Awo

Sozialkaufhaus Reinbek eröffnet zentral an der Bergstraße

Ramona Logemann wird das Sozialkaufhaus der Awo an der Bergstraße leiten. Thorsten Ehlers, Leiter des Bad Oldesloer Sozialkaufhauses, lernt sie in den ersten Wochen an.

Ramona Logemann wird das Sozialkaufhaus der Awo an der Bergstraße leiten. Thorsten Ehlers, Leiter des Bad Oldesloer Sozialkaufhauses, lernt sie in den ersten Wochen an.

Foto: Ann-Kathrin Schweers / BGZ

Nachdem das Sozialkaufhaus „Mehrwert“ an der Halskestraße schließen musste, startet jetzt die Awo mit einem Laden an der Bergstraße.

Reinbek. „BrAWO-Point Reinbek“ – der Schriftzug prangt seit Freitag am Laden neben Rewe an der Bergstraße. Viele Passanten fragten neugierig, wann Eröffnung ist und, was hier denn passieren wird. Ein Blick ins noch spärlich eingerichtete Innere verrät nicht viel. „Das neue Sozialkaufhaus der Awo eröffnet hier am 1. Februar“, verraten Thorsten Ehlers, Leiter des Awo-Sozialkaufhauses in Bad Oldesloe, und Ramona Logemann.

Die 37-jährige Einzelhandelskauffrau ließ sich Freitag die Räume zeigen. In Gedanken richtete sie wahrscheinlich schon ihr Büro ein, denn sie wird das Kaufhaus leiten. Die Bad Oldesloerin arbeitete selbst nach ihrer Elternzeit unter Thorsten Ehlers im Sozialkaufhaus. „Ich freue mich, den Teilnehmern Perspektiven zu geben“, sagt Logemann.

Sinnstiftende Beschäftigung für 20 Personen

Bis zu 20 Teilnehmer sind für die Arbeitsgelegenheit vorgesehen. Sie beziehen weiterhin Arbeitslosengeld II und sollen über die AGH fit für den ersten Arbeitsmarkt gemacht werden. Teilnehmer fänden hier eine „sinnstiftende Beschäftigung“ im Verkauf und in drei Werkstätten, sagt Dr. Dagmar Bez. Sie ist die Geschäftsführerin des Kaufhaus-Betreibers, Awo Bildung und Arbeit gemeinnützige GmbH.

„Die konkreten Planungen haben im Spätsommer 2019 begonnen, nachdem das Jobcenter Stormarn Bedarf für seine in Reinbek und Umgebung ansässigen Kunden bestätigt hat“, sagt Dagmar Bez. Das Jobcenter finanziert das Projekt. Ende August war das Sozialkaufhaus „Mehrwert“ in Trägerschaft des Ausbildungsverbunds Stormarn/Lauenburg an der Halskestraße nach neun Jahren geschlossen worden. Der Geschäftsführer berichtete, die Aufträge durch Agentur für Arbeit und Jobcenter seien zurückgegangen. Zudem habe das Glinder Sozialkaufhaus einiges an Kaufkraft gebunden.

Kein Möbelverkauf in Reinbek

Im Gegensatz zum Glinder Standort mit 800 Quadratmetern ist der neue Laden in Reinbek mit 296 Quadratmetern eher klein. „Deshalb werden auch keine Möbel angeboten“, sagt Dagmar Bez. Die Regale werden mit Kleidung, Spielwaren, Dekorationsartikeln, Büchern und Hausrat gefüllt.

Zudem unterscheide sich dieses Sozialkaufhaus dadurch, dass auch „kreative und handwerkliche Elemente eine Rolle spielen“. In der großzügigen Küche lernen Teilnehmer bei Koch-Events etwas über gesunde Ernährung. In einer Werkstatt arbeiten sie Spielzeug und Dekoartikel auf. Für die Textilwerkstatt, in der auch alte Kleidungsstücke „aufgepimpt“ werden, wird noch eine 450-Euro-Kraft gesucht, die den Umgang mit der Nähmaschine erklärt.

Spenden von 20. Januar an möglich

Zwei PC-Arbeitsplätze runden das Angebot ab. Dort können Teilnehmer und Besucher kostenfrei online nach Jobs suchen und Bewerbungen schreiben. „Einige Tage in der Woche wird auch ein Sprachmittler da sein“, sagt Dagmar Bez: Dieses Angebot richte sich speziell auch an Menschen mit Migrationshintergrund, deren „Deutschkenntnisse für eine Arbeitsaufnahme oder Teilnahme an einer beruflichen Weiterbildung noch nicht ausreichen“.

Am 20. Januar startet das Team in den renovierten Räumen. Dann können zu den Öffnungszeiten (montags bis donnerstags 9 bis 15.30 Uhr, freitags 9 bis 13 Uhr) Spenden abgegeben werden. Menschen mit geringem Einkommen können hier von Februar an günstig einkaufen.