Ausgezeichnet

Rock-und-Pop-Preis für Reinbeker Musiklehrer

Komponist und Musiklehrer Wolfgang Nicklaus (63) hat in zwei Kategorien den ersten Platz beim Deutschen Rock-und-Pop-Preis erreicht.

Komponist und Musiklehrer Wolfgang Nicklaus (63) hat in zwei Kategorien den ersten Platz beim Deutschen Rock-und-Pop-Preis erreicht.

Foto: Susanne Tamm

Der Reinbeker Wolfgang Nicklaus (63) komponiert preiswürdig: Er hat den ersten Platz beim Deutschen Rock- und Pop-Preis gewonnen.

Reinbek. Musik sei alles andere als eine brotlose Kunst – das ist jedenfalls die Erfahrung, die Wolfgang Nicklaus gemacht hat. Der 63-Jährige muss es wissen: Er führt in seinem Eigenheim in Hinschendorf nicht nur eine Musikschule, sondern ist auch ein erfolgreicher Komponist.

Gerade hat er für seinen Song „Was wäre die Welt ohne Kinder?“ den ersten Platz beim Deutschen Rock-und-Pop-Preis 2019 gemacht – sowohl in der Kategorie „Beste Komposition“ als auch „Bester deutscher Text“. Zusätzlich hat er noch den dritten Platz für den „Besten deutschen Song des Jahres 2019“ abgeräumt – dazu hat ihn die Jury des Deutschen Musikverbandes gewählt. „Es ist schon toll, überhaupt nominiert zu sein“, sagt Nicklaus stolz. „Mit einem solchen Erfolg habe ich überhaupt nicht gerechnet.“

Bei dem Musikpreis geht es um die Ehre

Die Nominierten werden ebenfalls von einer Jury aus den Vorschlägen und Anmeldungen gewählt. Schon im Vorjahr, als ihn noch eine Agentur vorgeschlagen hatte, hatte er für seine CD den dritten Preis erhalten.

Ganz anders als in der Literaturwelt, in der viele Autoren nur von Preisgeldern und Stipendien leben, geht es bei diesem Musikpreis nur um die Ehre. „Diese Preise sind allerdings auch wichtig für meine Musikschule“, stellt der 63-Jährige fest. Er habe beobachtet, dass seine Klavierschüler sich auch an Auszeichnungen orientieren, wenn sie einen Lehrer suchen. Er hat Schüler im Alter von fünf bis 82 Jahren.

Er brennt für seine Kompositionen

„Das Kompositionsstudium allerdings hat mir alle Türen geöffnet“, sagt er heute. Nachdem man ihm in der DDR die Musikerlizenz entziehen wollte, kam er 1981 in die Bundesrepublik und studierte an der Musikhochschule Lübeck. „Schon mit 15 Jahren in der Band mit meinem Bruder habe ich allen etwas vorgemacht, weil ich eine klassische Ausbildung hatte.“ Sein Haus habe er sich nach dem Studium mit Tanzmusik verdient.

Er selbst brennt für seine Kompositionen. „Oft brodelt eine Idee in mir“, erzählt er. „Die muss ich abspeichern. Manchmal stehe ich mitten in der Nacht auf, gehe ins Untergeschoss in mein Studio und spiele es ein. Das ist mir ein extremes Bedürfnis“, und er fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: „Ab und zu ärgere ich mich, dass ich nicht zum Arbeiten komme, weil ich Geld verdienen muss.“

Ganz der Vater

Seinen Kindern hat er jedenfalls nicht davon abgeraten, ihren Herzen zu folgen: Tochter Conni (31) hat am Konservatorium Amsterdam ihr Saxofonstudium erfolgreich abgeschlossen, ist nun freie Musikerin, Sohn Tim (30) steckt mitten im Jazzstudium in Hannover. „Ich habe keine Angst um sie“, sagt Nicklaus: „Wenn einer etwas mit Leib und Seele macht, hat er so viel Energie.“