Bürgerpreis

Stadt Reinbek zollt Ehrenamtlichen großen Dank

Bürgermeister Björn Warmer (li.) und Bürgervorsteher Christoph Kölsch (re.) verleihen den Bürgerpreis an Bernhild und Roderich Ziehm sowie an Ute Pohlmann (2. v.l.).

Bürgermeister Björn Warmer (li.) und Bürgervorsteher Christoph Kölsch (re.) verleihen den Bürgerpreis an Bernhild und Roderich Ziehm sowie an Ute Pohlmann (2. v.l.).

Foto: Ann-Kathrin Schweers / BGZ

Beim Neujahrsempfang im Schloss waren besonders drei Bürger im Fokus: Bernhild und Roderich Ziehm sowie Ute Pohlmann erhielten den Bürgerpreis.

Reinbek. Die erste Ansprache als Bürgervorsteher beim Neujahrsempfang am Sonntag stand für Christoph Kölsch (CDU) unter dem Motto Respekt. Er richtete sich damit an die vielen engagierten Reinbeker, die in Vereinen und Organisationen aktiv sind, Mitarbeiter im Rathaus und seine Kollegen in der Kommunalpolitik. „Wir haben in Reinbek richtig angepackt“, resümierte Kölsch 2019. Sei es der Aufbau der Containerschule nach dem Asbestfund im Schulzentrum Mühlenredder, der neue Kunstrasenplatz für die TSV oder die Planung für das neue Gerätehaus für die Ortswehr. Zudem sagte er den Reinbekern zu, die Kommunikation und Information von Seiten der Verwaltung sowie der Politik würde sich 2020 verbessern und appellierte für Umweltschutz und gegen Fremdenfeindlichkeit.

Doch besonders drei Reinbeker standen gestern im Schloss im Vordergrund: Bürgervorsteher und Bürgermeister Björn Warmer zeichneten das Ehepaar Bernhild und Roderich Ziehm sowie Ute Pohlmann mit dem Bürgerpreis aus. 2017 führte die Stadt die jährliche Verleihung des Bürgerpreises an Einzelpersonen, Vereine, Verbände, Initiativen und örtliche Unternehmen ein. Eine Jury, die sich aus Mitgliedern des Ältestenrates zusammensetzt, entscheidet über die Vorschläge. Beim Neujahrsempfang 2018 war Stephanie Steinert die erste, die eine solche Auszeichnung für ihr Engagement im Förderverein der Kita Schönningstedt sowie in der Ansgargemeinde und im Bismarck Seniorenstift in Reinbek erhielt.

Treibende Kraft hinter der Flüchtlingsinitiative

„2019 haben wir die Verleihung versäumt“, erklärte Kölsch. Durch das Asbestproblem sei das Thema untergegangen. Deshalb händigten Warmer und Kölsch gestern zwei Urkunden aus.

2014 hatte die Stadt einen Aufruf gestartet und Ehrenamtliche gesucht, um die aufkommende Flüchtlingskrise zu bewältigen. Schnell kristallisierten sich die Neuschönning-stedter Bernhild (69) und Roderich Ziehm (68) als treibende Kraft hinter der noch heute aktiven Flüchtlingsinitiative Reinbek heraus. „Weit mehr als 150 Helfer koordinierten sie zu Hochzeiten“, sagte Warmer. „Sie helfen den Menschen, die zu uns gekommen sind, begleiten sie auf den ersten Schritten und unterstützen sie, sich zurechtzufinden“, so Kölsch.

„Das Ehrenamt hält mich jung“

Roderich Ziehm widmete den Preis allen Engagierten der Flüchtlingsinitiative. Das Ehrenamt sei eine „sinnvolle Aufgabe“, die ihm viel Spaß bereite. Bernhild Ziehm erklärte den Reinbekern, die Arbeit der Initiative habe sich verändert: „Jetzt gilt es, Patenschaften zu übernehmen.“ Für die Hilfe bei der Jobsuche, beim Ausfüllen von Formularen sowie dem Lernen der deutschen Sprache benötige die Flüchtlingsinitiative, die sich auf weniger als 30 Aktive verkleinert hat, Unterstützung: „Jeden dritten Mittwoch treffen wir uns um 17 Uhr im Raum 111 im Rathaus. Jeder kann mitmachen.“

Für ihr 35-jähriges Engagement beim DRK Reinbek erhielt auch Ute Pohlmann (80) den Bürgerpreis. Jeden Dienstag ist sie beim Kartenspielen im Rickertsen-Haus dabei und organisiert an sechs Tagen im Jahr die Blutspende-Aktionen sowie monatliche Busreisen des DRK. „Dadurch kenne ich halb Reinbek. Das Ehrenamt hält mich jung“, sagte Ute Pohlmann gestern.