolle der Transfrau Ria bedeutet dem Schauspieler sehr viel: „Da ich mich mit dem Trans-Thema vergleichsweise gut auskenne, habe ich das Bedürfnis empfunden, dieses Wissen in eine solche Rolle einfließen zu lassen.“ Gleichzeitig übt er Kritik an der deutschen Medienbranche: „In Zukunft können solche Rollen hoffentlich von echten Transfrauen gespielt werden.“ Dafür fehle eine Umgebung, in der sich „Transfrauen trauen können, offen damit umzugehen.“ Auch in Hollywood-Filmen, wie dem viel ausgezeichneten Drama „Dallas Buyers Club“ von 2014 ging die Rolle eines drogensüchtigen Transsexuellen beispielsweise an den US-amerikanischen Schauspieler Jared Leto, der einen Oscar als bester Nebendarsteller einheimste.

Die Inspiration für die herausfordernde Rolle in der ZDF-Produktion habe der Reinbeker jedoch aus der Darbietung des britischen Schauspielers Eddie Redmayne in der oscarprämierten Biografie „The Danish Girl“ geschöpft. „Im Film geht es um eine Intersexuelle. Der Film hat mich zutiefst bewegt“, sagt er. In der 86-minütigen SOKO-Folge betreibt sein Charakter Ria einen Videoblog, der bei der Aufklärung des Mordes hilft. Die Ermittler treibt die Frage um, ob es sich um ein Hassverbrechen oder ein familiäres Motiv handelt.

Erste Schauspielstunden mit zehn Jahren

Den Wunsch, Schauspieler zu werden, hatte Lukas von Horbatschewsky übrigens schon als Kind. Mit zehn Jahren nahm er bereits professionellen Schauspielunterricht. „Meine Eltern haben früh gemerkt, dass es mich auf die Bühne und vor die Kamera zieht und haben mich immer so gut es ging unterstützt“, sagt er und freut sich, heute Abend die SOKO-Folge gemeinsam mit Freunden und Familie anzusehen. Die Folge ist außerdem bis zum 21. April online in der ZDF-Mediathek zu sehen.