Zuschussdeckelung aufheben

Mehr Unterstützung für Reinbeks Freizeitbad

Freizeitbad-Geschäftsführer Holger Kehl möchte seinen Betrieb zukunftsfähig aufstellen.

Freizeitbad-Geschäftsführer Holger Kehl möchte seinen Betrieb zukunftsfähig aufstellen.

Foto: Carsten Neff / NEWS & ART

Die Fraktion Forum 21 plädiert in einem Antrag dafür, die Deckelung des städtischen Zuschusses aufzuheben. Die Kosten für das des Bad steigen.

Reinbek. Für den Geschäftsführer des Freizeitbads, Holger Kehl, gestaltet es sich zunehmend schwierig, schwarze Zahlen zu schreiben. Die Kosten steigen Jahr für Jahr. Zudem stehen Investitionen an: 2023 soll der Saunabereich saniert werden, um konkurrenzfähig zu bleiben. Daher plädiert die Fraktion Forum 21 nun in einem Antrag dafür, die Deckelung des städtischen Zuschusses aufzuheben.

Nachdem 2010 die Schließung drohte – Reinbek musste jährlich bis zu 800.000 Euro zuschießen – wurde diese Summe auf 500.000 Euro beschränkt. Doch in den zehn Jahren stiegen allein die Kosten für Personal von 467.500 auf 597.000 Euro. Auch Strom, Gas, Wasser, Reparaturen und Instandhaltung kosten die städtische Betriebsgesellschaft jährlich an die 100.000 Euro mehr als 2011. Zudem müssen pro Jahr 100.000 Euro für Kredite aufgrund von früheren Sanierungen aufgewendet werden. Das geht aus den Geschäftsberichten hervor.

Von 10.000 auf 3000 Saunanutzer

„Zehn Millionen Besucher in 40 Jahren sprechen für sich“, sagt Holger Kehl. Entsprechend nutze die Einrichtung ab. „Wir wollen ein gewisses Angebot für Wasserausbildung und Freizeit vorhalten. Irgendwann wird das eng mit der Deckelung“, sagt er. Die Mitbewerber schliefen nicht: Das Billstedt-Bad wird bis Sommer 2020 modernisiert und erhält neue Rutschen. Kehl setzt auf Service und Sauberkeit, doch das werde auf Dauer nicht reichen.

„Unser Saunabereich ist beispielsweise dringend sanierungsbedürftig. Als ich 1992 hier anfing, hatten wir 10.000 Saunanutzer, momentan sind es noch 3000 bis 4000 pro Jahr“, sagt Holger Kehl. Ab 2023 wäre der Saunabereich nicht mehr vermarktbar, vermutet er. Seine Kostenschätzung: 100.000 Euro.

Badbesuch soll erschwinglich bleiben

Er erwartet, nur bis 2023 mit der Deckelung wirtschaften zu können. Aus dem aktuellen Plan geht für 2023 ein prognostiziertes Defizit von 482.445 Euro hervor, dazu kommen 21.200 Euro Pachtzahlung an die Stadt – 3645 Euro über dem Deckel. „Wir könnten natürlich die Preise anheben“, sagt Kehl. Doch der Badbesuch solle weiterhin für jedermann erschwinglich sein. Den Antrag von Forum 21 begrüßt Kehl deshalb.

„Wir stehen in der Verantwortung gegenüber Schülern und Bürgern, ein gutes Angebot vorzuhalten“, sagt Fraktionschef Heinrich Dierking. Er will Kehl und Bürgermeister Björn Warmer zur Beratung des Wirtschaftsplanes 2021 beauftragen, den Zuschuss von 500.000 Euro im Hinblick auf die Preis- und Lohnsteigerungen zu prüfen, um bei Bedarf die Deckelung zu öffnen.

Das sagen die Fraktionen

Ob die anderen Fraktionen dem Antrag zustimmen, der in der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag, 5. Dezember, behandelt werden soll, ist offen. Für CDU-Fraktionschef Patrick Ziebke komme das ohne vorherige Diskussion in der Fraktion und ohne vorliegendes Konzept nicht infrage. Auch die SPD-Fraktion wolle sich noch beraten. FDP-Fraktionsvorsitzender Uwe Rasch sagt, es liege am Geschäftsführer des Freizeitbades, auf Verwaltung und Politik zuzukommen: „Wenn er deutlich macht, er braucht mehr Geld, wird es an der FDP nicht scheitern.“ Ähnlich sieht das Grünen-Fraktionschef Günther Herder-Alpen.