Sachsenwaldgymnasium

Reinbeker Schüler posten Nazi-Symbole und Gewaltbilder

Schüler des Sachsenwald-Gymnasiums haben online nationalsozialistische Symbole geteilt.

Schüler des Sachsenwald-Gymnasiums haben online nationalsozialistische Symbole geteilt.

Foto: Susanne Tamm

Schulleitung schaltet die Polizei ein. Das Staatsschutzkommissariat der Kripo Lübeck ermittelt jetzt gegen die Jugendlichen.

Reinbek. Während in der Stadt die „Party der Vielfalt“ gegen Hass und Fremdenfeindlichkeit geplant wurde, beschäftigte die Sachsenwaldschule ein Chatprotokoll: Online waren „menschenverachtende, frauen- und fremdenfeindliche, verfassungswidrige und zur Gewalt gegen Minderheiten aufrufende Bilder“ durch Schüler einer Oberstufenklasse geteilt worden, wie Schulleiterin Helga Scheller-Schiewek berichtete. „Es ist ausgesprochen unerfreulich, was hier passiert ist“, sagte sie.

Die Schule habe den Fall bei der Polizei angezeigt, bestätigte Revierleiter Karsten Wagner auf Anfrage. „Alles, was mit verfassungswidrigen Äußerungen zu tun hat, wird aber in Lübeck bearbeitet“, sagte er. Das Staatsschutzkommissariat der Kripo Lübeck ermittelt.

Besuch aus dem Bildungsministerium in Kiel

In der zweiten Januarwoche sei die Schule laut Scheller-Schiewek auf den Chatverlauf aufmerksam geworden. Aufgrund der Verbreitung verbotener nationalsozialistischer Symbole sowie pornografischer Inhalte schaltete die Schulleitung die Schulaufsicht, das Bildungsministerium sowie die Polizei ein.

Bei einem Elternabend waren für das Kieler Bildungsministerium Referent Oliver Claussen sowie Dr. Karsten Jonas, der sich beim Ministerium mit Extremismusprävention befasst, vor Ort. Mit den Eltern der betroffenen Gymnasiasten sowie mit den Schülern selbst habe die Schulleitung das Gespräch gesucht, die „Unrechtmäßigkeit“ thematisiert und an die „Courage“ der Schüler appelliert, sagt Scheller-Schiewek: „Wir haben alle Register gezogen, um deutlich Grenzen aufzuzeigen.“

Schüler einer Lerngruppe hatten die Bilder in einem Lernchat gepostet. Falk Abel, Zweiter Vorsitzender des Schulelternbeirats, sagt, die Aussprache habe vor allem dazu gedient, die Jugendlichen „wieder auf den richtigen Weg zu bringen“. Von der Schule hätten sie keine weiteren Sanktionen zu erwarten.

Eltern haben die Aufsichtspflicht

Alle Eltern der Schule wurden per Brief über den Vorfall informiert. Darin verdeutlichte Helga Scheller-Schiewek auch die Aufsichtspflicht der Eltern. Die Verantwortung für die Inhalte, die Minderjährige ansehen und verbreiten, liege bei den Erziehungsberechtigten. „Wir wollen, dass unsere Schule ein Ort von Sicherheit, Toleranz, Verlässlichkeit, Vertrauen, gegenseitigem Respekt und Empathie bleibt und freuen uns über jede Unterstützung, diese Ziele weiter täglich zu leben“, erklärt die Schulleiterin.

Eine rechte Szene sei bei Reinbeks Jugendlichen nicht zu beobachten, sagt Jugendbeauftragter Ulli Gerwe.