Planungsausschuss

Bebauungsplan: Familie wehrt sich gegen Vorwürfe

Matilda und Emma (1) sind Torben Bohnhoffs und Romy Schlippes ganzes Glück. Für sie wollten sie in Wentorf ihr Haus mit Werkstatt und Büro bauen.

Matilda und Emma (1) sind Torben Bohnhoffs und Romy Schlippes ganzes Glück. Für sie wollten sie in Wentorf ihr Haus mit Werkstatt und Büro bauen.

Foto: Susanne Tamm

Anwohner verhindern Änderung des Bebauungsplans und somit das Haus der Familie Bohnhoff.

Wentorf. Die Vorbehalte seiner Nachbarn kann Torben Bohnhoff nicht verstehen. „Ich wünschte mir, sie hätten vor der Sitzung des Planungsausschusses einmal mit mir gesprochen“, sagt der Steinmetzmeister, der an der Ecke Brookweg/August-Bebel-Straße ein Haus für seine junge Familie bauen wollte. „Wir wollten unsere Kinder hier aufwachsen sehen“, sagt seine Frau Romy Schlippe.

Von den Vorwürfen auf der Sitzung des Planungsausschusses seien sie vollkommen überrumpelt worden, sagt seine Frau. „Von einer Gewerbeerweiterung war nie die Rede gewesen“, sagt Romy Schlippe, Mutter von Zwillingsmädchen (1).

Halbe Kindheit dort verbracht

„Ich kenne die Gegend hier seit meiner Kindheit“, erzählt Torben Bohnhoff (33). „Meine Großmutter hat hier das Friedhofscafé geführt und ich habe meine halbe Kindheit auf dieser Ecke verbracht. Als sich die Chance bot, das Gelände zu erwerben, habe ich zugegriffen.“ Sein Ziel: Die vorhandene kleine Werkstatt fest ausbauen und ein Haus anbauen, damit er dort Familie und Beruf besser vereinbaren kann. „Der Ort ist ideal, um hier seine Kinder aufwachsen zu lassen“, ist auch seine Frau sicher. „Die Bäume wollen wir sowieso erhalten“, erklärt die Zahnärztin. „Eigentlich ist das hier doch ein Mischgebiet: Es gibt zwei weitere Steinmetze und einen Blumenladen an der Straße.“ Auch sie kennt das Gelände aus ihrer Kindheit. „Damals gab es die Wohnhäuser noch nicht, überall wuchsen Bäume.“

Auf der freien Fläche des Grundstücks hatte die Familie auf 143 Quadratmetern ein zweigeschossiges Haus wie in der Nachbarschaft geplant, samt einer Werkstatt von etwa 60 Quadratmetern. „Die war nur für die Schriftsetzung gedacht und für die Ausbildung“, erläutert der 33 Jahre alte Handwerksmeister, Chef von sieben Mitarbeitern und zwei Auszubildenden.

Lautere Arbeiten anderswo

„Sämtliche lauteren Arbeiten wie der Zuschnitt von Küchenplatten oder Arbeiten mit der Flex laufen weiter an unseren anderen beiden Standorten in Ohlsdorf, die selbstverständlich erhalten bleiben.“ Den niedrigen Geräuschpegel und die geplante Lage des Gebäudes zwischen den Bäumen hatte er den Mitgliedern des Planungsausschusses bei einer Begehung auch vorgeführt.

Deshalb kann Torben Bohnhoff die Anwürfe auch nicht verstehen, empfindet sie als nicht gerechtfertigt. „Ich habe doch auch kein Interesse an Lärm vor meinem eigenen Haus“, sagt er. Da er den schon jetzt nicht sehr lauten Kompressor noch schallgedämpft hätte, wäre es nach dem Bau sogar leiser geworden als vorher, ist er überzeugt.

Doch nun bleibt alles, wie es ist. Denn die Werkstatt genießt Bestandsschutz. Für das Projekt B-Plan-Änderung sieht Bürgermeister Dirk Petersen allerdings keine Chance mehr: „Das Projekt ist gestorben“, sagt er. Einstimmig haben die Fraktionen beschlossen, den Aufstellungsbeschluss zurückzuziehen. Familie Bohnhoff/Schlippe wird sich einen neuen Ort suchen müssen, um ihren Plan zu verwirklichen.