40 Jahre Badespaß

Reinbeks Freizeitbad dankt 10.000.000. Besucherin

Die Reinbekerin Ulla Rademacher (77) ist sehr überrascht, als sie erfährt, dass sie als zehnmillionste Besucherin des Freizeitbades eine Jahreskarte für das Freizeitbad gewonnen hat.

Die Reinbekerin Ulla Rademacher (77) ist sehr überrascht, als sie erfährt, dass sie als zehnmillionste Besucherin des Freizeitbades eine Jahreskarte für das Freizeitbad gewonnen hat.

Foto: Susanne Tamm

Ulla Rademacher ist seit 1979 Stammgast im Freizeitbad Reinbek. Jetzt bekam sie als zehnmillionster Gast eine Jahreskarte.

Reinbek. Zehn Millionen Besucher kann das Freizeitbad im Jahr seines 40-jährigen Bestehens verzeichnen. Das berichtete gestern Geschäftsführer Holger Kehl während einer Kaffeetafel mit Vertretern von Verwaltung und Politik – und einem Badegast: „Ich hatte Herrn Kehl einmal erzählt, dass ich schon vor 40 Jahren bei der Einweihung des Bades mit Carlo von Tiedemann dabei war“, erzählte Ulla Rademacher. Unter diesem Vorwand und weil sie seit Jahrzehnten Stammgast sei, habe er sie eingeladen. Zuerst wollte sie gar nicht kommen.

Das hat sie zum Glück doch getan, denn während seines Ausflugs in die Geschichte des Bades zückte Holger Kehl plötzlich einen Kassenzettel mit Datum, Uhrzeit und einer Abo-Karten-Nummer. So erfuhr die 77-Jährige, die regelmäßig dienstags und donnerstags ab 7.30 Uhr zunächst ihre Bahnen im Bad zieht und dann noch bei der Wassergymnastik dabei ist, dass sie die zehnmillionste Besucherin des Freizeitbades war. Dafür überreichte ihr Holger Kehl eine Jahreskarte. Überrascht und gerührt bedankte sie sich bei dem Geschäftsführer. „Nun muss sich mein Mann Hans wohl ein neues Weihnachtsgeschenk überlegen“, sagte sie schmunzelnd.

Eine Stunde Schlange stehen für das Schwimmbad

Als das Freizeitbad im November 1979 eröffnet wurde (Baukosten: zehn Millionen Mark – laut Kehl „ein Schnäppchen“), schenkte die Stadt den Besuchern erst einmal eine Woche kostenlosen Badespaß. Doch auch danach riss der Besucherstrom nicht ab. „Man kam hier nicht einfach rein, die Besucher mussten in der ersten Zeit eine Stunde lang anstehen“, erzählte Kehl. Das für 120.000 Gäste pro Jahr konzipierte Bad zählte 1980 370.000 Besucher. Auch heute kommen pro Jahr trotz großer Freizeit-Konkurrenz etwa 170.000 Badegäste pro Jahr.

„Das Freizeitbad ist ein echtes Bürgerbad“

Auch Bürgermeister Björn Warmer erzählte, dass er in der DLRG-Rettungsschwimmerstaffel seine halbe Jugend im Bad verbracht habe und träumte von „Warmers Rutschenwelt“, die man doch in zehn Jahren realisieren könnte. Aber er erinnerte auch daran, dass das Freizeitbad 2010 beispielhaft eine Krise überwunden habe. Günter Herder-Alpen (Grüne) bestätigte dies: „Das waren zwar düstere, aber wichtige Zeiten, die zu dem heutigen Ergebnis geführt haben. Das Freizeitbad ist ein echtes Bürgerbad.“

Denn damals, als die Kosten und somit auch die Zuschüsse der Stadt immer mehr stiegen, kam die Schließung ins Gespräch. Darauf setzten sich Bürger mit Vereinen und Verbänden zusammen und tüftelten eine neue Nutzungsstruktur aus: Öffentliche Badezeiten sind heute getrennt von den Zeiten der Vereine und Schulen. Zudem hat die Politik die Zuschüsse auf 500.000 Euro pro Jahr gedeckelt. Dies hat das Freizeitbad immer eingehalten. Angesichts steigender Kosten werde es aber immer schwieriger. Allein eine Rolle Toilettenpapier koste heute mehr als das Doppelte als zu Beginn. Zwölf Tonnen hat das Freizeitbad in 40 Jahren davon verbraucht.