Weihnachten

Reinbeks Pastorin Bente Küster hält Familientradition hoch

Pastorin Bente Küster freut sich schon sehr auf das Festessen mit ihrer gesamten Familie, die von der Ostsee anreist.

Pastorin Bente Küster freut sich schon sehr auf das Festessen mit ihrer gesamten Familie, die von der Ostsee anreist.

Foto: Susanne Tamm

Die Weihnachtsfeiertage sind für Pastoren arbeitsreich. Bente Küster freut sich trotzdem - auch auf ein ganz besonderes Festessen.

Reinbek. Die Kirchen sind traditionell voll, die meisten Pastoren feiern an Weihnachten mehrere Gottesdienste, einige müssen sogar noch zwischendurch die Kirche wechseln. Doch auch sie feiern Weihnachten mit ihren Familien. Aber wer kocht für sie das Festessen und was gibt es bei ihnen? Wir haben einmal in ihre Töpfe geschaut.

Pastorin Bente Küster (33) aus der Gemeinde Reinbek-West hat Heiligabend viel zu tun: Die Mutter zweier kleiner Mädchen feiert am Heiligabend drei Gottesdienste in der Nathan-Söderblom-Kirche (14.30, 16 und um 23 Uhr) „Um 17.30 Uhr ist Probst Matthias Bohl so nett, den Familiengottesdienst mit Konfirmanden und Konfirmandinnen zu übernehmen“, erzählt die junge Pastorin. „So habe ich eigentlich ein gutes Zeitfenster, um mit meiner Familie zu feiern.“ Am ersten Feiertag predigt sie noch ab 11 Uhr.

Ihre Eltern kommen von der Ostsee zu Besuch samt Bente Küsters Geschwistern und deren Kindern. „Bei uns gibt es traditionell Graved Lachs und Blini, das sind russische Pfannkuchen, an Heiligabend“, verrät die Theologin. „In meiner Kindheit haben wir den Lachs am Kutter geholt und mein Vater hat ihn tagelang graviert: große Kunst.“

Zum ersten Mal bewusst

Ihre Tochter Franka (3) erlebe Weihnachten gerade zum ersten Mal bewusst. „Sie fragt schon immer, wie oft sie noch schlafen muss und ist ganz aufgeregt“, berichtet ihre Mutter. Die Speisen an Weihnachten seien ihr und der kleinen, acht Monate alten Schwester noch recht gleichgültig.

Das Schöne sei, dass die Heiligabend-Tradition ihrer Familie so gut zu der ihres Mannes Benjamin passe. „Dort gibt es nämlich Heringssalat und Käseplatte“, erzählt Bente Küster. „Da wir beide an unseren Familientraditionen hängen, ist es schön, dass sie sich gut kombinieren lassen.“

Familie kommt zu Besuch

Sie freut sich, dass ihre Eltern und ihre Geschwister samt Kindern sie und ihre Familie in Reinbek besuchen. „Sie bringen uns den gravierten Lachs als Geschenk mit“, sagt die Pastorin. „Das passt, denn ich bin in die Geheimnisse des Gravierens noch nicht eingeweiht worden“, sagt Bente Küster. Für das Festmahl am ersten Weihnachtstag hat die Familien hingegen keine Tradition. „Mein Mann Benjamin wälzt zur Zeit Rezepte, wie er unsere mecklenburgische Waldpute zubereitet“, erzählt die Pastorin.

Ihr Kollege Dr. Ralf Meyer-Hansen und seine Familie hingegen haben auch an Heiligabend kein klassisches Lieblingsessen. „Da der Heiligabend erwartungsgemäß ausgefüllt ist, gibt es bei uns eine gelieferte, vorgegarte Gans“, erzählt er. „Wenn ich um 18 Uhr aus der Kirche komme, schieben wir diese noch kurz in den Ofen.“ Nach der Bescherung essen sie alle gemeinsam mit Rotkohl, Knödeln und einige weiteren Speisen. „Denn die Kinder mögen nicht alles“, erklärt Ralf Meyer-Hansen. „In anderen Jahren gab es aber auch schon Kartoffelsalat mit Würstchen.“